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Förderung

© Stadt BottropDer Arbeitsplatz des Bergmanns

"Die Arbeit an der Schüttelrutsche, die heute vor mir lag, gehörte zu den schwersten im Bergbau. In einer ein Meter hohen und vier Meter breiten Strecke, die sich von der Hauptstrecke nach oben, Richtung 5. Sohle, ziemlich steil hinzog, lagen in der Mitte die Schüttelrutschen – schmale Rinnen aus Eisen von wechselnder Länge, die auf Rollen bewegbar durch Motorkraft in ruckende Hin- und Herbewegung gesetzt wurden. Die Kohle, die die Bergleute ständig auf die Rinnen schütteten, rutschte auf diese Weise fortwährend herunter und fiel in die bereitstehenden Wagen auf der Förderstrecke. Die Arbeit an der Schüttelrutsche wird von den Bergbesitzern besonders gern angewandt, da erheblich mehr Kohle geschafft werden kann als bei der üblichen Gewinnung und viel zeitraubende Nebenarbeit – bei der Niedrigkeit der Strecke ist ein besonderer Verbau nicht notwendig - fortfällt, andererseits geschehen nirgends so viele Unfälle wie in der Schüttelrutschenstrecke." Alexander Graf Stenbock-Fermor: Meine Erlebnisse als Bergarbeiter, Stuttgart 1929

Unter Tage wie auch über Tage wurden auch auf den Bottroper Zechen über 100 Jahre lang Pferde eingesetzt. Sie wurden für die Arbeit angepachtet. Unter Tage wurden sie in den Hauptstrecken eingesetzt und zogen 8 – 10 Förderwagen zum Schacht. Die Pferde waren in speziellen Stallungen untergebracht, wo sie auch versorgt wurden. "Anita" und "Dolly" hießen die letzten Grubenpferde, die bis Juli 1964 auf Prosper II gearbeitet haben. Moderne Arbeitsmethoden machten die Grubenpferde überflüssig.

Schlepperförderung in einer vom Gebirgsdruck stark zerdrückten Abbaustrecke, Zeche Arenberg-Fortsetzung, 1926. Eiserne Förderwagen hatten ein Eigengewicht von ca. 275 bis 350 kg. Die Wagen fassten selten weniger als 500 kg Kohlen. Der Schlepper hatte also jeweils 750 bis 850 kg zum Schacht hin zu bewegen. G. Unverferth, E. Kroker: Der Arbeitsplatz des Bergmanns, Bochum 1981

Schachtförderung: Neubau der Skipförderanlage auf der Zeche Prosper II, 1956. Dabei wird unter Tage das Fördergut in Fülltaschen (zum Wiegen) gestürzt und in Schachtfördergefäßen (Skip) zu Tage gehoben.

1967 wurde die bisherige Gestellförderung, bei der die Förderwagen auf am Förderseil hängende Gestelle aufgeschoben und so zu Tage befördert wurden, auch auf Prosper III von der Skipförderung ab-
gelöst.

Über den Förderberg wird die im Norden Bottrops gewonnene Kohle von der 5. Sohle (768 m) unter Prosper IV über eine Bandanlage auf einem 3,6 km langen Weg nach Prosper II gebracht und dort zu Tage gefördert. Gleichzeitig wird ein Teil der nicht verwertbaren Berge (Gestein) unter Tage gebracht. 1986 wurde die Anlage in Betrieb genommen. Fast 100 Mio. Tonnen Rohkohle hatte der alte Gurt herauf und 40 Mio. Tonnen Berge zurück in die Erde befördert, bevor er im Jahr 2000 ausgewechselt werden musste.

Daten und Fakten aus der Geschichte des Ruhrbergbaus

um 1850
Einführung der Pferdeförderung

1855
allgemeine Verbreitung der Förderung mit Wagen auf Schienen

1883
erste elektrische Grubenlokomotive (Zeche Bonifacius, (Essen-) Kray)

1889
erste Kettenbahn (Zeche Nordstern, (Gelsenkirchen-) Horst)

1890
erste maschinelle Seilförderung (Zeche Consolidation 1, Gelsenkirchen)

1904
erstes Gummiförderband

1905
erste Schüttelrutsche (Zeche Rheinpreußen bei Moers)

seit 1925
zunehmender Einsatz von Transportbändern in Abbaustrecken

1927
Einführung von Diesellokomotiven in der Streckenförderung

1933
Einrichtung der ersten Hauptschacht-Gefäßförderung
(Zeche Pattberg bei Moers)

1935
Einführung von Fahrdraht-Akkumulatorlokomotiven (Verbundlokomotiven) in der Streckenförderung

1955
Inbetriebnahme einer vollautomatischen Fördermaschine
(Pattbergschächte)

ab 1959
Einsatz von Einschienenhängebahnen

1940 – 1960
Umstellung von Klein- auf Großförderwagen

um 1965
Einsatz von Maschinen zum An- und Abknebeln von Förderwagen

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