Aspelflötte: Umbau schreitet zügig voran
Parallel zum Gewässerausbau durch die Emschergenossenschaft baut die Stadt Bottrop in der Welheimer Mark den neuen Gewerbeboulevard
Der Umbau der Aspelflötte im Rahmen des interkommunalen Stadtentwicklungsprojektes „Freiheit Emscher“ schreitet weiter zügig voran. Der neue Gewässerdurchlass unter der Straße „In der Welheimer Mark“ soll im August fertiggestellt werden. Der Bau eines ebenfalls neuen Gewässerdurchlasses unter der Straße „Haverkamp“ wird im September abgeschlossen, sodass voraussichtlich ab Oktober 2026 die zurzeit vollgesperrte Straße „Haverkamp“ wieder für den Verkehr geöffnet werden kann. Parallel zu diesen Arbeiten beginnt die Emschergenossenschaft nun im August mit der Herstellung der neuen Bachtrasse für die Aspelflötte von der Straße „In der Welheimer Mark“ bis zur Boye. Darüber hinaus wird der bereits bestehende – jedoch technisch stark überformte – Gewässerabschnitt der Aspelflötte zwischen der Straße und der Kläranlage der Emschergenossenschaft naturnah umgestaltet. Diese Arbeiten werden bis zirka Ende 2027 andauern.
Im Zuge des Vorhabens „Freiheit Emscher“ setzt die Emschergenossenschaft den wasserwirtschaftlichen Umbau der Aspelflötte sowie die Anbindung des Schäpersbachs an die Aspelflötte um. Dabei wird nicht nur die bestehende Trasse der Aspelflötte renaturiert und aufgewertet – auch bislang unterirdisch verrohrte Abschnitte werden offengelegt und neu modelliert. Gemeinsam mit den Partnern der Stadt Bottrop, der RAG Aktiengesellschaft und der Freiheit Emscher Entwicklungsgesellschaft mbH erfolgte der Startschuss für die Bauarbeiten im Januar 2026 – dieser galt zugleich auch für den Gewerbeboulevard, den die Stadt Bottrop parallel in der Welheimer Mark umsetzt.
Hintergrund
Ursprünglich waren sowohl die Aspelflötte sowie der Schäpersbach direkt an die Emscher angeschlossen. Infolge von bergbaubedingten Bodensenkungen in der Welheimer Mark kam es jedoch zu Abflussproblemen, weswegen die natürliche Vorflut der Gewässer verloren ging und diese stattdessen an die unterirdische Kanalisation angebunden wurden. Dieser ökologische Missstand wird im Zuge des Großprojektes „Freiheit Emscher“ behoben. Der Gewässerumbau dient der Schaffung einer nachhaltigen Entwässerung für das neu entstehende Gewerbegebiet, indem die Aspelflötte und der Schäpersbach an die Boye und somit an das Emscher-System angebunden werden. Durch die künftige Ableitung wird neben dem Pumpwerk Schäpersbach insbesondere das Pumpwerk Piekenbrocksbach entlastet.
Der Bau neuer Gewässerabschnitte bzw. die Umgestaltung der vorhandenen Abschnitte der Aspelflötte dient der ökologischen Aufwertung des Gewässers. Auf einer Länge von zirka 930 Metern wird die Aspelflötte im aktuellen Bestand von Betonsohlschalen befreit und naturnah umgestaltet, während das Gewässer auf einer Länge von insgesamt zirka 1265 Metern komplett neu angelegt und modelliert wird. Zur Anbindung des Schäpersbachs an die Aspelflötte wird die Emschergenossenschaft die Bahnlinie im nördlichen Projektbereich mit einem rund 100 Meter langen Rohrvortrieb (Innendurchmesser: zwei Meter) unterqueren müssen. Die Fertigstellung des gesamten Gewässerumbaus ist für Ende 2028 geplant.
Neue Rad- und Fußwege entstehen
Durch die Verknüpfung mit den Maßnahmen der Stadt Bottrop zum Neubau des Gewerbeboulevards und des geplanten Gewerbegebietes Freiheit Emscher wird die Aspelflötte in den kommenden Jahren im öffentlichen Raum sicht- und erlebbar: Im Zuge der Bachrevitalisierung baut die Emschergenossenschaft gewässerbegleitende Wege auf einer Länge von zirka 1.900 Metern. Davon werden rund 960 Meter zu Fuß- und Radwegen ausgebaut, welche auch an die neuen Fuß- und Radwege des Gewerbeboulevards und des neuen Gewerbegebietes angebunden werden.
Für den wasserwirtschaftlichen Umbau der Aspelflötte erhält die Emschergenossenschaft rund 16,3 Millionen Euro an Fördermitteln aus dem Just Transition Fund (JTF) des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union.
Bau des Gewerbeboulevards
Das Vorhaben zum Bau des Gewerbeboulevards ist ebenfalls ein Teil des Kooperationsprojektes Freiheit Emscher. Er soll im Bottroper Süden und im Essener Norden die ehemals bergbaulich genutzte Flächen verkehrlich erschließen. Ziel ist die Realisierung eines Abschnittes des Gewerbeboulevards als erster Baustein zur Entwicklung des Gewerbegebiets Welheimer Mark.
Die Maßnahme umfasst den Ausbau der öffentlichen Verkehrsflächen in der Straße „In der Welheimer Mark“ auf einer Länge von rund 550 Metern zwischen der Lüningstraße und dem Haverkamp. Im Zuge dieser Ausbauarbeiten wird ebenfalls der Entwässerungskanal (Schmutz- und Regenwasser) in offener Bauweise auf einer Gesamtlänge von rund 900 Metern erneuert.
Der Gewerbeboulevard kann nicht in einem Schritt über die gesamte Länge gebaut werden, sondern wird in Abschnitten realisiert. Der Bau des ersten Abschnitts zwischen Lüningstraße und Haverkamp, schreitet gut voran. Die Umsetzung dauert voraussichtlich bis Mitte 2027. Im Anschluss wird der zweite Abschnitt des Gewerbeboulevards mit der Herstellung des Kreisverkehres an der Ecke In der Welheimer Mark und Haverkamp sowie der Straßenbau im Haverkamp auf einer Länge von zirka 100 Metern folgen. Er ist die Basis für die Erschließung des Projektraums Freiheit Emscher auf Bottroper Stadtgebiet.
Die Stadt Bottrop erhält für den Ausbau des Gewerbeboulevards Fördermittelzuwendungen in Höhe von etwa 10,5 Millionen Euro. Die Zuwendungen bestehen sowohl aus EFRE-Mitteln der Europäischen Union als auch aus Mitteln des Landes Nordrhein- Westfalen. Die Gesamtkosten des Projekts betragen zirka 12 Millionen Euro. Das Projektende ist für das Jahr 2029 vorgesehen.