Wasserwirtschaft und Stadtentwicklung gehen Hand in Hand
Forum „Gemeinsam für Emscher und Lippe“ drehte sich um die blaugrüne Entwicklung der Kommunen an den beiden Flüssen
Wasserwirtschaft und Stadtentwicklung gehören zusammen wie Emscher und Lippe. Wie durch innovatives Zusammenwirken dieser beiden Bereiche eine nachhaltige, resiliente und attraktive Zukunft für die Städte in der Emscher-Lippe-Region gestalten werden kann, stand am Dienstag (4.11.) in der Stadthalle Datteln im Fokus des Forums „Gemeinsam für Emscher und Lippe“, einer Kooperation zwischen Kommunen, den Wasserwirtschaftsverbänden Emschergenossenschaft/Lippeverband (EGLV) und dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen (MHKBD NRW).
Kooperationsvereinbarung „Gemeinsam für Emscher und Lippe“
Einst waren Emscher und Lippe wichtige Transportwege, an deren Ufern Siedlungen entstanden. Mit dem Einzug des Bergbaus und der industriellen Nutzung der Gewässer veränderte sich ihr Gesicht erheblich. Eine erneute Zeitenwende für Emscher und Lippe brachte das Ende des Bergbaus und die Transformation des Ruhrgebiets: Die Ära der Köttelbecken ist vorbei, künstliche Uferbefestigungen werden entfernt, durch Renaturierungsprojekte entstehen wieder natürliche und ökologisch wertvolle Gewässer – und damit auch Gebiete, in denen sich Menschen gerne erholen, Sport treiben, zusammenkommen und wohnen. „Viel zu lange wurden die Fragen ‚Was ist gut für den Fluss?‘ und ‚Was ist gut für die Menschen?‘ als Gegensätze verstanden. Wir betrachten nun beide Fragestellungen ganzheitlich und erreichen damit viel mehr für die Region und die Menschen, die hier leben“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender von EGLV.
Im September 2023 hatten das Land NRW, EGLV sowie die Emscher- und Lippe-Kommunen die Kooperationsvereinbarung „Gemeinsam für Emscher und Lippe“ unterzeichnet. Mit der Zusammenarbeit und der Verknüpfung von städtebaulichen, wasserwirtschaftlichen und gewässerökologischen Maßnahmen verbessern die beteiligten Akteure gemeinsam die blaugrüne Infrastruktur in der Region und schaffen gleichzeitig noch mehr Lebensqualität für die Menschen vor Ort.
Zahlreiche Projekte werden bis 2027 im Rahmen von „Gemeinsam für Emscher und Lippe“ umgesetzt: Freie Flächen in Nähe der Gewässer werden genutzt, um die Freizeit- und Wohnqualität zu verbessern. Zum Beispiel werden in einigen Städten Naschgärten mit Hochbeeten, Beerensträuchern und Obstbäumen entstehen. Menschen aus der Nachbarschaft werden gemeinsam die Gärten pflegen und die Früchte ihrer Arbeit genießen. In Bienengärten und sogenannten „Blauen Klassenzimmern“ in Städten wie Dinslaken, Datteln, Lünen oder Herten werden Kinder und Jugendliche an wichtige Themen wie Natur- und Umweltschutz herangeführt.
Die Finanzierung der Projekte erfolgt dabei zu 80 Prozent aus Städtebaufördermitteln des Landes und des Bundes, die restlichen 20 Prozent übernehmen Emschergenossenschaft und Lippeverband.