Entspannte Ferien mit individueller Betreuung
Sommerfreizeit für Menschen mit Behinderung bietet drei Wochen abwechslungsreiches Programm
Seit mittlerweile 34 Jahren organisiert das Sozialamt der Stadt Bottrop die Sommerfreizeit für Menschen mit Behinderung. Auch in diesem Jahr stößt das Angebot auf große Resonanz: Die Freizeit im Spielraum an der Prosperstraße ist bis auf den letzten Platz ausgebucht. Insgesamt 55 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von sechs bis 21 Jahren nehmen an dem dreiwöchigen Ferienangebot teil.
Dabei besteht die Möglichkeit, entweder während der gesamten drei Wochen oder wochenweise an der Freizeit teilzunehmen. „Uns ist es wichtig, dass wir den Kindern und Jugendlichen in dieser Zeit eine Freude bereiten und gleichzeitig die Eltern und Angehörigen in ihrem Alltag entlasten“, erklärt Stefan Bartizal vom Sozialamt der Stadt Bottrop.
Für die Teilnehmenden steht ein abwechslungsreiches Programm auf dem Plan. Dazu gehören unter anderem Ausflüge in verschiedene Schwimmbäder, darunter der AquaPark sowie ein besonders barrierefreies Schwimmbad in Borken. Auf dem Rotthoffshof in Kirchhellen können die Kinder und Jugendlichen therapeutisches Reiten erleben. Außerdem sind Besuche im Hüpfburgenparadies in Vonderort und im Kaisergarten geplant. Auch eine erste Stippvisite auf dem neu eröffneten Karls Erlebnis-Dorf in Oberhausen gehört in diesem Jahr zum Programm.
„Wir versuchen, möglichst viele Ausflüge anzubieten. Dabei achten wir immer darauf, den individuellen Bedürfnissen der Teilnehmenden gerecht zu werden und dafür zu sorgen, dass entsprechend geschultes Personal dabei ist“, sagt Bartizal. So begleiten beispielsweise drei Betreuungskräfte mit Rettungsschwimmerschein die Freizeit und sorgen insbesondere bei den Schwimmbadbesuchen für zusätzliche Sicherheit.
Intensive Betreuung und medizinische Versorgung
Insgesamt 58 Mitarbeitende sind während der Sommerfreizeit im Einsatz. Dadurch kann in den meisten Fällen eine eins-zu-eins-Betreuung gewährleistet werden. Zusätzlich ist stets medizinisches Fachpersonal vor Ort, das unter anderem die Medikamentengabe übernimmt und bei besonderem Pflegebedarf unterstützt.
Auch der tägliche Transport ist Bestandteil des umfassenden Betreuungskonzepts. In Zusammenarbeit mit einem Busunternehmen werden die Teilnehmenden sicher zur Ferienfreizeit und wieder nach Hause gebracht. Mitarbeitende der Sommerfreizeit begleiten die Fahrten und stehen dabei im direkten Austausch mit Eltern und Angehörigen. So können besondere Bedürfnisse besprochen und Informationen über den Tagesverlauf weitergegeben werden – insbesondere dann, wenn Teilnehmende selbst nur eingeschränkt darüber berichten können.
„Diese traditionsreiche Sommerfreizeit ist unfassbar komplex und vielseitig. Die besondere Intensität, der Austausch mit den Eltern, die ständige Begleitung und die Sicherstellung von genügend geschultem Personal sind ausschlaggebend für den Erfolg“, betont Schul- und Sozialdezernentin Karen Alexius-Eifert. „Ich bedanke mich bei allen Mitarbeitenden für das große Engagement.“
Rückhalt für ein seit Jahrzehnten etabliertes Angebot
Auch aus der Politik erfährt die Sommerfreizeit Unterstützung. Andreas Bartz, Vorsitzender des Beirats für Menschen mit Behinderung, und Tobias Bugdoll, stellvertretender Vorsitzender, unterstreichen die Bedeutung des Angebots: „Wir tun alles in unserer Macht Stehende, damit diese freiwillige Maßnahme weiterhin erhalten bleibt. Das über drei Jahrzehnte lange Bestehen spricht für sich. Es ist wichtig, dass Angehörige Entlastung erfahren, während die Kinder und Jugendlichen eine speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Freizeit genießen können.“
Dass die Sommerfreizeit auch nach mehr als drei Jahrzehnten weiterhin gefragt ist, zeigen die Anmeldezahlen. In diesem Jahr sind erneut zwölf Teilnehmende zum ersten Mal dabei. Stefan Bartizal möchte deshalb auch Familien, die das Angebot bislang noch nicht kennen, dazu ermutigen, ihren Kindern eine Teilnahme zu ermöglichen.
Dabei erlebt das Team immer wieder, wie sich die Kinder und Jugendlichen im Laufe der Zeit weiterentwickeln. „Wir haben hier einige ‚Wiederholungstäter‘, die am Anfang sehr in sich gekehrt und stark auf einzelne Personen oder Räume fixiert waren. Heute laufen sie gemeinsam mit ihren Betreuern von Raum zu Raum und werden zunehmend unabhängiger in ihrem Tun“, berichtet Bartizal. „Eine solche Entwicklung zu sehen, freut uns natürlich besonders.“
Neben der Sommerfreizeit bietet die Stadt Bottrop auch in den Osterferien eine Freizeit für erwachsene Menschen mit Behinderung an, deren Schulpflicht bereits beendet ist.
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