Bildungs-Allianz für die Energiewende
Bottrop bündelt Kompetenz in bundesweit wegweisender Ausbildungs-Partnerschaft
Dem Zukunftscampus Bottrop ist ein bemerkenswerter Durchbruch gelungen, der die Bildungslandschaft in Nordrhein-Westfalen nachhaltig verändern wird. Mit dem Einstieg der Bosch Thermotechnik GmbH (Buderus/Bosch) als weitere Industriepartner neben Vaillant und anderen Industriepartnern entsteht am Berufskolleg Bottrop (BKB) ein breites industrielles Engagement für die praxisnahe Fachkräfteausbildung, die in dieser Form in Deutschland bislang selten anzutreffen ist. Mehrere bedeutende Unternehmen der Heiz- und Klimatechnik unterstützen die Idee des Zukunftscampus Bottrop.
Der Zukunftscampus Bottrop wird im Rahmen des Just Transition Fund (JTF) gefördert und verfolgt das Ziel, innovative Bildungs- und Qualifizierungsangebote für die Transformationsregion Ruhrgebiet zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Themen Energiewende, moderne Gebäudetechnik, Digitalisierung, Smart Home, erneuerbare Energiesysteme sowie die nachhaltige Sicherung von Fachkräften für die Region.
Die enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt Bottrop, dem Berufskolleg Bottrop und der Hochschule Ruhr West bildet dabei das Fundament des Projektes. Gemeinsam mit Unternehmen, Kammern und weiteren Partnern werden neue Ansätze entwickelt, um Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Studierende sowie Fachkräfte praxisnah auf die Anforderungen einer sich wandelnden Arbeitswelt vorzubereiten.
Sektorenkopplung als Reallabor: Das Bottroper Modell
Das Herzstück des Campus, das geplante „Energiewendehaus“, wird durch diese Zusammenarbeit zu einem wegweisenden Modell. Hier wird die theoretische Ausbildung der Hochschule Ruhr West (HRW) mit der praktischen Exzellenz des BKB verzahnt. „Wir schaffen hier die konsequente Sektorenkopplung in einem lebenden Reallabor“, erklärt Projektleiter Jan van Holt. „Dass wir die Bosch Thermotechnik GmbH (Buderus/Bosch) und Vaillant sowie weitere Partner für dieses Bildungsprojekt gewinnen konnten, ermöglicht eine herstellerübergreifende Kompetenzentwicklung, die für die Ausbildung an Wärmepumpen- und Wasserstoffsystemen neue Maßstäbe setzt.“
„Im Rahmen des Projektes entstehen bereits heute erste praxisnahe Lern- und Demonstrationsräume, in denen moderne Technologien der Energie- und Gebäudetechnik erlebbar gemacht werden“, erläutert Dr. Jens Wiggers vom Berufskolleg. Die entwickelten Konzepte und Ausstattungen sollen perspektivisch in einen zukünftigen Campusstandort überführt und dort weiter ausgebaut werden.
Eine Talent-Pipeline für die nationale Wärmewende
Für die beteiligten Unternehmen ist das Engagement in Bottrop weit mehr als Sponsoring. Es ist ein nachhaltiger Beitrag zur Fachkräfteausbildung. In Zeiten des akuten Fachkräftemangels bietet der zukünftige Zukunftscampus eine herstellerübergreifende Plattform, auf der künftige Experten an den Systemen verschiedener Hersteller gleichzeitig ausgebildet werden. Dieses Modell der Public- Private Partnership zeigt, wie Just Transition im Ruhrgebiet praktisch funktioniert.
Durch die Zusammenarbeit von Schule, Hochschule, Wirtschaft und weiteren Partnern entsteht ein Bildungsnetzwerk, das Fachkräfteentwicklung, Innovation und Strukturwandel miteinander verbindet. Gleichzeitig werden Bildungswege zwischen Schule, beruflicher Bildung, Hochschule und Weiterbildung stärker miteinander verzahnt.
Signalwirkung für Düsseldorf und Berlin
Der Zukunftscampus Bottrop steht beispielhaft für die enge Verbindung von Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und kommunaler Entwicklung. Ziel ist es, innovative Lernorte zu schaffen, die junge Menschen frühzeitig für technische Berufe begeistern und gleichzeitig neue Impulse für die Fachkräftesicherung im Ruhrgebiet setzen.
„Wir verwalten nicht den Mangel, wir gestalten die Fachkompetenz von morgen“, so Guido Tewes, Schulleiter des Berufskollegs Bottrop.
Mit der Unterstützung starker Industriepartner und der engen Zusammenarbeit zwischen Stadt Bottrop, Berufskolleg Bottrop und Hochschule Ruhr West entwickelt sich der Zukunftscampus Bottrop zu einem wichtigen Baustein für die Gestaltung des Strukturwandels und die Qualifizierung zukünftiger Fachkräfte in einer klimaneutralen und digitalisierten Arbeitswelt.