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© Stadt Bottrop

Mit kleineren Maßnahmen Straßen länger erhalten

Management zur Straßenunterhaltung will größeren Schäden vorbeugen.

Wasser ist der größte Feind für das Straßennetz. Dringt es in die obere Schicht einer Straße ein, zerstört es langsam aber sicher den Straßenaufbau. Wenn im Winter die Feuchtigkeit zu Eis gefriert, breiten sich kleine Risse zu größeren Aufbrüchen aus. Wartet man zu lange, wird die Straße zum kompletten Sanierungsfall, bei dem auch die unteren Tragschichten getauscht werden müssen.

Eine solche kleinere Sanierungsmaßnahme wird derzeit auf der Scharnhölzstraße durchgeführt. Hier wird nicht etwa das gesamte Straßenbauwerk erneuert, sondern lediglich die obere Schicht der Straße abgefräst und darauf eine neue Deckschicht aufgebracht. Der Erste Bauabschnitt von der Friedrich-Ebert-Straße bis zur Germaniastraße wurde bereits fertiggestellt und ist wieder befahrbar. Noch bis zum 24. Oktober sollen nach den Planungen die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt andauern, der von der Germaniastraße bis zur Pestalozzistraße reicht. Ist auch dieser Abschnitt saniert, beginnt der dritte und letzte Bauabschnitt zwischen Pestalozzistraße und bis Ostring. Hier sollen die Arbeiten am 27. Oktober beginnen und bis zum 5. November beendet sein.

Scharnhölzstraße vor der Sanierung© Stadt Bottrop
Scharnhölzstraße nach der Sanierung© Stadt Bottrop

Die Kosten belaufen sich auf rund 297.000 Euro, was für den Straßenbau relativ gering ist. Diese Kosten sollen sich in den kommenden Jahren amortisieren, weil im Gegenzug die Lebensdauer der Straße sich erhöht. Mit 45 Jahren Lebensdauer kalkuliert die Stadt Bottrop, wenn mindestens eine kleinere Erhaltungsmaßnahme durchgeführt wird. Bei mehr Zyklen kann die Lebensdauer auch weiter verlängert werden.

Ebenfalls bereits umgesetzt in dieser Reihe wurde der Ostring von der Horster Straße bis zur Scharnhölzstraße, die Lindhorststraße von der Plaggenbahn bis Fernewaldstraße und die Lindhorststraße von der Plaggenbahn bis zur Fernewaldstraße.

Grundlage der Planung ist eine systematische Erhebung des Straßenzustandes. Dies geschieht durch Befahrung der Straßen und auch durch Probebohrungen, die zeigen, in welchem Zustand sich Straßendecke und Unterbau befinden. Die Daten fließen in ein Bewertungssystem ein, das die Note 1 für Neubauzustand bis zur Note 5 für den totalen Sanierungsbedarf verteilt. Der Schwellenwert liegt bei 4 - hier besteht Handlungsbedarf. Im Falle der Scharnhölzstraße lag die Note bei 4,5, was noch kein totaler Sanierungsfall ist, aber dringendes Handeln erfordert, will man die Straße weiter erhalten.

Zur Auswertung der Daten hat die Stadt Bottrop eine Kooperation mit der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen und dem Lehrstuhl von Professor Christian Kuhlmann. Die Masse an Daten wird mit Hilfe einer KI ausgewertet und der Stadt Bottrop zur Verfügung gestellt.