Stadtgeschichte: Älteste Karte von Bottrop
Die älteste Karte, auf der sich der Name Bottrop -" Bortorp " - findet, verdankt ihre Entstehung den Streitigkeiten zwischen dem Erzbistum Köln und den Grafen von Schaumburg-Holstein über die Besitzverhältnisse des Waldes Bischofssondem. Da er seine Kriege finanzieren musste, hatte der Kölner Erzbischof Dietrich von Moers, Landesherr des Vestes, die gesamte Region erstmals 1438, dann 1446 verpfändet. Nach langwierigen Verhandlungen und Prozessen vor dem Reichskammergericht zu Speyer gelang es dem Kölner Fürstbistum 1576, das inzwischen auf die Grafen von Schaumburg-Lippe übergegangene Vest wieder einzulösen.
Strittig blieben die Besitzverhältnisse des Waldes Bischofssondern, der von beiden Seiten als ihr Eigentum beansprucht wurde. So erhielt der Duisburger Kartograph Arnold Mercator, ältester Sohn von Gerhard Mercator, von der Kölner Kurie den Auftrag, die geographischen und territorialen Gegebenheiten im Raum Bottrop aufzuzeichnen. Die von Mercator angefertigte und mit dem Datum des 28. Oktober 1579 signierte Karte im Format von 33 x 64 Zentimetern, eine mit Aquarellfarben auf Leinen gemalte Darstellung, trägt den Titel: "Eygentliche Beschreibung und Gelegenheyt des Waldes genandt den Bischofs Sunderen sampt allen seinen proprieteyten". Sie ist eine Verbindung von Grundriss und Aufriss in einem Maßstab von etwa 1:8000.
Der von Mercator angegebene Besitzstand, der den Vorstellungen seines Auftraggebers entsprach, blieb bis zur Auflösung der geistlichen Territorien 1803 rechtsverbindlich. Das Kartenwerk mit der Cyriakus-Kirche am linken unteren Bildrand war lange Zeit verschollen und wurde erst 1958 im Archiv der Güterverwaltung des Herzogs von Arenberg auf Schloss Nordkirchen wiederentdeckt. Das einzigartige Dokument Bottroper Stadtgeschichte wurde der Stadt Bottrop als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.