Millioneninvestition für den Gewässerschutz
Emschergenossenschaft baut 9.000 Quadratmeter große Filteranlage
Die Emschergenossenschaft baut in Bottrop eine 9.000 Quadratmeter große Filteranlage, um die Wasserqualität der Emscher zu verbessern. Bis Mitte 2027 sollen rund 16,5 Millionen Euro an der Straße „Im Gewerbepark“ nahe dem Pelkumer Feld in den Umweltschutz investiert werden.
Über das Vorhaben hat die Emschergenossenschaft bei ihrer jährlichen Genossenschaftsversammlung berichtet. Mit dem Land Nordrhein-Westfalen ist der Bau von Retentionsbodenfiltern (RBF) im Emscher-Gebiet vereinbart. Neben Bottrop werden auch Anlagen in Bochum und Herne gebaut.
Nach der 2021 erreichten Abwasserfreiheit in der Emscher und in ihren Nebenläufen rückt die Einleitung von sogenanntem nicht-klärpflichtigem Mischwasser in den Fokus. Nicht-klärpflichtig heißt nur bedingt nicht-schädlich, weshalb jede Einleitung genehmigungspflichtig ist. Noch sind nicht alle Gewässer im Emscher-System renaturiert und können daher noch nicht ihr volles ökologisches Potenzial erreichen. Um dennoch Einleitungen zu ermöglichen, hat das Land Nordrhein-Westfalen bereits 2018 mit der Emschergenossenschaft die Emscher-Vereinbarung" unterzeichnet. Darin wurden fünf Retentionsbodenfilter als sogenannte No-Regret-Maßnahmen vereinbart.
Mit 9.000. Quadratmetern entsteht die größte Bodenfilter in Bottrop. Die Boye hat ein in großes Einzugsgebiet, das großflächig versiegelt ist, sodass viel Regenwasser in die Kanalisation gelangt. Bei starken Niederschlägen wird das Gemisch aus Regen- und Schmutzwasser zunächst in einer Mischwasser-Behandlungsanlage beruhigt. Feststoffe setzen sich ab und werden in die Kläranlage geleitet. Das zurückbleibende Wasser durchläuft Filterschichten aus Sand- und Kies, die in Kombination mit einer Schilfbepflanzung für eine effiziente Reinigung sorgen.
Von außen ist lediglich eine große, mit grünem Schilf bewachsene Fläche sichtbar. Wenig erahnen lässt sich, welch wichtige Funktion die Retentionsbodenfilter erfüllen. Durch den Einsatz dieser nachhaltigen Technologie wird die natürliche Regeneration der ehemals offenen Schmutzwasserläufe entscheidend unterstützt. Und auch für die Menschen machen sich die RBF positiv bemerkbar. Sie bedeuten weniger unangenehme Geruchsemissionen und mehr Wohn- und Aufenthaltsqualität. Das ist ein erheblicher Mehrwert-Effekt, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft. Weitere Retentionsbodenfilter sind in Dortmund und in Castrop-Rauxel geplant.