Artenvielfalt mit Stadtgrün schützen
Bottrop hat sich der Biodiversitätsstrategie des RVR angeschlossen
Bottrop stärkt die Biodiversität. Bei der Planung und Pflege von Grünanlagen spielt der Artenschutz eine immer größere Rolle. Blühpflanzen wachsen an Straßenrändern und Verkehrsinseln. Regenwasser wird in Mulden gesammelt und versickert vor Ort. Die Pflegeintervalle werden reduziert und an den Vegetationsphasen angepasst. Mit diesen Maßnahmen entstehen überall im Stadtgebiet Oasen für Insekten und Pflanzen. Bottrop folgt damit der Biodiversitätsstrategie, die der Regionalverband Ruhr 2022 verabschiedet hat.
Bottrop gilt bereits jetzt als grünste Stadt im Ruhrgebiet. Über die Hälfte des Stadtgebiets sind als Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen. Rund 16 Prozent sind Biotopverbundfläche. Damit wird ein großer Beitrag zur Biodiversitätsstrategie geleistet. Der Fachbereich Umwelt und Grün hat darüber hinaus die innerstädtischen Gebiete und Siedlungsbereiche im Blick. Der Schutz und die Förderung der Biodiversität erfordern hier eine bewusste Planung und nachhaltige Maßnahmen. Dazu gehört die Schaffung und ökologische Optimierung von Grünflächen, die Standort angepasste Auswahl von Pflanzenarten, die Förderung natürlicher Lebensräume sowie die Sensibilisierung der Einwohner für die Bedeutung der urbanen Biodiversität. Dies trägt nicht nur zur Lebensqualität bei, sondern auch zum langfristigen Wohlergehen der urbanen Gemeinschaften und der gesamten Umwelt.
Im Bottroper Stadtgebiet gibt es zahlreiche Beispiele zurFörderung der Biodiversität:
- Ökologische Optimierung und Extensivierung der kommunalen Grünflächenunterhaltung durch den Fachbereich Umwelt & Grün z.B. Blühwiesen
- Anlage von extensiv genutzten Säumen und Blühwiesen mit hohem Anteil an heimischem Saatgut auf Parkflächen und im Straßenbegleitgrün zur Förderung der Insektendiversität und -biomasse
- Ein- bis zweischürige Mahd der extensiven Grünflächen jährlich mit optimierten Mahdzeitpunkten. Im Straßenbegleitgrün werden aus Gründen der Verkehrssicherung nur noch die Randstreifen unmittelbar entlang der Straße häufiger gemäht (Sauberkeitsstreifen).
- Umstellung von konventioneller Mulchmahd auf extensive Mahd mit Balkenmäher und Abräumen des Mahdguts.
- Teilbereiche werden versetzt gemäht und Anlage von Altgrasstreifen
- Beispiele für Straßenbegleitgrün finden sich an der Devensstraße, Hans-Böckler-Straße, Kirchhellener Straße und Parkstraße
- Beispiele für Park-Entwicklungsflächen sind der Volkspark Batenbrock, Prosper Park, der Natur- und Erlebnispark Welheimer Mark und die Blühwiese sowie Umgestaltung des Feuchtbiotops Welheim
- Naturnahe Gestaltung von Friedhofsflächen mit Blühwiesen:
- extensive Grünflächenpflege/Anlage von Blühstreifen und Streuobstwiesen zur Stärkung des städtischen Biotopverbundes, so zum Beispiel Blühstreifen Friedhof Kirchhellen
- 1,1 ha Streuobstwiesen auf dem Parkfriedhof
- Auszeichnung des Ostfriedhofs als schmetterlingsfreundlicher Friedhof
- ökologische Aufwertung der Friedhöfe durch die Schaffung von Lebensraumstrukturen z.B. Sandarium auf dem Friedhof Kirchhellen sowie Nistkästen- und Nisthöhlen (z.B. auf dem Parkfriedhof)
- Anlage und extensive Pflege von Streuobstwiesen als Ausgleichsmaßnahmen in den Baugebieten Wildenhoff in Bottrop-Eigen und Baugebiet Tappenhof in Kirchhellen
- Konzept zur ökologischen Entwicklung von Acker- und Uferrandstreifen, wie im „Pilotgebiet Goldbredde“ in Kirchhellen
- Planung, Gestaltung und Pflege von Regenrückhaltebecken in Hinblick auf die Förderung der Biodiversität, beispielsweise am Schlagkamp/Schultenkamp in Kirchhellen
- Fassaden- und Dachbegrünung zur Verbesserung des Nahrungsangebotes für Blüten besuchende Insekten
- Kopfweiden-Pflege zur Förderung der Artenvielfalt
- Gezielte Artenschutzprojekte wie das Kiebitz-Schutzprojekt in Kirchhellen, die Herrichtung einer alten Bunkeranlage zu einem Fledermausquartier im Köllnischer Wald
- Entwicklung und Pflege von Industrienaturflächen an den Halden Beckstraße, Haniel und Schöttelheide