Oberbürgermeister besucht Lernförderung in Ebel
Erfolgreiches Bildungsangebot unterstützt seit vielen Jahren Kinder und Jugendliche
Bei einem Besuch im Stadtteilzentrum Ebel 27 hat sich Oberbürgermeister Matthias Buschfeld über die dort stattfindende Lernförderung informiert. Gemeinsam mit Schul- und Sozialdezernentin Karen Alexius-Eifert sowie dem Leiter des Referats Migration Thomas Schwarzer ist er intensiv mit den Studierenden ins Gespräch gekommen, die die Schülerinnen und Schüler vor Ort begleiten und unterstützen. Matthias Zimmermann, der die Stadtteil- und Netzwerkarbeit in Ebel koordiniert, führte die Gruppe durch die Räumlichkeiten und den Garten, der an den Bernepark angrenzt.
Die Lernförderung richtet sich insbesondere an Kinder und Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte und unterstützt Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 13 auf ihrem Bildungsweg. Derzeit nehmen an den drei Standorten – im Berufskolleg Bottrop, im Stadtteilzentrum Ebel 27 und im Stadtteilzentrum Welheim 64 – rund 110 Kinder und Jugendliche teil.
„Die engagierte Arbeit, die hier geleistet wird, ist eine unglaublich wertvolle Unterstützung für die Kinder und Jugendlichen, die dieses Angebot nutzen“, betonte Oberbürgermeister Buschfeld beim Besuch. „Das Projekt kenne ich seit vielen Jahren und die Erfolge, die wir damit erzielen, sind deutlich sichtbar. Besonders beeindruckend ist, dass ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer heute selbst Verantwortung übernehmen und junge Menschen auf ihrem Weg begleiten.“ Der Oberbürgermeister dankte den Förderkräften ausdrücklich für ihr großes Engagement.
Bereits seit 2004 unterstützt die Stadt Bottrop mehrsprachig aufwachsende Kinder und Jugendliche im Bildungsbereich. Ursprünglich als „Förderunterricht“-Projekt der Stiftung Mercator gestartet, hat sich daraus die heutige Lernförderung entwickelt. Das Angebot geht dabei weit über eine klassische Hausaufgabenbetreuung hinaus: Die Schülerinnen und Schüler erhalten pädagogische sowie fachliche Unterstützung in den Hauptfächern – mit dem Ziel, sie langfristig zu einem höheren Schulabschluss zu führen.
Koordiniert wird die Lernförderung von Alexandra Bauß aus dem Referat Migration. Sie erläutert: „Die Lernförderung ist ein kostenloses Angebot und bietet den Schülerinnen und Schülern einen geschützten Raum zum Lernen und Arbeiten. Viele der Studierenden bringen eigene Erfahrungen mit ein und können dadurch einen besonders guten Zugang zu den Kindern und Jugendlichen finden.“
Die persönliche Bedeutung des Projekts wurde bei den Gesprächen mit den Studierenden besonders sichtbar. Viele von ihnen haben früher selbst die Lernförderung besucht und geben ihre Erfahrungen heute an die nächste Generation weiter.
Lehramtsstudentin Melise Gür berichtet, dass sie „in der vierten Klasse keine so starke Schülerin war. Dann habe ich durch die Förderung hier aufgeholt und plötzlich Einsen geschrieben. Damals habe ich mir vorgenommen: Ich werde selbst Lehrerin.“
Auch Irem Karaarslan, die Sozialwissenschaften studiert, war früher Teilnehmerin der Lernförderung. Für sie steht neben der schulischen Unterstützung vor allem der Gedanke der Chancengerechtigkeit im Mittelpunkt: „Viele Familien können sich keine Nachhilfe leisten. Hier bekommen Kinder und Jugendliche kostenlos Unterstützung.“
Eindrucksvoll schildert auch Arda Aslan Demirel seinen eigenen Weg. Von der fünften bis zur 13. Klasse nahm er selbst regelmäßig an der Lernförderung teil. „Erst einmal haben wir jede Fünf auf eine Drei gebracht. Später habe ich dann ein gutes Abitur gemacht. Ohne die Lernförderung wäre das nicht möglich gewesen.“ Für ihn sei das Angebot weit mehr als Nachhilfe gewesen: „Es war auch ein Sozialraum. Durch meine eigenen Erfahrungen weiß ich genau, wie ich mit den Kindern sprechen kann.“
Auch Yonca Günes verbindet viele persönliche Erinnerungen mit dem Angebot: „Ich war selbst während meiner Abiturphase hier, um Unterstützung in Englisch zu bekommen. Gleichzeitig habe ich damals schon anderen Schülerinnen und Schülern in den Fächern geholfen, in denen ich stark war.“
Schul- und Sozialdezernentin Karen Alexius-Eifert hob die nachhaltige Wirkung des Projekts hervor: „Die Lernförderung zeigt eindrucksvoll, wie wichtig verlässliche Bildungsangebote und persönliche Begleitung sind. Hier entstehen Perspektiven, Selbstvertrauen und echte Bildungschancen. Dass ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer heute selbst junge Menschen unterstützen, ist ein starkes Zeichen dafür, wie nachhaltig dieses Angebot wirkt.“
Die Lernförderung findet montags bis donnerstags in Kleingruppen statt. Die jeweiligen Zeiten und Standorte werden individuell abgestimmt.