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Kontaktnachverfolgung: Ein Blick hinter die Kulissen

Insgesamt 15 Bundeswehrsoldatinnen und Soldaten unterstützen seit Ende Oktober das Gesundheitsamt beim Telefondienst

Seit einigen Wochen unterstützen 15 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr als Telefonisten das Gesundheitsamt. Die 2. Kompanie des Versorgungsbataillons 7 in Augustdorf ist eines von vielen Bundeswehrteams, die aktuell 44 von 53 Gesundheitsämtern in NRW unterstützen.

© Stadt Bottrop15 Soldatinnen und Soldaten unterstützen als Telefonisten das Gesundheitsamt

So funktioniert die Nachverfolgung

In einer zweitägigen Schulung haben die Soldaten die wichtigsten Kenntnisse zur Kontaktnachverfolgung erlernt. Feldwebel Dennis Böker koordiniert dabei mit drei weiteren Unteroffizieren die Aufgabenverteilung seiner Kameradinnen und Kameraden. Gemeinsam sitzen sie mindestens bis zum 4. Dezember im Saalbau und kümmern sich um die Kontaktnachverfolgung. Sie erhalten vom Gesundheitsamt Listen der Infizierten, telefonieren sie ab und informieren die Kontaktpersonen. „Viele Personen sind von unseren Anrufen nicht überrascht. Sie wurden bereits vom Labor über ihr positives Testergebnis informiert und Kontaktpersonen haben meistens schon einen Anruf des Infizierten erhalten“, erklärt die Stabsunteroffizier Marie Schudlich. Normalerweise ist sie in ihrem Bataillon für das Fahren schwerer Lastkraftwagen zuständig.

Aktuell jeden Tag mehrere Stunden am Schreibtisch zu sitzen, ist für sie ungewohnt, aber bislang musste sie keine negativen Erlebnisse verzeichnen: „Die Begeisterung hält sich natürlich in Grenzen, wenn wir die Menschen über das weitere Vorgehen – sprich Quarantäne – informieren. Trotzdem reagieren die meisten Betroffenen verständnisvoll und vergreifen sich nicht im Ton.“

© Stadt Bottropv.l. Feldwebel Dennis Böker, Stabsunteroffizier Marie Schudlich, Stabsunteroffizier Mike Stanehl

Das Problem mit den Nummern

Die größte Schwierigkeit hat das gesamte Team, wenn Kontaktdaten nicht richtig angegeben wurden. „Ab und an kommt es vor, dass Telefonnummern nicht richtig sind. Dann müssen wir Recherchen anstellen und über Umwege an die richtige Nummer kommen. Das kostet Zeit und Ressourcen vor dem Hintergrund, dass ein Soldat pro Tag ohne größere Vorkommnisse etwa zehn Vorgänge schafft“, sagt Dennis Böker. Die Kameradinnen und Kameraden rufen die Personen auf den Listen an. Diese werden, wenn noch nicht geschehen, über das positive Ergebnis informiert. Viele Personen sind noch immer verunsichert und stellen viele Fragen - teils auch sehr spezifische und individuelle - diese können nur mit Unterstützung von Experten aus dem Gesundheitsamt beantwortet werden. Der Soldat muss sich also häufig rückversichern, Informationen vom Experten holen und diese weitergeben. Dann erfolgt die Abfrage, mit welchen Personen der oder die Betroffene in den letzten Tagen  Kontakt hatte. Alle Kontaktpersonen werden einzeln erfasst. Sind es Personen aus anderen Städten, müssen die Informationen aufbereitet und an die entsprechenden Gesundheitsämter weitergeleitet werden. Alle anderen Personen werden im zweiten Schritt direkt von den Soldaten kontaktiert. Auch hier müssen alle wichtigen Informationen ausführlich übermittelt, protokolliert und Rückfragen beantwortet werden. 

Es gibt aber auch Betroffene, die sich vorbildlich vorbereiten und so den Telefonisten einiges an Arbeit ersparen. „Schulen schicken Sitzpläne der Klassen mit und einige Personen haben freiwillig ein ‚Kontakt-Tagebuch‘ geführt und konnten uns so teilweise bis auf die Uhrzeit genau nennen, wann sie mit wem Zeit verbracht haben. Das ist natürlich super für uns“, betont Marie Schudlich.

© Stadt BottropStabsunteroffizier Marie Schudlich fährt normalerweise schwere LKW.

Sprachbarrieren durchbrechen

Die Unterstützung der Bundeswehr entlastet nicht nur das Gesundheitsamt. Auch beim Thema Sprachbarrieren ist das Team eine große Hilfe. „Wir haben einen Kameraden mit türkischen Wurzeln und weitere, die Russisch beherrschen. Mit ihrer Unterstützung konnten wir bereits schnell und unkompliziert einige Anfragen beantworten“, erklärt Stabsunteroffizier Mike Stanehl, der sonst für die Instandhaltung von Schützenpanzern zuständig ist.

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