Maikundgebung in der Innenstadt
Rund 300 Teilnehmende setzen Zeichen für soziale Gerechtigkeit
Mit einem Platzkonzert der Bergkapelle Prosper Haniel auf dem Berliner Platz sind am 1. Mai die Feiern zum „Tag der Arbeit“ in Bottrop gestartet. Eröffnet wurde mit „Der Mai ist gekommen“, bevor die rund 300 Teilnehmenden gemeinsam über die Gastromeile Gladbeckerstraße zur Gambrinus-Bühne zogen. Dort fand die zentrale Kundgebung unter dem diesjährigen Motto des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ statt.
Neben Bürgermeister Thomas Göddertz, MdL sprachen dort die Hauptrednerin Henrike Eickholt (Leiterin des Landesfachbereichs Handel bei ver.di) sowie der Vorsitzende des DGB in Bottrop, Pascal Steinebach.
In seiner Ansprache betonte Steinebach die zentrale Rolle der Beschäftigten: „Die Beschäftigten sind nicht das Problem – sie sind die Lösung! Sie halten den Laden am Laufen und sichern den Wohlstand des Landes. Dafür gehen wir heute auf die Straße!“ Bei der Verteidigung der Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer spielten die Gewerkschaften eine zentrale Rolle. „Die Arbeitsplätze in Deutschland geraten unter Druck, Standorte werden verlagert, soziale Sicherheit wird infrage gestellt. Das machen wir nicht mit!“
Bürgermeister Thomas Göddertz, MdL griff das Motto des Tages in seiner Rede auf. „Profite sind für sich genommen nichts Schlechtes. Entscheidend ist aber, unter welchen Bedingungen sie erwirtschaftet werden und ob sie auch den Belegschaften zugutekommen.“ Er mahnte mehr Verantwortung seitens der Unternehmen an: „Es kann und darf nicht sein, dass im Zuge von Sparmaßnahmen immer zuallererst bei den Beschäftigten gespart wird.“ Mit Blick auf derzeitige politische Debatten ergänzte er: „Solche Aussagen sind ein Schlag ins Gesicht all derer, die tagtäglich ihrer Arbeit nachgehen.“
Auch Henrike Eickholt (ver.di) stellte in ihrer Rede insbesondere die Situation der Beschäftigten in den Mittelpunkt: „Wir als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden in die Ecke gedrängt, alles wofür wir gekämpft haben, soll wegfallen. Das machen wir nicht mit.“ Sie verwies zudem auf die Bedeutung leistungsfähiger Kommunen „Die Kommunen sind die Grundlage unseres Lebens, hier fühlen wir uns sicher. Hier muss der Nahverkehr stimmen, hier muss die Kitaversorgung stimmen, hier müssen die Straßen in Ordnung sein. Und das sind alles Sachen, die kann die Stadt nur erledigen, wenn ausreichend Geld zur Verfügung gestellt wird. Deshalb fordern wir nach wie vor aus Berlin, einen Altschuldenerlass und Geld für die Kommunen.“
Abschließend bedankte sich Henrike Eickholt bei den GastronomInnen auf der Gastromeile, die ihre Kneipen und Cafés am 1. Mai für das gemeinsame Zusammenkommen geöffnet hatten.
Mit einem besonderen Moment endete die Kundgebung. Angestimmt von der Bergkapelle Prosper Haniel sangen alle gemeinsam das Steigerlied, bevor es mit dem Familienfest auf der Gastromeile weiterging. Hier luden die IG Rathausviertel und die Gewerkschaften bei schönstem Maiwetter gemeinsam zu Live-Musik, Essen und Trinken, Infoständen und Kinderprogramm ein.