Ministerin Mona Neubaur besucht Transferhub an der HRW
Digitale Kreislaufwirtschaft stärkt Rohstoffsicherheit und Wettbewerbsfähigkeit im Mittelstand
Ihrer EFRE-JTF-Tour durchs Ruhrgebiet hat die nordrhein-westfälische Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie, Mona Neubaur, zur Hochschule Ruhr West nach Bottrop geführt und das Projekt Transferhub „Digitalisierung & Circular Economy im Prosperkolleg“ besucht. Im Mittelpunkt ihres Besuchs standen innovative Ansätze, mit denen Unternehmen im nördlichen Ruhrgebiet den Wandel hin zu einer digitalen und zirkulären Wirtschaft gestalten. Vor dem Hintergrund globaler Krisen sorgen diese Ansätze für eine unabhängigere Rohstoffversorgung und eine resiliente Wirtschaft.
„Materialien wiederverwenden, Abfälle minimieren, die Lebensdauer von Produkten verlängern und das Produktdesign verbessern: Im Transferhub werden Digitalisierung und Circular Economy verbunden, so dass kleine und mittlere Unternehmen direkt von innovativen Technologien profitieren und ihre Zukunftsfähigkeit stärken. Ein Leuchtturmprojekt, das zeigt, wie mit kreativen Ideen aus der Region und Unterstützung von Land und EU-Innovationen und Wachstum in der Region sowie weit darüber hinaus entstehen“, ordnet die stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur ein.
Die Bedeutung von praxisorientierter Forschung für die Transformation hin zu einer zirkulären Wirtschaft betonte Professorin Dr. Susanne Staude, Präsidentin der Hochschule Ruhr West: „Die Transformation hin zu einer zirkulären Wirtschaft ist eine zentrale Zukunftsaufgabe für unsere Region. Als Hochschule für angewandte Wissenschaften sehen wir es als unsere Aufgabe, diesen Wandel aktiv mitzugestalten, indem wir Impulse setzen, Wissen transferieren und Innovationen in die Praxis bringen.“
Während ihres Rundgangs entlang praxisnaher Anwendungsbeispiele gewann die Ministerin Einblicke in digitale und zirkuläre Lösungen. Dabei geht es um effiziente Materialnutzung, Prozessautomatisierung und Transparenz von Wertschöpfungsketten. Weitere Themen sind der digitale Produktpass, der mit KI und Blockchain Produktlebenszyklen und Lieferketten fälschungssicher erfasst sowie Kreislaufchecks für handwerkliche Betriebe und Assistenzroboter, die Menschen bei Reparaturen unterstützen. KI-gestützte Sortiertechnik und robotisierte Verfahren zeigten, wie Materialien präzise zurückgewonnen werden können. Mit Virtual Reality und Microlearnings wurde Wissen zur Circular Economy niedrigschwellig und immersiv vermittelt, ein zentraler Baustein für Verständnis und Beteiligung.
Um gezielt die Bedarfe der Unternehmen zu unterstützen, braucht es einen engen Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. „Der Transferhub schlägt die Brücke zwischen Forschung und Anwendung. Durch Austausch und Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft entstehen konkrete Lösungen, um die Chancen der Twin Transition im nördlichen Ruhrgebiet nutzbar zu machen“, erklärt Prof. Dr. Uwe Handmann, Projektverantwortlicher und Vorsitzender des Prosperkollegs.
Für die HRW ist der Besuch der Ministerin eine Bestärkung des Transferhubs, Digitalisierung und Circular Economy in der Region zu verankern und weitere Unternehmen für eine Zusammenarbeit zu gewinnen.
Über den Transferhub „Digitalisierung & Circular Economy“
Der „Transferhub Digitalisierung & Circular Economy im Prosperkolleg“ wird gemeinsam von der Hochschule Ruhr West und dem Prosperkolleg e. V. am Standort Bottrop getragen. Sieben Professor:innen und ihre Teams unterstützen kleine und mittlere Unternehmen im nördlichen Ruhrgebiet dabei, den Weg zur digitalen Kreislaufwirtschaft erfolgreich zu gestalten.
Auf Basis ihrer Expertise in künstlicher Intelligenz, Blockchain-Technologien und digitalem Produktpass, sowie Virtual/Augmented Reality, sozialer Robotik und robotisierter Verfahrenstechnik und Circular Economy im Handwerk entwickeln sie praxisnahe Lösungen für die digitale und nachhaltige Transformation des Ruhrgebiets. Im Fokus stehen der Austausch und die Kooperation mit regionalen Unternehmen aller Branchen, um individuelle Lösungen gemeinsam zu entwickeln und umzusetzen. Ziel ist es, industrielle Wertschöpfungssysteme resilient, ressourceneffizient und klimaneutral neu zu gestalten und den Strukturwandel hin zu einer innovationsgetriebenen Circular Economy aktiv mitzugestalten.
Seit dem Auftakt im November 2024 führt der Transferhub die Erfolge des Vorgängerprojekts „Prosperkolleg“ fort. Dafür wird er von der Europäischen Kommission und dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie (MWIKE) des Landes NRW im Rahmen des EFRE/JTF-Programms 2021–2027 gefördert. Mit einer Förderhöhe von 10 Mio. Euro kommt ihm eine strategische Bedeutung für den Übergang zu einer klimaneutralen und wettbewerbsfähigen Wirtschaft zu.