Neue Feuerwache in Stadtmitte
An der Josef-Albers-Straße soll eine neue Feuer- und Rettungswache gebaut werden. Sie soll den bestehenden Standort an der Hans-Sachs-Straße ersetzen.
Warum muss eine neue Feuerwache gebaut werden?
Die jetzige FRW 1 wurde 1972 gebaut und 1994 erweitert. In der Zwischenzeit ist nicht nur die Anzahl der Mitarbeitenden von ca. 60 auf über 200 gewachsen, auch die Aufgaben und Anforderungen sind gestiegen. Die Flächen, die für Büros, Fahrzeugstellplätze und Lager benötigt werden, sind nicht mehr vorhanden. Mittlerweile arbeitet die Feuerwehr Bottrop durchschnittlich 55 Einsätze täglich in den Bereichen Feuerwehr, Rettungsdienst und Krankentransport ab. Die bestehende FRW 1 erfüllt die Anforderungen an moderne Betriebsabläufe und effiziente Wege im Einsatz nicht mehr.
Auch in den Bereichen Arbeitsschutz und Arbeitshygiene wird die FRW 1 den gesetzlichen Anforderungen nicht mehr gerecht. Zudem ist der bauliche Zustand nach 50 Jahren intensiver Nutzung stark sanierungsbedürftig und entspricht nicht mehr den heutigen Standards.
Wie wurde die Standortentscheidung getroffen?
2019 hat die DKC Kommunalberatung GmbH geprüft, ob eine Sanierung und Weiterentwicklung des bisherigen Standortes oder ein Neubau wirtschaftlich sinnvoller ist. Dabei stellte sich heraus, dass ein Neubau die kostengünstigere Lösung darstellt.
Als Grundstücke für den Neubau kamen der Bereich an der Josef-Albers-Straße und die Paßstraße in Betracht. Nach umfassender Standortprüfung traf der Rat der Stadt Bottrop am 22.09.2021 die Entscheidung, das Grundstück an der Josef-Albers-Straße zu nutzen.
Wie ist der geplante Standort aus Feuerwehrsicht zu bewerten?
Aufgrund der räumlichen Nähe ist der neue Standort aus einsatztaktischer Sicht vergleichbar mit dem jetzigen Standort an der Hans-Sachs-Straße. Grundsätzlich können alle abzudeckenden Gebiete innerhalb der vorgegebenen Zeiten erreicht werden. Sind in der Vergangenheit Probleme in der Erreichung einzelner Einsatzstellen aufgetreten, so war dies in der Regel durch den Verkehr bedingt.
Ein „3-Wachen-Modell“, mit einer weiteren Wache im Südosten der Stadt wurde ebenfalls geprüft, jedoch wegen erheblicher Zusatzkosten in Höhe von 2 Mio. Euro jährlich für das zusätzlich notwendige Personal als unwirtschaftlich verworfen. Stattdessen werden die Einsatzfahrzeuge zukünftig in der Lage sein, die Ampelschaltungen zu beeinflussen, so dass die Erreichungsprobleme aufgrund der Verkehrslage minimiert werden können. Zudem werden bei der Planung der neuen Wache auch die Wege innerhalb der Wache optimiert, um ein schnellstmögliches Ausrücken zu gewährleisten. So ist, bei der derzeitigen Stadtstruktur, gesichert, dass alle Stadtgebiete innerhalb der geltenden Planungsfristen erreicht werden.
Auch für die zukünftige Personalgewinnung ist die neue Wache ein wichtiger Baustein. Bedingt durch den demografischen Wandel und die weiter steigenden Anforderungen an die Einsatzkräfte erweist sich die Neueinstellung von Personal als zunehmend schwieriger. Mit der neuen Wache wird für zukünftige Beschäftigte der Feuerwehr ein attraktiver Arbeitsplatz geschaffen.
Was soll an dem Standort konkret errichtet werden?
Der Neubau der Feuerwache 1 soll auf einem Grundstück an der Kirchhellener Straße/Josef-Albers-Straße entstehen. An dem Standort wird neben der Berufsfeuerwehr auch die Freiwillige Feuerwehr Altstadt, die Jugendfeuerwehr, der Rettungsdienst sowie die Leitstelle angesiedelt sein. Darüber hinaus sind Ausbildungsbereiche, Sportflächen, Verwaltung, Lager- und Werkstattbereiche sowie ein arbeitsmedizinisches Zentrum vorgesehen. Mit der Generalplanung für das Projekt wurde das Planungsbüro agn beauftragt. Bei dem Neubau wird eine nachhaltige Bauweise mit effizienter Flächennutzung verfolgt.
Wie hoch sind die Kosten für den Neubau?
Nach derzeitigem Stand wird für den Neubau der Feuerwache 1 mit 153 Millionen Euro Baukosten gerechnet. Die Summe deckt sich nahezu mit denen im Haushalt der Stadt Bottrop dafür eingestellten 156 Millionen Euro. Im Risikoregister des Projekts sind zusätzliche mögliche Kosten bei einem Risikoeintritt im weiteren Verlauf aufgeführt, denen teilweise im Risikomanagement begegnet werden kann. Sie belaufen sich auf eine Summe von 16 bis 22 Millionen Euro – die ganz oder teilweise erforderlich werden können, aber nicht müssen.
Wie ist der aktuelle Stand zum Bau der neuen Feuerwache?
Derzeit laufen die Bauleitplanung und die Objektplanung parallel, um das Projekt möglichst zügig voranzubringen. Nachdem im 1. Quartal 2027 der Satzungsbeschluss gefasst werden soll, könnte entsprechend im 2. Quartal 2027 der Baubeschluss verabschiedet werden. Geplanter Baubeginn ist im Jahr 2028.
Im Laufe dieses Jahres (2026) stehen vorbereitende Schritte wie die Überprüfung auf Kampfmittel an.
Welche Auswirkungen hat der Neubau auf die Umwelt und den Artenschutz?
Der Neubau der Feuerwache am Standort neben dem Marienhospital in Bottrop wird auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche südlich der Josef-Albers-Straße errichtet. Dieser Bereich eignet sich zwar für die Bebauung, war jedoch bisher aus stadtklimatischen Gründen freigehalten worden. Die stadtklimatisch relevanten Flächen liegen jedoch überwiegend nördlich der Josef-Albers-Straße und entlang der ehemaligen Bahnlinie, die als Kaltluftentstehungsgebiet und Frischluftschneise wichtig für das Stadtklima sind. Durch die Beschränkung der Bebauung auf die südliche Fläche wird die Klimafunktion der nördlichen Gebiete gewahrt.
Wie wird der Verkehr geregelt?
Ein wichtiger Bestandteil der Planungen ist die verkehrliche Erschließung der neuen Feuerwache. Die Alarmausfahrt der Feuerwache ist an der Josef-Albers-Straße vorgesehen. Für notwendige Straßenbaumaßnahmen, die unter anderem eine Verbreiterung der Straße vorsehen, stehen voraussichtlich 2028 die Arbeiten an. Derzeit gehen die Planer davon aus, dass die Josef-Albers-Straße während dieser Phase für bis zu fünf Monate voll gesperrt werden muss. Die Stadt Bottrop hat bereits Abstimmungsgespräche mit den nahegelegenen Knappschaft Kliniken, Marienhospital Bottrop, dem Öffentlichen Personennahverkehr sowie mit weiteren Betroffenen geführt. Für die Buslinie zum Krankenhaus werden alternative Strecken eingerichtet.