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© Stadt Bottrop

Müllgebühren in Bottrop fast unschlagbar günstig

Die Stadt liegt in einem bundesweiten Ranking einer unabhängigen Studie auf Platz 12 der preiswertesten Städte.

Die Stadt Bottrop gehört bundesweit zu den Kommunen mit den niedrigsten Müllgebühren. Das zeigt das Müllgebührenranking 2026 von Haus & Grund Deutschland und dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW), das die Gebühren der 100 einwohnerstärksten Städte Deutschlands vergleicht. In einem gemeinsamen Mediengespräch stellte die Stadt Bottrop gemeinsam mit Haus und Grund und der BEST die Studie und die Hintergründe vor.

Das IW untersucht regelmäßig die Höhe der Abfallgebühren in allen deutschen Kommunen. Dabei werden die durchschnittlichen Gebühren eines vierköpfigen Haushalts nach einem Ranking zugrunde gelegt. In der neuesten Studie belegt Bottrop bundesweit Rang 12 und ist damit nach Essen die zweitgünstigste Stadt in Nordrhein-Westfalen. Bereits in der letzten Studie 2022 konnte Bottrop diesen Rang und diesen nun trotz Teuerungen bei den Entsorgungskosten stabil halten. Für Haus & Grund Rheinland Ruhr ist das ein Beleg dafür, dass eine effiziente Abfallentsorgung und bezahlbare Gebühren miteinander vereinbar sind.

Studie vorgestellt: Jannik Hohmann, Emilio Pintea, Walter Eilert und Ulrich Straub.© Stadt Bottrop

„Niedrige Müllgebühren entlasten die privaten Haushalte unmittelbar und leisten einen wichtigen Beitrag zu bezahlbaren Wohnkosten. Das gute Abschneiden Bottrops zeigt, dass wirtschaftliches Handeln und ein leistungsfähiger Entsorgungsservice Hand in Hand gehen können“, sagt Emilio Pintea, Verwaltungsratsvorsitzender der BEST AöR.

Walter Eilert, Präsident von Haus & Grund Rheinland Ruhr, sieht in dem Ergebnis ein positives Signal: „Kommunale Gebühren sind ein wichtiger Bestandteil der Wohnkosten. Bottrop zeigt, dass sie auf einem moderaten Niveau gehalten werden können. Davon profitieren Mieterinnen und Mieter ebenso wie selbstnutzende Eigentümer.“ Für Ulrich Ulrich Straub, Geschäftsführer Haus und Grund Bottrop, haben Klagen über hohe Wohnkosten oft auch ihre Ursache in den Nebenkosten, zu denen auch die Müllgebühren gehören. "Die reine Grundmiete ist oft gar nicht das Problem".

BEST-Prokurist Jannik Hohmann unterstrich, dass auch die Bürgerinnen und Bürger selbst dazu beitragen können, die Kosten der Abfallentsorgung niedrig zu halten. Eine konsequente Mülltrennung und die richtige Entsorgung helfen, die Entsorgungssysteme effizient zu betreiben und unnötige Kosten zu vermeiden. Bei der Information hilft auch Haus & Grund durch das Bereitstellen von Informationsmaterial, mit dem MieterInnen über die richtige Mülltrennung und Abfallentsorgung aufgeklärt werden können.

Wie sich in den Kommunen in Zukunft die Müllgebühren entwickeln, hängt von vielen Faktoren ab. Zum einen sind es gesetzliche Regelungen, wie zum Beispiel die CO2-Bepreisung. Werden die Immissionen teurer, erhöhen sich zwangsläufig auch die Kosten für die Müllverbrennung. In Bottrop profitieren die Bügerinnen und Bürger von einem langfristigen Vertrag mit RWE aus dem Jahr 2013 für die Entsorgung in Essen-Karnap, der allerdings 2028 ausläuft. Die Anlage liefert neben Strom auch Fernwärme. Weitere Faktoren sind die Entwicklungen für Rohstoffpreise bei Altkleidern und Altpapier, mit denen die Müllentsorger regelmäßig Einnahmen erzielen und so die Gebühren senken können.

Teurer wird es für die Gebührenzahler, sollte die Entsorgung für Bio-Abfälle in Welheim nicht mehr möglich sein. Zum Hintergrund: Die Stadt hat aufgrund der Geruchsbelästigung eine Stilllegung verfügt, die der Betreiber allerdings vor dem Verwaltungsgericht anfechtet. Wenn in Zukunft die Abfälle woanders, beispielsweise über einen großen überregionalen Anbieter, entsorgt würden, rechnen Stadt und BEST mit Mehrkosten von rund 500.000 Euro, die dann auf die BEST-Kunden umgelegt werden müssten.

Bei der BEST arbeitet man derweil an einer Gebührensystematik und Abholturnus der Zukunft. Um Gebühren bedarfsgerechter und zielgenauer kalkulieren und den Kunden ein gutes Angebot machen zu können, will man mehr Flexibilität einführen. So könnten verschiedene Technik zum Einsatz kommen, wie Chips an den Mülltonnen. Mit ihnen kann jede Tonne genau erfasst werden, so dass Tonnen erst dann geleert werden, wenn sie tatsächlich gefüllt sind. Dies würde sich positiv auf die Gebühren auswirken. Wer Müll vermeidet, würde automatisch sparen. Ähnliches wäre mit einem Strichcodeverfahren denkbar. Hier ist die BEST aber noch in der Prüfung und Planung, sodass eine kurzfristige Einführung derzeit noch nicht ansteht. Über die Umstellung müssten dann auch die politischen Gremien beraten, denn ein solches Verfahren würde die Änderung der Gebührensatzung nach sich ziehen.

Zur Studie

Haus & Grund und das Institut der deutschen Wirtschaft hatten die Müllgebühren in den nach Einwohnerzahl 100 größten Städten Deutschlands untersucht. Zum Vergleich dienten die jeweiligen Gebühren der Kommunen anhand eines fiktiven Musterhaushalts. Den Musterhaushalt bildeten zwei Erwachsene und zwei Kinder, die vier Müllsorten produzieren: Restmüll, Biomüll, Sperrmüll und Altpapier.