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Trauer um Altbürgermeister Bernhard Thiehofe

Stadt verliert einen engagierten Mitbürger und Urgestein des Bergbaus.

Altbürgermeister Bernhard Thiehofe© Stadt Bottrop

Bernhard Thiehofe ist tot. Der Altbürgermeister verstarb im Alter von 93 Jahren. Oberbürgermeister Matthias Buschfeld sprach den Angehörigen sein Beileid aus. "Mit Bernhard Thiehofe hat die Stadt einen engagierten Bürger verloren, der nicht nur in der Politik, sondern auch in zahlreichen Vereinen aktiv war", so Buschfeld. "In der Stadt war er vor allem als ehemaliger ehrenamtlicher Bürgermeister bekannt. Beruflich war er mit dem Bergbau verbunden, immer eine Stimme der Bergleute in der Politik und seiner Partei der CDU sowie ein exzellenter Kenner der Bergbaugeschichte. Durch seine Doppelrolle als Bergbau-Fachmann und Kommunalpolitiker galt Bernhard Thiehofe vielen Bottropern als einer der prägenden Vertreter der Generation, die den Wandel Bottrops von der Bergbaustadt zum heutigen Dienstleistungs- und Gewebestandort miterlebt hat."

Bernhard Thiehofe gehörte dem Rat der Stadt Bottrop von 1976 bis 2004 an. In den Jahren 1992 bis 2004 war er ehrenamtlicher Bürgermeister. Im Jahr 1989 wurde ihm aufgrund seiner Verdienste für die Stadt Bottrop die Stadtplakette verliehen.

Thiehofe wurde 1933 geboren und ist in Bottrop im Ortsteil Fuhlenbrock aufgewachsen. Dem Stadtteil blieb er zeitlebens verbunden. Verbunden blieb er auch immer dem Bergbau, der seinen beruflichen Werdegang geprägt hatte. Zuletzt war er in seiner aktiven beruflichen Zeit auf dem Bergwerk Walsum als Grubenbetriebsleiter tätig. Seine berufliche Laufbahn fiel in die Zeit, als Bottrop noch stark vom Bergbau geprägt war und die Zechen Prosper-Haniel, Prosper I/II und andere den wirtschaftlichen Mittelpunkt der Stadt bildeten.

In vielen Vorträgen konnte er seine Zuhörer durch seine großen Kenntnisse der Geschichte des Bergbaus begeistern - immer gespickt mit Anekdoten. Daneben war er in vielen Vereinen ehrenamtlich aktives Mitglied. Thiehofe gehörte zu den Mitbegründern des Heimatvereins „Plattdütsche ut Waold un Hei“. Mehr als 30 Jahre war er der Vorsitzende des Vereins und viele Freizeitaktionen hat er mit aus der Taufe gehoben. Eine davon ist das Osterfeuer der Plattdütschen auf der Halde Haniel, das inzwischen mehr als 1.000 Besucher anlockt.

Bernhard Thiehofe war auf vielen Feldern ehrenamtlich tätig. Er war in der katholischen Kirche stark engagiert und unter anderem auch Mitbegründer und langjähriges Mitglied der Kolpingfamilie in Fuhlenbrock. Darüber hinaus war er Ehrenmitglied bei den Fuhlenbrocker und Eigener Schützen sowie Mitglied der 3. Kompanie der Alten Allgemeinen sowie von BW Fuhlenbrock und Adler 07. Zudem war er aktiver Sänger, immer mit der Liebe auch zum bergmännischen Liedgut, im Männerquartett 1881.