Auf Franz Haniel beginnt eine neue Ära
Die Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Zechengelände beginnen. Bis 2027 sollen die Flächen für die Ansiedlung neuer Unternehmen zur Verfügung stehen.
Im Ruhrgebiet gibt es einen deutlichen Mangel an entwicklungsfähigen Gewerbeflächen. Bottrop hat das Glück, dass eine große Fläche auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Franz Haniel in den kommenden zwei Jahren für die Ansiedlung neuer Gewerbetriebe zur Verfügung stehen soll. Auf dem Gelände beginnen nun der Rückbau und die Abrissarbeiten aller Gebäude, die nicht unter Denkmalschutz stehen.
Viel sehen wird man von diesen Arbeiten zunächst nicht, denn der Abriss beginnt in der ersten Phase erst einmal im Inneren der Gebäude. Ab Oktober beginnen dann die eigentlichen Abrissarbeiten der leeren Gebäudehüllen. Zugleich wird im Hintergrund an den notwendigen Planverfahren gearbeitet, um das Gelände überhaupt einer neuen Nutzung zuführen zu können. Dazu sind zwei Pläne entscheidend: Zum einen der Abschlussbetriebsplan, den RAG Montan Immobilien (RAG MI) bei der Bezirksregierung Arnsberg auf dem Weg bringt, um die Fläche aus dem Bergrecht zu entlassen und zum anderen der Bebauungsplan der Stadt Bottrop, der eine neue Entwicklung auf dem Gelände ermöglicht.
"Der Abschlussbetriebsplan wird parallel zum Bebauungsplan erarbeitet“, sagt Oberbürgermeister Bernd Tischler. Dies sei ein Novum, denn üblich war es in der Regel bisher, dass bei Bergbauflächen erst der Abschlussbetriebsplan erstellt und erst danach ein Bebauungsplan aufgestellt wird. "Dabei würde aber zu viel ungenutzte Zeit ins Land gehen", so Tischler. "Deswegen haben wir uns entschlossen parallel zu arbeiten, um auf dem Gelände möglichst schnellt neue Gewerbebetriebe ansiedeln zu können." Ziel ist, das 2027 beide Verfahren abgeschlossen sind und dann mit der Vermarktung begonnen werden kann.
"Aus unserer Sicht stehen zwar einige Aufgaben an, die wir abwickeln müssen, sehen aber nichts Dramatisches, was uns auf dieser Fläche erwartet", sagt Michael Kalthoff, Vorstandsvorsitzender der RAG Aktiengesellschaft. "Wir haben lediglich leichtere Hotspots festgestellt, davon sind drei schon bearbeitet. Wichtiger Punkt ist, dass dies hier kein Kokereistandort war, bei dem die Bodenproben viel verunreinigter wären, als das, was wir hier vorfinden."
Sowohl für Bernd Tischler als auch für Michael Kalthoff hat das Grundstück eine "Top-Lage". Denn mit seiner Nähe zur Autobahn A2 ist die Fläche gut an den Fernverkehr angebunden. Zum anderen gibt es eine attraktive Verbindung zur Natur in Richtung Köllnischer Wald und zur Halde Haniel. "Wir sind guter Dinge, dass wir ab 2027 mit dem Verkauf und der Ansiedlung von Firmen beginnen können", sagt Michael Kalthoff. "Wir werden hier 2027, 2028 ein ganz anderes Bild vorfinden können, als es heute der Fall ist."
Denkmalgeschützt ist auf dem Gelände der markante Förderturm. Er bleibt als prägendes Element bestehen und wird jetzt eingefasst in eine Grünflächenachse. Sie ist nicht nur das Verbindungsstück zur Halde, sondern teilt das Areal in zwei Teile. Als Gewerbeflächen stehen rechts und links davon 13 und 12,5 Hektar zur Verfügung. Auch weitere denkmalgeschützte Gebäude, wie die Werkstatthalle bleiben stehen und werden in das neue Gewerbegebiet eingebunden.
Erschlossen werden soll das Gewerbegebiet durch eine neue Straße. Sie so angelegt werden, dass sie weiter von der angrenzenden Wohnbebauung entfern sein wird. Neben einer leistungsfähigen Anbindung der Gewerbefläche soll dadurch auch eine Verbesserung der Wohnsituation in unmittelbarer Nachbarschaft erreicht werden.