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Tischler referiert in Berlin zur Kreislaufwirtschaft

Fachkongress interessiert sich für die Umsetzung auf kommunaler Ebene

In Berlin berichtete Oberbürgermeister Bernd Tischler über die kommunalen Erfahrungen in der Kreislaufwirtschaft.© c2c

Die Anstrengungen Bottrops beim Klima- und Umweltschutz stoßen immer wieder auf überregionales Interesse. Jetzt hatte Oberbürgermeister Bernd Tischler Gelegenheit, beim Cradle to Cradle Congress an der Technischen Universität Berlin die Erfahrungen mit dem Projekt zur Kreislaufwirtschaft vorzustellen. 

Mit „Cradle to Cradle” wird ein nachhaltiger Lebenszyklus von Produkten beschrieben. Bereits beim Design wird darauf geachtet, dass möglichst viele Komponenten nach dem Ende der Nutzungsdauer wiederverwendet werden können. Auf der Bühne in Berlin stellte Tischler das neue Projekt Bottrop.gemeinsam.zirkulär vor, das den nächsten Schritt in Richtung einer nachhaltigen, zirkulären Stadtentwicklung markiert. Tischler berichtete vor allem aus der Praxis. Er betonte die Bereitschaft der Akteure zur Zusammenarbeit. In Bottrop gelinge dies auf den unterschiedlichen Ebenen von Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und der Zivilgesellschaft. "Die Bürger wollen die Ärmel hochkrempeln und machen, nicht nur reden", sagte Tischler. Allerorten werde die Notwendigkeit eines ressourcen-schonenden Wirtschaftens anerkannt. 

Tischler ging auf die besondere Verantwortung der Verwaltung ein. So werden bei städtischen Gebäuden und Sanierungsprojekten die Cradle to Cradle Prinzipien besonders berücksichtigt. Mit Förderprogrammen und finanziellen Anreizen werden Akteure unterstützt, die sich aktiv engagieren. Aus der Erfahrung mit dem Klimaschutzprojekt InnovationCity berichtet Tischler, dass Netzwerke und Instrumente des Know how-Transfers zentrale Erfolgsfaktoren für den Wandlungsprozess seien. „Niemand muss das Rad neu erfinden", sagte Oberbürgermeister Tischler in einer Diskussionsrunde mit Lisa Niederhaus von der Landesgartenschau 2027 Neustadt an der Weinstraße und Dr. Grit Bürgow von der TU Berlin. 

Als Oberbürgermeister hob Tischler auf die langfristige Etablierung von Reallaboren in der Stadtentwicklung ab. Durch positive Kommunikation und der Darstellung erfolgreicher Projekte können Ängste vor Veränderung abgebaut werden. Der Verwaltung falle dabei die Aufgabe zu, mit gutem Beispiel voranzugehen. Durch zusätzliche politische Unterstützung und Förderangebote wachse dann auch die Akzeptanz in der Stadtgesellschaft, mit privatwirtschaftlichen Initiativen aktiv zu werden, sagte Tischler zum Abschluss des Kongresses in Berlin.