Studienstiftung fördert Bildungsangebote
Christa und Dieter Grasedieck finanzieren Jugendprojekte
Die Studienstiftung von Christa und Dieter Grasedieck ist eine feste Säule bei der Unterstützung vielfältiger Bildungsprojekte in Bottrop. Jetzt hat das Stiftungskuratorium über die Mittelvergabe für 2026 entschieden. Rund 40.000 Euro gehen im kommenden Jahr an Initiativen und Projekte.
Bei der Unterstützung setzt das Kuratorium auf Verlässlichkeit und blickt dabei über das jeweilige Jahr hinaus. „Wir wollen planungssichere Rahmenbedingungen schaffen und die Ressourcen gezielt einsetzen“, sagt Christa Grasedieck. Die Kontinuität der Stiftung betont auch Sozialdezernentin Karen Alexius-Eifert. „Wir können froh sein, so ein engagiertes Ehepaar in Bottrop zu haben. Vieles könnte ohne sie nicht gemacht werden“, sagt Alexius-Eifert, die im Stiftungs-Kuratorium mitarbeitet.
Das Waldpädagogische Zentrum kann weiterhin auf die Unterstützung setzen. Seit 28 Jahren wird Jungen und Mädchen der Grund- und Förderschulen ermöglicht, aktiv einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Im kommenden Jahr gehen 7.000 Euro an das von Peter Pawliczek geleitete Projekt. Die Grundschulkinder bekommen in der ersten Klasse Baumsetzlinge, deren Entwicklung sie im Waldpädagogischen Zentrum während der Schulzeit immer wieder beobachten. Bevor es für sie in die weiterführende Schule geht, werden die jungen Bäumchen ausgepflanzt. „Durch die praktische Erfahrung lernen die Kinder die Bedeutung von Bäumen und Wäldern für das Ökosystem kennen“, erklärt Pawliczek sein Konzept.
Ein umfassendes Theaterwissen an Grundschulen vermitteln Maja Brüggemeier und Werner Bartel-Brüggemeier vom ehemaligen Figurentheater „Sonstwo“. „Die Grasedieck-Stiftung ermöglicht, dass wir Workshops, Material und Busfahrten für die Schulen kostenlos anbieten können“, sagt Maja Brüggemeier. In Kooperation mit dem städtischen Kulturamt finden im Kammerkonzertsaal Aufführungen statt. Seit 2022 sind so über 2.000 Kinder erreicht worden. „Der Schwerpunkt lag in den vergangenen Jahren auf Umweltthemen wie Stromsparen und Biodiversität. Im kommenden Jahr wird es inhaltlich um das soziale Miteinander gehen, wie Vielfalt, Toleranz und Integration“, sagt Maja Brüggemeier. Dafür stellt die Grasedieck-Stiftung 10.000 Euro bereit.
Als Stiftungszweck nennt Dieter Grasedieck die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen bei der Bildung. „Die wirtschaftliche Entwicklung ist nur möglich, wenn junge Leute gut gebildet sind“, sagt der Stiftungsgründer. Dazu gehören auch junge Erwachsene, die am Ende ihrer Bildungslaufbahn stehen. Die Hochschule Ruhr-West wird bei ihrer Kooperation mit der Babes-Bolyai Universität in der rumänischen Stadt Cluj (ehemals Klausenburg) gefördert. Rund 8.500 Euro kann Professor Dr. Uwe Handmann für den internationalen Austausch zu Themen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit einsetzen. „Es ist wichtig, dass durch ‚echte‘ Kontakte die Perspektive des jeweils anderen eingenommen werden kann“, sagt Handmann. Unterstützt werden außerdem Stipendien, die zusätzlich durch Bundesmittel aufgestockt werden, und die Anerkennung exzellenter akademischer Leistungen.
Regelmäßig wird das Berufskolleg bei der Zuteilung von Stiftungsgeldern berücksichtigt. Schulleiter Guido Tewes schildert die Umsetzung von Klimaschutzprojekten, die dem Berufskolleg in einem Wettbewerb den Titel „Energiesparmeister“ eingebracht hat. Im kommenden Jahr will er Projekte zur Demokratisierung und gesellschaftlichem Engagement einbringen. „Die Schülerinnen und Schüler interessieren sich wenig für Kommunalpolitik und informieren sich vor allem in den Sozialen Medien“, sagt Guido Tewes. Er sieht darin eine Entwicklung, die die Schülerinnen und Schüler anfällig für „Fake News“ macht. Mit 10.000 Euro wird eine Projektwoche unterstützt, die demokratische Prozesse erklärt, praxisorientierte Einheiten zu Finanzmanagement und Lebensplanung gibt sowie Kompetenzen für eine verantwortungsvolle Zukunft vermittelt.
Christa und Dieter Grasedieck haben ihre Studienstiftung 2012 gegründet. Rund 40.000 Euro schütten sie jedes Jahr aus. Dabei setzen sie auf Kontinuität, so dass die Projekte in Bottrop dauerhaft betrieben werden können. Für Dieter Grasedieck ist die Bereitstellung der Fördergelder keine Einbahnstraße: „Ich danke allen Leuten, die es möglich machen und die Projekte umsetzen.“