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Gewerbeboulevard in der Welheimer Mark

Der Gewerbeboulevard ist eine fünf Kilometer lange Allee. Er beginnt im Norden an der Prosperstraße (L641) in Bottrop und reicht bis zur B224 auf Essener Gebiet. Der Zweck ist eine Erschließung und überregionale Anbindung der geplanten Gewerbe- und Industriestandorte im Projektgebiet Freiheit Emscher.

Förderung

Fördergeber:

Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

Förderkennzeichen:

EFRE-20600080

© EU / Land NRW

Hintergrund des Projekts

© EU / Land NRW

Die Stadt Bottrop ist dem EFRE/JTF-Förderaufruf „Nachhaltige Flächenentwicklung zur Schaffung attraktiver Wirtschaftsstandorte“ des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein- Westfalen (MWIKE) gefolgt und erhält für das Projekt „Freiheit Emscher – Ausbau des Gewerbeboulevards (1. Bauabschnitt)“ Fördermittelzuwendungen in Höhe von etwa 10,5 Millionen Euro. Die Zuwendungen bestehen sowohl aus EFRE-Mitteln der Europäischen Union als auch aus Mitteln des Landes Nordrhein- Westfalen. Die Gesamtkosten des Projekts betragen circa 12 Millionen Euro. Das Projektende ist im Jahr 2029.

Das Vorhaben ist Teil des Kooperationsprojektes Freiheit Emscher, innerhalb dessen im Bottroper Süden und im Essener Norden ehemals bergbaulich genutzte Flächen revitalisiert und einer gewerblichen Nutzung zugeführt werden. Ziel der vorliegenden Maßnahme ist die Realisierung eines Abschnittes des sog. Gewerbeboulevards als erster Baustein zur Entwicklung des Gewerbegebietes Welheimer Mark. Gegenstand der Maßnahme sind die Erstellung eines Teilabschnitts des Gewerbeboulevards sowie die Kosten für den Grunderwerb, die Verdachtsflächenuntersuchung inklusive der begleitenden Maßnahmen der Kampfmittelbeseitigung.

Gesamtvorhaben Freiheit Emscher

Das Projekt „Freiheit Emscher“ ist ein Kooperationsprojekt der Städte Bottrop und Essen sowie der RAG Montan Immobilien GmbH. Ziel ist es, städtebauliche Erneuerungen auf über 800 ha Gewerbe- und Industriearealen sowie angrenzenden Wohnsiedlungen und Freiflächen in einem definierten Bereich von etwa 1.700 ha zu initiieren und umzusetzen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Reaktivierung und städtebaulichen Integration ehemaliger Bergbauflächen, welche insgesamt rund 150 ha umfassen und als Katalysatoren des Erneuerungsprozesses fungieren sollen. Innerhalb dieses Rahmens fokussiert sich das Projekt auf spezifische Potenzialflächen in Bottrop und Essen, darunter „Prosper II“, „Welheimer Mark“, „Sturmshof“, „Hafen Coelln-Neuessen“ und „Emil Emscher“.

Der Gewerbeboulevard: Eine neue städtische Hauptverkehrsstraße

Der Gewerbeboulevard beginnt im Norden an der Prosperstraße (L641) in Bottrop und reicht bis zur B224 auf Essener Gebiet. Über die fünf Kilometer lange Allee werden die geplanten Gewerbe- und Industriestandorte ebenso wie der Bestand erschlossen und sorgt für eine überregionale Anbindung. Zusätzliche städtische Erschließungsstraßen sorgen darüber hinaus für die weitere räumliche Vernetzung der Entwicklungsflächen untereinander und mit den bestehenden Strukturen in den Stadtteilen.

Die Planung des Gewerbeboulevards als 25 Meter breite Allee ist dabei nicht nur eine attraktive Infrastruktur-Lösung, sondern macht auch ein gleichberechtigtes Neben- und Miteinander von motorisiertem und nicht-motorisiertem Verkehr möglich. Dem Individual- und Gewerbeverkehr stehen in diesem Konzept dabei zwei Spuren zur Verfügung. Geh- und Radwege wiederum erhalten auf jeder Seite eine für alle Nutzergruppen attraktive Breite. Gleich vier Grünstreifen sorgen zudem für eine optische Trennung der einzelnen Spuren und erhöhen die Freiraumqualität für Fußgänger und Radfahrer. Auf diese Weise zahlt Freiheit Emscher auch mit den Planungen zum Gewerbeboulevard gezielt auf das Thema Intermodalität und Nachhaltigkeit ein.

© Stadt Bottrop
© Stadt Bottrop

Abschnittsweise Realisierung

Der Gewerbeboulevard kann nicht in einem Schritt über die gesamte Länge gebaut werden, sondern muss in Abschnitten realisiert werden. Mit dem Abschnitt im Bereich Welheimer Mark soll jetzt ein erster Bauabschnitt realisiert werden und die Basis für Erschließung des Raumes Freiheit Emscher bilden. Die Anbindung an das bestehende Straßennetz ist nach Norden erst komplett, wenn die Unterführung und der nördlich anschließende Teilabschnitt realisiert wurden. Über die bestehenden Straßen ist der erste Teilabschnitt des Gewerbeboulevards aber vollständig nutzbar und die Erschließung des Gewerbegebietes möglich.

Die geförderte Maßnahme

Die Maßnahme umfasst den Ausbau der öffentlichen Verkehrsflächen in der Straße ‚In der Welheimer Mark‘ von rd. 550 Metern zwischen der Lüringstraße und dem Haverkamp. Im Zuge dieser Ausbauarbeiten wird ebenfalls der Entwässerungskanal (Schmutz- und Regenwasser) in offener Bauweise auf einer Gesamtlänge von rd. 900 Metern erneuert.

Der geplante Straßenbau soll in der Fahrbahn sowie in den Radwegen aus einem Asphaltausbau und die übrigen Bereiche in Pflasterbauweise aus Betonsteine (Gehwege, Zufahrten, Inselköpfe) hergestellt werden. Das Oberflächenwasser wird über eine einzeilige Rinne zu den Mulden-Rigolen-Systemen, Versickerungsmulden oder Straßenabläufen geführt und abgeleitet.

Bürgerinformationsveranstaltung Welheimer Mark

Am 3. Juli 2025 fand eine Informationsveranstaltung für die Eigentümer/*innen und Anwohner/*innen statt. Im Rahmen der Informationsveranstaltung wurden die Konzepte und Ausbauplanungen vorstellen, Anregungen zur Planung erörtert, erste Daten zum Bauablauf mitgeteilt und Fragen der Anwohner und Anwohnerinnen beantwortet. 

Die Anwohnerversammlung war der Auftakt einer Reihe weiterer Informationsveranstaltungen, die mit der Entwicklung des 1.700 Hektar großen Gewerbegebiets folgen werden.