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© Stadt Bottrop

Stadt plant attraktive Aufwertung der westlichen Innenstadt

Mit einem Neubau des Parkhauses an der Schützenstraße, hochwertigen Wohnungen auf dem heutigen City-Parkplatz und der Umgestaltung des Gleiwitzer Platzes soll die Stadt einen Schub bekommen.

Die Stadt Bottrop will die westliche Innenstadt in den kommenden Jahren schrittweise aufwerten und mehrere zentrale städtebauliche Projekte auf den Weg bringen. Eine entsprechende Beschlussvorlage der Verwaltung bildet nun die Grundlage für die weitere Planung und wird in den kommenden Wochen in den politischen Gremien beraten.

Stellen die Planungen und politische Bartungsfolge vor. Von links: Thomas Göddertz, Hermann Hirschfelder, Matthias Buschfeld und Klaus Müller© Stadt Bottrop

Im Mittelpunkt stehen drei städtische Flächen, deren Entwicklung in engem Zusammenhang betrachtet werden soll: das Parkhaus an der Schützenstraße, der heutige City-Parkplatz auf dem ehemaligen RAG-Gelände sowie der Gleiwitzer Platz.

Die Planungen wurden am Dienstag, 9. Juni 2026, im Rathaus vorgestellt. Neben Oberbürgermeister Mathias Buschfeld und dem Technischen Beigeordneten Klaus Müller nahmen auch die Vorsitzenden des Wirtschaftsförderungs- und Grundstücksausschusses, Hermann Hirschfelder, sowie des Ausschusses für Stadtplanung und Umweltschutz, Thomas Göddertz, an dem Pressegespräch teil. Die politische Entscheidung über die Vorlage soll Ende Juni fallen.

„In der westlichen Innenstadt wollen wir in den kommenden Jahren drei zentrale Schwerpunkte angehen“, erklärte Oberbürgermeister Matthias Buschfeld. Dazu gehörten die Zukunft des Parkhauses an der Schützenstraße und die damit verbundene Parkraumsituation, die Schaffung hochwertigen Wohnraums zur Stärkung der Innenstadt sowie die Entwicklung attraktiver öffentlicher Räume mit hoher Aufenthaltsqualität.

Neubau des Parkhauses an der Schützenstraße

Soll durch einen Neubau ersetzt werden: Parkhaus an der Schützenstraße© Stadt Bottrop

Ein zentraler Baustein der Planungen ist die Zukunft des Parkhauses an der Schützenstraße. Das in die Jahre gekommene Bauwerk ist seit Dezember 2025 teilweise gesperrt, nachdem an einer Auffahrtrampe ein durchgehender Riss zwischen der achten und neunten Ebene festgestellt worden war. Derzeit können lediglich die unteren sechs Etagen genutzt werden.

Nach Ermittlungen der städtischen Immobilienwirtschaft könnte das Parkhaus mit einem Aufwand von rund 50.000 Euro wieder vollständig in Betrieb genommen werden. "Wenn wir dies tun, kann es aber nur eine Übergangslösung sein", betont der Technische Beigeordnete Klaus Müller. "Aufgrund des Alters des Gebäudes sind weitere Schäden in den kommenden Jahren nicht auszuschließen, die immer wieder Reparaturkosten nach sich ziehen werden. Längerfristig ist daher ein Abriss und ein anschließender Neubau die wirtschaftlichere Lösung."

Die Reparatur soll dennoch erfolgen, um das Parkhaus bis zur Realisierung eines Neubaus weiter nutzen zu können. Für Planung, Ausschreibung und Vergabe rechnet die Stadt mit einem Zeitraum von etwa zwei Jahren. Das Parkhaus verfügt derzeit über rund 500 Stellplätze, von denen etwa 400 dauerhaft vermietet sind. Diese Kapazität soll mindestens erhalten bleiben. Je nach Planung könnte die Zahl der Stellplätze sogar auf bis zu 600 erhöht werden.

Wohnungsbau soll auf dem City-Parkplatz entstehen

Auch für den heutigen City-Parkplatz an der Ecke Hans-Böckler-Straße/Osterfelder Straße gibt es konkrete Entwicklungsüberlegungen. Auf dem ehemaligen Mitarbeiterparkplatz der RAG soll eine Kombination aus Parkgarage und hochwertigem Wohnungsbau entstehen.

Für die Umsetzung möchte die Stadt einen privaten Investor gewinnen. Dabei könnte das sogenannte „Bauturbo“-Verfahren nach § 246e Baugesetzbuch eine wichtige Rolle spielen. Die Regelung ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen die Genehmigung von Wohnbauprojekten, auch wenn diese sich nicht vollständig in die vorhandene Bebauung einfügen. Die gesetzliche Regelung ist derzeit bis Ende 2030 befristet.

Besondere Bedeutung misst die Stadt dem städtebaulich prägenden Kopfbau des ehemaligen RAG-Gebäudes bei. Ob für die Umsetzung ein Bebauungsplan erforderlich wird, soll auf Grundlage konkreter Investorenentwürfe geprüft werden.

Der Standort gilt aus Sicht der Verwaltung als gut geeignet für eine Parkgarage. Die bestehende Stellplatzkapazität von rund 180 Parkplätzen soll erhalten bleiben. Hinzu kommen die Stellplätze für die geplanten Wohnungen. Darüber hinaus sollen künftig auch die rund 50 Stellplätze des Gleiwitzer Platzes dort untergebracht werden.

Gleiwitzer Platz soll grüner und attraktiver werden

Gleiwitzer Platz: Soll ein öffentlicher Aufenthaltsraum mit viel Grün werden.© Stadt Bottrop

Die Umgestaltung des Gleiwitzer Platzes bildet den dritten Baustein des Gesamtkonzepts. Die Fläche wird derzeit überwiegend als Parkplatz genutzt und ist weniger ein Platz mit eigenständiger städtebaulicher Funktion.

Künftig soll dort ein attraktiver Aufenthaltsbereich mit hohem Grünanteil entstehen. Voraussetzung für die Umgestaltung ist allerdings, dass die wegfallenden Stellplätze an anderer Stelle ersetzt werden. Zudem müssen bestehende Nutzungen wie die Hol- und Bringzone, die Fernbushaltestelle sowie die Taxiwarteplätze entweder in die neue Gestaltung integriert oder an andere Standorte verlagert werden.

Für die Schaffung einer innerstädtischen Grünfläche sieht die Stadt gute Chancen auf Fördermittel aus der Städtebauförderung.

Übergangslösungen für Parkplätze während der Bauzeit

Übergangslösung für Dauerparker: Freifläche Am Lamperfeld© Stadt Bottrop

Während des Abrisses und Neubaus des Parkhauses an der Schützenstraße sollen Ersatzparkplätze zur Verfügung gestellt werden. Die Verwaltung hat dafür zwei mögliche Standorte identifiziert.

So könnte auf dem Berliner Platz vorübergehend wieder das Parken erlaubt werden. Derzeit prüft die Stadt gemeinsam mit der Bezirksregierung Münster, ob dies trotz bestehender Förderauflagen aus dem früheren Umbau des Platzes möglich ist.

Für Dauerparker ist zudem eine Übergangslösung am Lamperfeld vorgesehen. Auf einer bislang unbebauten Fläche gegenüber der Ortbergstraße könnten temporäre Stellplätze eingerichtet werden.

Beschlussvorschlag legt Fahrplan fest

Bei der vorliegenden Beschlussvorlage handelt es sich noch nicht um einen Baubeschluss. Vielmehr soll zunächst die grundsätzliche Vorgehensweise festgelegt werden. Die Verwaltung schlägt vor, die Projekte nacheinander umzusetzen: Zunächst soll die Zukunft des Parkhauses geklärt werden, anschließend die Entwicklung des City-Parkplatzes erfolgen. Die Umgestaltung des Gleiwitzer Platzes würde den Abschluss der Maßnahmen bilden.

Die Vorlage wird zunächst am 18. Juni im Wirtschaftsförderungs- und Grundstücksausschuss beraten. Es folgen Beratungen in der Bezirksvertretung Bottrop-Mitte am 23. Juni sowie im Bau- und Verkehrsausschuss am 24. Juni. Die abschließende Entscheidung soll am 26. Juni im Ausschuss für Stadtplanung und Umweltschutz getroffen werden.