Inhalt anspringen
Ähnliche Inhalte
Suche

Zeichen für mehr Barrierefreiheit gesetzt

Infopunkt Bottrop geht Geschäften in der Innenstadt mit gutem Beispiel voran

Von Links: André Brune, Andreas Vacca und Heiko Gieselmann.© Stadt Bottrop

Manchmal braucht es keinen großen Umbau, um Menschen den Zugang zu Geschäften und öffentlichen Einrichtungen zu erleichtern. Der Verein "Barrierefrei sei mit dabei e. V." setzt deshalb auf einfache und bezahlbare Lösungen wie mobile Rampen, Klingeln und gut sichtbare Hinweise.

Ein aktuelles Beispiel gibt es am Infopunkt Bottrop, der neuen touristischen Anlaufstelle der Stadt. Dort hat die Stadt Bottrop am Eingang eine Klingel installiert. Besucherinnen und Besucher, die die schwere Eingangstür aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht selbstständig öffnen können, können damit unkompliziert Unterstützung anfordern.

Der Verein ergänzt diese Maßnahme nun durch einen entsprechenden Hinweisaufkleber. André Brune, 2. Vorsitzender von "Barrierefrei sei mit dabei e. V.", übergab den Aufkleber gemeinsam mit Heiko Gieselmann und Andreas Vacca von der Stadt Bottrop. Dadurch ist bereits vor dem Betreten des Gebäudes deutlich erkennbar, dass über die Klingel Hilfe angefordert werden kann.

Der Verein möchte dazu beitragen, Geschäfte, Einrichtungen und öffentliche Anlaufstellen in Bottrop mit einfachen und bezahlbaren Lösungen besser zugänglich zu machen. Diese Initiative wird von der Wirtschaftsförderung der Stadt Bottrop ausdrücklich unterstützt.

Wo es die Höhe der Stufen und die örtlichen Gegebenheiten zulassen, stellt der Verein kleine oder größere mobile Rampen zur Verfügung. Unternehmerinnen und Unternehmer übernehmen dabei lediglich die Hälfte der Anschaffungskosten. Zusätzlich erhalten teilnehmende Geschäfte eine Klingel sowie einen entsprechenden Hinweisaufkleber für die Eingangstür.

Nicht immer sind Stufen das eigentliche Hindernis. Auch wenn ein Ladenlokal grundsätzlich barrierefrei erreichbar ist, kann beispielsweise eine schwere Eingangstür für Menschen mit körperlichen Einschränkungen zu einer kaum überwindbaren Barriere werden. In solchen Fällen bietet der in Bochum gegründete Verein gegen eine Spende eine Klingel mit Hinweisaufkleber an. Kundinnen und Kunden mit körperlichen Einschränkungen oder mit Kinderwagen können damit unkompliziert auf sich aufmerksam machen und um Unterstützung beim Öffnen der Tür bitten.

Die dabei eingehenden Spenden werden wiederum für die Anschaffung weiterer Rampen verwendet. Auf diese Weise möchte der Verein mit kleinen Maßnahmen Schritt für Schritt mehr Teilhabe ermöglichen.

Der 1. Vorsitzende Milton Merlano kennt die Schwierigkeiten fehlender Barrierefreiheit aus eigener Erfahrung. Infolge einer Kinderlähmung ist er bereits seit jungen Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen. Mit der Gründung des Vereins möchte er gemeinsam mit seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern zeigen, dass Verbesserungen nicht immer mit großen, langwierigen und kostspieligen Umbaumaßnahmen verbunden sein müssen. Oft können bereits einfache und günstige Lösungen den Alltag von Menschen mit Behinderungen deutlich erleichtern.