Ablauf bei Kampfmittelfunden
Aufgrund der Geschichte des Ruhrgebiets können bei Bauarbeiten vereinzelt Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt werden. Für das Stadtgebiet Bottrop ist in diesen Fällen die Bezirksregierung Arnsberg zuständig. Vor vielen Baumaßnahmen werden routinemäßig Sondierungsarbeiten durchgeführt. Grundlage dafür sind unter anderem historische Luftaufnahmen, mit deren Hilfe Bereiche identifiziert werden, in denen sich möglicherweise Bomben, Granaten oder Munition im Boden befinden könnten. Findet ein Bauvorhaben in einem solchen Bereich statt, wird der Untergrund vorsorglich untersucht.
Wird dabei ein Kampfmittel festgestellt, kann aus Sicherheitsgründen eine Evakuierung erforderlich werden. Der Evakuierungsradius liegt in der Regel – abhängig von Größe und Art des Fundes – zwischen 250 und 500 Metern. Für betroffene Bürgerinnen und Bürger wird eine Ausweichunterkunft eingerichtet, in der Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) oder der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) die Betreuung und Versorgung übernehmen. Häufig kommen Shuttlebusse zum Einsatz, um den Transport dorthin zu erleichtern. Es wird empfohlen, wichtige Dokumente, notwendige Medikamente und persönliche Dinge mitzunehmen.
Die Evakuierung wird vor Ort durch das Kommunale Ordnungsamt koordiniert. Den Anweisungen der Einsatzkräfte ist Folge zu leisten. Zur Sicherung des Bereichs werden Straßensperren eingerichtet, Polizei und Feuerwehr unterstützen den Einsatz. Die Evakuierungsmaßnahmen dauern an, bis das Kampfmittel fachgerecht entschärft oder beseitigt wurde. Erst danach können alle Bewohnerinnen und Bewohner der Evakuierungszone wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.