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© Stadt Bottrop

Das Maschinenhaus im BernePark hat einen neuen Gastronom

Gastronomie und „dasparkhotel“ starten am 17. April in die neue Saison – mit Ibrahim Kabakci als neuem Leiter vor Ort.

Das Maschinenhaus im BernePark bekommt einen neuen Betreiber: Ab April übernimmt der in Bottrop bekannte Gastronom Ibrahim Kabakci den Betrieb des markanten Gebäudes, das einst die Steuerzentrale der ehemaligen Kläranlage der Emschergenossenschaft war. Neben dem gastronomischen Angebot soll das Maschinenhaus weiterhin ein wichtiger Treffpunkt für das Quartier sowie für Besucherinnen und Besucher des BerneParks und Gäste von „dasparkhotel“ bleiben.

Der neue Betreiber: Ibrahim Kabakci© Emschergenossenschaft

Die bisherige Betreiberin Ramona Kosobudzki, die das Maschinenhaus im vergangenen Jahr gemeinsam mit einer Kinder-Mitmach-Kochschule geführt hat, wird sich künftig neu ausrichten. Dabei wird sie einen stärkeren Schwerpunkt auf ihr Catering-Angebot und ihre Kochschule legen. Gleichzeitig bleibt sie dem Standort Bottrop verbunden und führt ihr Angebot hier weiterhin fort (Weitere Informationen unter lecker-im-pott.de und mitkochen-im-pott.de).

Der BernePark startet derweil am 17. April in die neue Saison. Bis zu der Wiedereröffnung werden noch Renovierungsarbeiten im Maschinenhaus durchgeführt. „Wir möchten dem Haus ein Facelift geben. Dabei ist es uns wichtig, den industriellen Charakter des Gebäudes noch stärker herauszuarbeiten und gleichzeitig die Abläufe im gastronomischen Betrieb zu verbessern. So wird beispielsweise die Theke in den großen Gastraum verlegt“, erläutert Ibrahim Kabakci seine Planungen.

Gleichzeitig soll das Maschinenhaus weiterhin ein Ort der Begegnung für das Quartier bleiben. Auch die im BernePark geplanten Veranstaltungen wie das Stadtteilfest oder die Extraschicht werden durch den neuen Betreiber unterstützt.

BernePark als Quartiers-, Freizeit- und Tourismusstandort

Der Betreiberwechsel wurde durch die Wirtschaftsförderung der Stadt Bottrop aktiv begleitet. Ziel war es, den gastronomischen Standort nachhaltig zu sichern und gleichzeitig neue Impulse für die Quartiersentwicklung sowie den Freizeit- und Tourismusstandort zu setzen. Die Stadt Bottrop und die Emschergenossenschaft verfolgen mit dem Betreiberwechsel gemeinsam das Ziel, den Standort langfristig als Quartiers-, Freizeit- und Tourismusstandort zu stärken. Durch seine Lage am bei Radfahrenden und Wandernden äußerst beliebten Emscher-Weg ist der BernePark bereits ein beliebtes Ziel für Tourist*innen. Auch „dasparkhotel“ ist als außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeit – hier kann in Kanal-Rohren genächtigt werden – ein Anziehungspunkt für Gäste aus dem In- und Ausland. Zudem ist der Park aufgrund seiner besonderen Gestaltung ein vielbeachtetes Beispiel moderner Landschaftsarchitektur.

Oberbürgermeister Matthias Buschfeld betont die Bedeutung des Standortes: „Der BernePark ist ein wichtiges Standbein für unseren Freizeit- und Tourismusstandort, gleichzeitig aber auch eine wichtige Aufenthalts- und Erholungsfläche für die Bottroperinnen und Bottroper. Deshalb ist es uns sehr wichtig, hier auch künftig einen engagierten Betreiber zu haben, der den Standort weiterentwickelt. Die Stadt Bottrop und die Emschergenossenschaft haben hierbei sehr eng zusammengearbeitet. Diese Kooperation ist für einen solchen Standort von großer Bedeutung.“

Auch die Emschergenossenschaft als Eigentümerin des BerneParks begrüßt die Fortführung der positiven Entwicklung des Standortes. „Der BernePark ist für uns ein wichtiger Ort entlang des blaugrünen Bandes zwischen der Emscher-Quelle in Holzwickede und der Emscher-Mündung in den Rhein bei Dinslaken und Voerde. Als einer von insgesamt vier Emscher-Höfen lädt der BernePark zum Verweilen und zum Entdecken der neuen Emscher ein. Spannend ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Berne künftig als renaturierter Fluss in einem naturnahen Bett verläuft. Nach Jahrzehnten der offenen Abwasserentsorgung wird das Abwasser inzwischen unterirdisch zu den Kläranlagen geleitet und die Gewässerstruktur umfassend revitalisiert. Einzig im Bereich des BerneParks bleiben Teile der charakteristischen Betonsohlschalen – als Denkmal und als nachhaltige Mahnung für Umwelt- und Naturschutz erhalten“, sagt Liana Weismüller, Vorständig für Personal und Nachhaltigkeit bei der Emschergenossenschaft.

Hintergrund: Vom Klärwerk zum Bürgerpark

Der BernePark ist neben dem Emscherquellhof in Holzwickede, dem Hof Emscher-Auen in Castrop-Rauxel/Dortmund und dem Hof Emschermündung in Dinslaken einer von vier Höfen entlang der Emscher, die in den vergangenen Jahren von der Emschergenossenschaft entwickelt wurden. Er steht symbolisch für den Strukturwandel in der Region, der mit dem wasserwirtschaftlichen Umbau des Emscher-Systems einhergegangen ist: Aus einem ehemaligen, abgesperrten Meideraum ist ein wahrer Freizeitort geworden. Mitte der 1950er-Jahre in Betrieb genommen, war das Klärwerk damals eines der modernsten seiner Art in Deutschland. 1997 wurde es nach der Inbetriebnahme der Großkläranlage der Emschergenossenschaft in der Welheimer Mark stillgelegt und verweilte erst einmal still vor sich hin. Spazierende und Radfahrende konnten zwar von den oberhalb der Anlage liegenden Wegen einen Blick auf das sich wie im Dornröschenschlaf befindende ehemalige Klärwerk erhaschen, mehr aber auch nicht – bis die Emschergenossenschaft im Kulturhauptstadtjahr 2010 das Gelände gemeinsam mit der Stadt Bottrop und den Menschen im Stadtteil Ebel wachküsste und im Rahmen der Ausstellung Emscherkunst.2010 zu einem Bürgerpark umbaute.

Auch heute ist noch gut erkennbar, was einst zwei Klärbecken mit Durchmessern von 73 Metern waren: Das eine ist heute noch mit Wasser gefüllt – allerdings nicht mehr mit Abwasser, sondern mit sauberem Nass. Das andere Becken dagegen wurde komplett trockengelegt und ist bis heute der Blickfang schlechthin im BernePark: Nach Entwürfen des niederländischen Künstlers Piet Oudolf wurde ein mit mehr als 20.000 Stauden und Gräsern begrünter und begehbarer „Senkgarten“ errichtet, der in seiner Wirkung einem Amphitheater ähnelt – und mittlerweile viele Besucher zum Verweilen einlädt. Aus dem einstigen Meideraum, der Emscher-Zone, ist längst ein Platz zum Verweilen geworden.

Schlafen im Kanalrohr

Rund fünf Millionen Euro wurden in den Umbau des Klärwerksgeländes zum BernePark investiert, gefördert wurde das Projekt vom Land Nordrhein-Westfalen (Umweltministerium und Städtebauministerium). Für die Stadt Bottrop bedeutet die Umgestaltung ein deutliches Plus: Der BernePark ist nicht nur eine Aufwertung für die Wohnqualität im Stadtteil Ebel, sondern zieht mit seinem künstlerischen Anspruch zudem Gäste aus dem ganzen Ruhrgebiet sowie von außerhalb der Region an. Für internationale Schlagzeilen sorgte in den vergangenen Jahren „dasparkhotel“ nach einer Idee des österreichischen Künstlers Andreas Strauss – denn wo sonst kann man sich schon in einem Abwasserkanal zur Ruhe betten? Buchungen für Übernachtungen sind übrigens bereits wieder möglich. Die erste Nacht im Rohr kann ab dem 17. April verbracht werden.

Übrigens, schon gewusst? Das Kanalrohr-Hotel im BernePark symbolisiert die über 430 Kilometer an neuen unterirdischen Abwasserkanälen, die im Zuge des Emscher-Umbaus von der Emschergenossenschaft verlegt wurden – sie ermöglichen erst den Wandel des einst offenen Schmutzwasserlaufs zu einem sauberen und idyllischen Fluss.

Siehe hierzu auch: