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© Luftbild/Blossey

78 Millionen Euro an Fördergeldern für Freiheit Emscher

Mit den Fördermitteln des Landes und der Europäischen Union wird im Essener Norden und Bottroper Süden eine produktive und grüne Stadt der Zukunft entstehen.

Für das Dekadenprojekt Freiheit Emscher wurde eine neue Stufe gezündet, denn mit Geldern des Landes NRW und der Europäischen Union geht es nun an die Entwicklung der Welheimer Mark im Bottroper Süden und des Gewerbegebietes Emil Emscher im Essener Norden. Staatssekretär Paul Höller vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie (MWIKE) Nordrhein-Westfalen überreichte am Mittwoch, 7. Januar 2026, im Bottroper Malakoffturm die Zuwendungsbescheide in Höhe von rund 78 Millionen Euro. Die Gelder fließen in das derzeit größte Entwicklungsprojekt in Nordrhein-Westfalen.

Förderbescheid erhalten. Von Links: Ulrich Paetzel, Matthias Buschfeld, Paul Höller, Thomas Kufen, Gernot Pahlen und Michael Kalthoff..© Stadt Bottrop

Damit bekräftigt die Landesregierung ihre Unterstützung für das interkommunale Stadtentwicklungsprojekt. Freiheit Emscher ist ein Kooperationsvorhaben der Städte Essen und Bottrop gemeinsam mit der RAG Montan Immobilien GmbH (RAG MI). Auf einer Gesamtfläche von rund 1.700 Hektar soll in den kommenden Jahren ein wirtschaftsstarker und klimagerechter Stadtraum entstehen.  Im Zentrum dieses Wandels steht die wirtschaftliche und ökologische Aufwertung fünf ehemaliger, im Projektraum gelegener Bergbaubrachen.

Mit den Mitteln aus dem Just Transition Fund (JTF) fördern das Land und die Europäische Union bis 2029 die ersten Umsetzungsschritte.

Fünf Flächen, zwei Städte, ein gemeinsames Projekt

Wichtiger Meilenstein für Freiheit Emscher. Gernot Pahlen© Stadt Bottrop

„Die Übergabe der JTF-Zuwendungsbescheide ist ein wichtiger Meilenstein für Freiheit Emscher“, sagte Gernot Pahlen, Geschäftsführer der gemeinsam von den Städten und der RAG Montan Immobilien gegründeten Freiheit Emscher Entwicklungsgesellschaft mbH (FEEG). „Unser Ansatz, die Fördermittel im Sommer 2023 als Verbund von Bottrop, Essen, RAG MI und der Emschergenossenschaft zu beantragen, war richtig. Hier wurde von Beginn an einem Strang gezogen – ein Erfolg mit Vorbildfunktion für interkommunale Zusammenarbeit weit über die Region hinaus.“

Bottroper Süden wird profitieren. Matthias Buschfeld© Stadt Bottrop

Im Verbundprojekt Freiheit Emscher fließen die JTF-Fördermittel in die nachhaltige Entwicklung der ersten beiden von insgesamt fünf Entwicklungsflächen: Emil Emscher im Essener Stadtteil Vogelheim und Welheimer Mark in Bottrop. Bottrops Oberbürgermeister Matthias Buschfeld erläuterte die Bedeutung des Projekts für die Entwicklungsziele der Stadt: „Bottrop hat sich zu einer Vorreiterin in Sachen Klimaschutz und nachhaltiger Stadtentwicklung gewandelt. Dieser Vorreiterrolle möchten wir auch mit Freiheit Emscher gerecht werden. Von den geplanten städtebaulichen Maßnahmen und der verbesserten Verkehrsanbindung wird auch der Bottroper Süden profitieren.“

Vorbild für urbane Transformation der Zukunft

Den Modellcharakter von Freiheit Emscher hob auch Wirtschaftsstaatssekretär Paul Höller hervor: „Der Just Transition Fund unterstützt vom Bergbau geprägte Regionen dabei, den Übergang zu einer klimaneutralen europäischen Wirtschaft zu gestalten. Mit Kooperation über Stadtgrenzen hinweg und einer klaren Vision, die Innovation, Nachhaltigkeit und Lebensqualität vereint, setzt Freiheit Emscher Maßstäbe innerhalb des Programms – so hat der Strukturwandel im Ruhrgebiet Zukunft.“

Essen setzt die JTF-Förderung dazu ein, die rund 19 Hektar große Fläche Emil Emscher – Standort der gleichnamigen, 1973 stillgelegten Zeche – zu sanieren und baureif zu machen. Ein fünf Kilometer langer Gewerbeboulevard soll die Fläche mit dem Bottroper Süden verbinden. Der als 25 Meter breite Allee geplante Boulevard soll ein gleichberechtigtes Neben- und Miteinander von motorisiertem und nicht-motorisiertem Verkehr ermöglichen. Dank Trassen für Rad- und Fußverkehr, Grünstreifen und Aufnahmeflächen für Regenwasser zeichne sich der Boulevard als zukunftsweisende Mobilitätsachse aus, wie der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen betonte.

Wasserwirtschaft und städtebauliche Entwicklung gehen Hand in Hand

Fläche in der Welheimer Mark© Stadt Bottrop

Auf Bottroper Seite entwickelt Freiheit Emscher die Fläche in der Welheimer Mark zum Standort für Forschungseinrichtungen und wissensbasierte Unternehmen. Die unmittelbare Nähe zur Kläranlage der Emschergenossenschaft prädestiniert die Fläche für zirkuläres, nachhaltiges Wirtschaften. Auch in der Welheimer Mark stellt der Ausbau des Gewerbeboulevards den ersten Schritt dar, um die Fläche an die benachbarte Verkehrsinfrastruktur anzuschließen. Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, informierte über die Renaturierung der Aspelflötte – eine Maßnahme, die das Gebiet ökologisch enorm bereichern wird.

Erster Bebauungsplan im Frühjahr 2026

Freiheit Emscher bietet hervorragende Chancen, urbane Transformation und nachhaltiges Wachstum mit der sozial-ökologischen Aufwertung der angrenzenden Quartiere in Essen und Bottrop zu verbinden. Wie wichtig dabei die enge Zusammenarbeit mit den Städten ist, machte Michael Kalthoff, Vorsitzender der Geschäftsführung RAG Montan Immobilien, deutlich: Die Sanierungsarbeiten würden konsequent an die Zeithorizonte der Bebauungsplanungen angepasst und eng mit den kommunalen Prozessen abgestimmt, um die Entwicklung im Zeitplan zu halten. So solle im Frühjahr 2026 der Bebauungsplan für Emil Emscher verabschiedet werden, den Satzungsbeschluss für die Welheimer Mark strebe man ein Jahr darauf an. Die drei weiteren Entwicklungsflächen Sturmshof, Hafen Coelln-Neuessen und Prosper II stehen derzeit noch unter Bergaufsicht. Ihre sukzessive Erschließung soll in den kommenden Jahren die Vision von Freiheit Emscher als produktive und klimagerechte Stadt der Zukunft vollenden.