Schulische Bildung
Alphabetisierung
In den vergangenen Jahren kamen viele Kinder und Jugendliche aus Kriegsgebieten und anderen fragilen Kontexten nach Bottrop. Die neu zugewanderten Schülerinnen und Schüler sind durch heterogene Bildungsvoraussetzungen gekennzeichnet. Schulische Lerngruppen können gleichermaßen primäre Analphabet/innen (kein Schulbesuch im Herkunftsland), funktionale Analphabet/innen in Bezug auf das Herkunftsland (kurze Schulzeit im Herkunftsland), funktionale Analphabet/innen in Bezug auf Deutschland (geringe Lese- und Schreibkompetenzen im Deutschen) und Zweitschriftlerner/innen (Lese- und Schreibkompetenzen in einem anderen Schriftsprachsystem) umfassen.
Die Beschulung von neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern im Rahmen der Erstförderung hat zur Folge, dass in allen Schulstufen (potenziell) auch das deutsche Schriftsystem vermittelt werden muss. Für Lehrkräfte der Bottroper Schulen besteht die Herausforderung, Kinder und Jugendliche (zeitnah) in das Regelsystem zu integrieren und zudem möglichst individuell zu fördern. Dabei müssen insbesondere die schriftlichen Vorerfahrungen – falls vorhanden – berücksichtigt werden. Das Referat Migration berät Schulen und pädagogische Fachkräfte beim Unterricht in stark heterogenen Lerngruppen.
Lehrkräfte benötigen Kenntnisse darüber, wie das deutsche Schriftsystem die Lautung des Deutschen abbildet und wie Lernende mit Ausspracheschwierigkeiten von deutschen Lauten unterstützt werden können. Schülerinnen und Schüler ohne Schrifterfahrung brauchen Motorik- und Wahrnehmungstraining entsprechend ihrer Lernprogression. Im Spracherwerbsprozess sind sowohl die Koordination von Schrift- und Sprachvermittlung als auch die individualisierte Vermittlung der Orthographie des Deutschen von besonderer Relevanz. Ferner müssen Lehrkräfte schriftferne Lernende im Zuge der Alphabetisierung dazu befähigen, von der Wort- zur Textebene zu gelangen.
Das Referat Migration berät Schulen und pädagogische Fachkräfte beim Unterricht in stark heterogenen Lerngruppen, insbesondere im Bereich Alphabetisierung.
Andrea Schaumlöffel
Referat Migration - Kommunales Integrationszentrum
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46236 Bottrop
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Tel.: 02041 704753
E-Mail-Adresse: andrea.schaumloeffelbottropde
DaZ-Forum (Deutsch als Zweitsprache)
Arbeitskreis für pädagogisches Personal der Bottroper Schulen
Das DaZ-Forum ist ein vom Bildungsbereich des Referats Migration organisiertes Austauschtreffen für Lehrkräfte, die Deutsch als Zielsprache an Bottroper Schulen unterrichten und sprachsensiblen Fachunterricht durchführen.
Neben dem kollegialen Austausch ist die Beratung zu Erstförderungsthemen sowie die Organisation von Fortbildungen und weitere Unterstützungen z.B. zur Erstellung von Zeugnissen, Bestandteil des DaZ-Forums.
Magdalena Kießlich
Referat Migration - Kommunales Integrationszentrum
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Elternarbeit an Bottroper Schulen
Welcome-Veranstaltungen
In allen Schulen sind Eltern wichtige Partner für Schulleitungen, Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte. Die Zusammenarbeit mit Erziehungsberechtigten wird gestärkt durch gemeinsame, vertrauensvolle Austausche und Veranstaltungen.
Eltern mit Migrationsbezug (neu zugezogene Eltern sowie Eltern, die das deutsche Schulsystem nicht selber durchliefen) benötigen mitunter besondere Unterstützung hinsichtlich der folgenden grundlegenden Aspekte:
- Schulpflicht, Schulformen, Schulstufen, Schulpersonal
- Unterrichtsfächer, Schulleben
- Schulgesetz, Schulregeln
- Schulmaterial, Schulalltag, Stundenplan
- Mitwirkungsmöglichkeiten von Erziehungsberechtigten
- Unterstützung zu Hause
- Gesundes Essen
- Umgang mit Medien
- Weitere Unterstützungsmöglichkeiten
Bei Bedarf können aus weiteren Bereich Themen wie beispielsweise Mehrsprachigkeit in einer ergänzenden Veranstaltung angeboten werden:
- Sprachen in den Familien
- Familiensprachen und Identitätsstiftung
- Die Rolle der Erstsprache für den Erwerb weiterer Sprachen
- Mehrsprachigkeit als Ressource
- Sprachförderung in der Familie (Beispiel: Vorlesen zur Förderung der Sprachentwicklung)
- Umgang mit Mehrsprachigkeit im familiären Alltag
- Sprachen in der Schule
- Mehrsprachigkeit im Kontext Schule
- Erstförderung und Anschlussförderung
- Die Rolle des herkunftssprachlichen Unterrichts
- Das Erlernen weiterer Fremdsprachen in der Schule
- Umgang mit Mehrsprachigkeit im schulischen Alltag
- Sprachliche Vielfalt weltweit und in Deutschland
- Wertschätzung der Mehrsprachigkeit
- Wissenschaftliche Grundlagen des Spracherwerbs
In enger Absprache mit interessierten Schulen bietet das Referat Migration passgenaue Elternveranstaltungen mit übersetzenden Sprachmittelnden in den Schulen an.
Andrea Schaumlöffel
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Healing Classrooms – Sichere Orte für gemeinsames Lernen
Ein Ansatz zur traumasensiblen Unterrichtsgestaltung und Schaffung sicherer Lernorte basierend auf sozial-emotionalem Lernen
Kinder und Jugendliche benötigen sichere Räume, in denen sie gut lernen, sich ausprobieren und selbstbestimmt entwickeln können. Healing Classrooms unterstützt pädagogische Fachkräfte dabei, stabilisierende und stärkenorientierte Lernumgebungen zu schaffen. Der Ansatz basiert auf Forschungen, die zeigen, dass sozial-emotionales Lernen im Fachunterricht die Resilienz, das Verhalten und die schulische Leistung aller Kinder und Jugendlichen (mit und ohne Fluchterfahrung) verbessern.
In individuell auf Ihre Schule bzw. Ihre Einrichtung abgestimmten Workshops wird Ihnen der Healing Classrooms-Ansatz vorgestellt sowie Hintergrundinformationen zum toxischen Stress mit seinen Folgen und die Grundlagen der Resilienzförderung erläutert. Sie werden praktisch arbeiten, indem Sie Übungen und Methoden erproben, die zu Ihnen und Ihren Schülerinnen und Schülern passen und die Sie direkt umsetzen können. Schwerpunkte dabei sind die sozial-emotionalen Kompetenzen Exekutivfunktionen, Gefühlsregulierung, Beziehungsfähigkeit, Konfliktfähigkeit und Beharrlichkeit.
Das Angebot richtet sich an alle pädagogischen Fachkräfte und kann ebenso mit Teilgruppen von Schulen und Einrichtungen durchgeführt werden.
Healing Classrooms:
Drei Schichten der Resilienzförderung:
- Förderung von sozial-emotionalem Lernen durch die Vermittlung sozialer und emotionaler Kompetenzen
- Stärkung der äußeren Schutzfaktoren für ein stabilisierendes Umfeld
- Umsetzung von Methoden zur Stressreduktion für Kinder und Jugendliche im Unterricht
Healing Classrooms: Fünf Kompetenzbereiche
Andrea Schaumlöffel
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Herkunftssprachlicher Unterricht (HSU)
Mehrsprachigkeit – Translanguaging
Individuelle Sprachenvielfalt ist seit langer Zeit gesellschaftliche Realität in Bottrop und auch global betrachtet ist Mehrsprachigkeit der Normalfall. Gegenwärtig sind bis zu 50% der Kinder bereits mehrsprachig, wenn sie in die Schule kommen. Aktuelle Spracherwerbsstudien belegen, dass unterschiedliche Sprachsysteme im menschlichen Gehirn neuronal vernetzt gespeichert werden und dass verschiedene Sprachen nicht in Konkurrenz zueinanderstehen. Mehrere sprachliche Systeme können gleichzeitig im Gehirn verarbeitet werden und sie beeinflussen sich positiv, beispielsweise die Familiensprache und die neu einsetzende Sprache. Das Sprachbewusstsein ist bei mehrsprachigen Schülerinnen und Schülern in der Regel stärker ausgeprägt. Demnach werden kognitive Aktivitäten stimuliert, die für die Sprachaneignung und weitere Lernaktivitäten nützlich sind. Dies ist nicht zuletzt förderlich für den Erwerb weiterer Sprachen.
Sprache kann ferner als konstitutives Merkmal zu Bildung von Identität betrachtet werden, denn sie ist entscheidend in der zwischenmenschlichen Interaktion. Mittels Sprache erleben Schülerinnen und Schüler Zugehörigkeit, schulische Teilhabe und gesellschaftliche Partizipation. Vorteile einer aktiv genutzten Mehrsprachigkeit konnten durch zahlreiche Studien nachgewiesen werden. Das Konzept Translanguaging ermöglicht neue Wege, Sprachenvielfalt im schulischen Alltag zu nutzen, denn es versteht Mehrsprachigkeit als einen dynamischen Prozess. Dabei nutzen Kinder und Jugendliche ihr gesamtes sprachliches Repertoire ohne Grenzen zwischen Sprachen. Sprache wird als Werkzeug des Wissenserwerbs genutzt und ein flexibler und integrativer Gebrauch der Sprachen kann je nach situativem Kontext eingesetzt werden.
Das Referat Migration berät Schulen, pädagogische Fachkräfte sowie Eltern, Mehrsprachigkeit als Ressource wahrzunehmen, in schulische und außerschulische Kontexte einzubinden und zu reflektieren. So werden Lehrkräfte und Erziehungsberechtigte unterstützt, mit Mehrsprachigkeit praktisch und ressourcenorientiert im (schulischen) Alltag umzugehen.
Andrea Schaumlöffel
Referat Migration - Kommunales Integrationszentrum
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Alexandra Schmidt
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Regionalkoordination Schule mit Courage
Seit dem 2. März 2022 ist das Referat Migration - Kommunales Integrationszentrum offiziell ernannter Träger der Regionalkoordination der Courage-Schulen Bottrops. In enger Zusammenarbeit mit der Landeskoordination begleitet und berät die Regionalkoordination Bottroper Schulen auf dem Weg zur Courage-Schule und unterstützt bereits anerkannte Schulen in ihren Aktionen.
Magdalena Kießlich
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