Einbürgerungsfeier im Rathaus
48 Bottroperinnen und Bottroper erhalten die deutsche Staatsangehörigkeit
Im Rahmen einer feierlichen Einbürgerungsveranstaltung am Donnerstag, 1. Oktober, hat die Stadt Bottrop 48 Menschen als neue deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger im Ratssaal des Rathauses willkommen geheißen.
Kristina Jaroszuk, Abteilungsleiterin in der Ausländerbehörde, betonte in ihrer Ansprache, dass hinter jeder Einbürgerung eine persönliche Lebensgeschichte und eine bewusste Entscheidung stünden. „Heute stehen Sie im Mittelpunkt mit Ihren Geschichten und Ihrem Weg hierher. Hinter jedem Antrag steht ein Mensch – jeder verdient es, gesehen zu werden“, sagte sie. Die 48 Eingebürgerten haben unterschiedliche familiäre und persönliche Hintergründe. Sie kommen unter anderem aus Belarus, Madagaskar, Polen, Kenia, Kroatien, Syrien, Marokko, Ungarn, Rumänien, Vietnam, Georgien, Griechenland, der Türkei, dem Irak, Sri Lanka, Afghanistan, Serbien, Peru und Bosnien-Herzegowina. Eine Einbürgerung bedeute dabei nicht, die eigene Geschichte oder die Verbundenheit mit dem Herkunftsland aufzugeben, vielmehr komme mit der deutschen Staatsangehörigkeit ein weiterer Teil der persönlichen Identität hinzu. Seit 2024 ist grundsätzlich auch die Mehrstaatigkeit möglich.
Einen persönlichen Einblick in ihren eigenen Weg gab Hajra Dorow, Vorsitzende des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration der Stadt Bottrop. Sie berichtete, dass sie selbst vor Jahren aus Bosnien-Herzegowina geflohen sei. Seit dem Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit engagiert sie sich politisch in Bottrop. Dorow ermutigte die neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, ihre neu erworbenen Rechte aktiv zu nutzen und sich in die Gesellschaft einzubringen. Die deutsche Staatsangehörigkeit stehe nicht nur für Rechte und Freiheiten. Sie eröffne auch die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und das gesellschaftliche Leben aktiv mitzugestalten.
Auch Oberbürgermeister Matthias Buschfeld gratulierte den neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern zu ihrer Einbürgerung. In seiner Ansprache erinnerte er an einen Satz von Willy Brandt aus dessen erster Regierungserklärung als Bundeskanzler: „Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein und werden, im Innern und nach außen.“ Der Begriff des Nachbarn könne dabei als Leitgedanke für das gesellschaftliche Miteinander verstanden werden, so der Oberbürgermeister. Nachbarschaft stehe für Begegnung, gegenseitigen Respekt und das gemeinsame Leben in einer Stadt. Gerade die unterschiedlichen Lebensgeschichten der Menschen machten die Vielfalt einer Stadtgesellschaft aus. Im Anschluss nahm er das Treueversprechen auf das Grundgesetz und die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland ab. Danach überreichte er gemeinsam mit Kristina Jaroszuk die Einbürgerungsurkunden.
Mit der Übergabe der Urkunden wurde die feierliche Veranstaltung abgeschlossen. Für die 48 neuen deutschen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger ist die Einbürgerung ein wichtiger Schritt in ihrem persönlichen Lebensweg – und zugleich die Möglichkeit, ihre Zukunft als Teil der deutschen und Bottroper Stadtgesellschaft aktiv mitzugestalten.