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Jüdische Gemeinde in Gelsenkirchen besucht

Oberbürgermeister Matthias Buschfeld: Gute Kontakte und Beziehungen sollen weiter fortgeführt und gefestigt werden.

Von links: Oberbürgermeister Matthias Buschfeld, Judith Neuwald-Tasbach, Slava Pasku und Igor Kuznecov in der Synagoge. Im Hintergrund der Schrank mit den Tora-Rollen.© Stadt Bottrop

Oberbürgermeister Matthias Buschfeld hat der jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen einen Besuch anlässlich seines Amtsantritts abgestattet. Empfangen wurde er von der Vorsitzenden der Gemeinde Slava Pasku, ihrer Vorgängerin Judith Neuwald-Tasbach und dem Geschäftsführer Igor Kuznecov, die Buschfeld durch das Gemeindezentrum an der Georgstraße führten.

Mit dem Antrittsbesuch in Gelsenkirchen steht Buschfeld in der Tradition seiner Amtsvorgänger. Er betonte, dass die guten Kontakte und Beziehungen der Stadt Bottrop zur jüdischen Gemeinde in Gelsenkirchen weiter fortgeführt und gefestigt werden sollen. Die Gemeinde in Gelsenkirchen, die auch für das Bottroper Stadtgebiet zuständig ist, sei ein fester Bestandteil in der Bottroper Stadtgesellschaft.

Schrank mit besonderen Ausstellungsstücken im Gemeindezentrum. Darunter Schenkungen aus den USA mit Verzierungen für Tora-Rollen.© Stadt Bottrop
Fenster aus dem Vorgängergemeindezentrum an der Von-der-Recke-Straße, das 1946 entstanden war. Die Fenster, die jeweils die jüdischen Festtage sysmbolisieren, haben im jetzigen Gemeindezentrum einen Ehrenplatz.© Stadt Bottrop

„Unsere Gemeinde zählt heute etwa 400 Mitglieder“, sagt Slava Pasku bei Rundgang durch die Räume. Vor allem durch Zuzug aus Russland und der Ukraine sei die Zahl der Gemeindemitglieder in den letzten Jahren gestiegen. Die Synagoge als Gebetsraum und als religiöses Zentrum ist dabei nur ein Teil des Gemeindezentrums. Auch Seminarräume und eine kleine Cafeteria gehören dazu. Das Gemeindezentrum, das 2007 eröffnet werden konnte, befindet sich auf dem Platz der 1938 niedergebrannten Synagoge. Der Alte Betsaal wird seitdem als Begegnungsstätte genutzt.

Darin ist die Gemeinde sehr aktiv und leistet viel auf dem Gebiet der sozialen Arbeit. Es werden nicht nur Deutschkurse und Bildungsveranstaltungen angeboten, sondern auch Freizeitveranstaltungen und Sport. Auch für die Öffentlichkeit bietet man eine Reihe von Veranstaltungen an. Beispielsweise können Schulen und interessierte Gruppen Besichtigungen buchen. Es gibt Ausstellungen, wie aktuell mit Arbeiten des Fotografen und Künstlers Thomas Hannappel und andere Veranstaltungen rund um das jüdische Gemeindeleben.

Oberbürgermeister Matthias Buschfeld lobte besonders diesen Aspekt der Gemeindearbeit. Sowohl der Gemeindevorstand als auch der Oberbürgermeister sorgen sich um den wachsenden Antisemitismus vor allem auch unter der jüngeren Generation und in Schulen. Aufklärung und Bildung könnten ein wichtiger Bestandteil sein, dem entgegenzuwirken. „Im Prinzip“, sagt Judith Neuwald-Tasbach, „geht es um Freiheit und die Rechte jedes einzelnen. Dies geht alle etwas an, weil wir die Freiheit und die Grundrechte verteidigen müssen.“