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© Stadt Bottrop

„Spuren in Stein“ im Bürgerbüro

Schülerinnen verbinden Geschichte und Kunst

Im Bürgerbüro des Rathauses sind Bilder und Plastiken von Schülerinnen des Josef-Albers-Gymnasiums zu sehen. Die zehn Arbeiten eines Projektkurses haben „Spuren in Stein - Vom Bauwerk zum Kunstwerk“ zum Thema. Oberbürgermeister Matthias Buschfeld lobt die variantenreiche künstlerische Herangehensweise der Schülerinnen.  „Sie haben sich mit Neugier, Kreativität und großem Engagement auf dieses Thema eingelassen und zeigen uns mit ihren Arbeiten, wie spannend der Dialog zwischen Geschichte und Kunst sein kann“, sagt er während der Eröffnung.

Das Projekthema wurde auf vielfätige Weise aufgegriffen.© Stadt Bottrop

Die von der Lehrerin Katharina Hüttermann geleitete Projektgruppe hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Dabei wurden sie von Stadtarchivarin Heike Biskup, der Historischen Gesellschaft, der Alt-Katholischen Pfarrgemeinde, einem Steinmetz, dem Museumszentrum und einer Archäologin unterstützt. „Steine bewahren Erinnerungen, prägen das Gesicht einer Stadt und machen ihren Wandel sichtbar. In Fassaden, Reliefs und Bauwerken finden sich Spuren vergangener Zeiten“, schreibt Hüttermann in der Broschüre zur Ausstellung.

Die künstlerische Auseinandersetzung der Projektgruppe beschränkt sich nicht nur auf die handwerkliche Umsetzung der Werke. Vielmehr ging es um die Interpretation eigener Perspektiven. Nicht immer sei es auf Anhieb gelungen, dem eigenen Anspruch gerecht zu werden, räumen die Schülerinnen ein. Während der Entwicklungsprozesse mussten Ideen immer wieder verworfen und neue Ansätze gefunden werden.

Für Schulleiter Ingo Scherbaum geht damit ein pädagogisches Konzept auf. „Kunst soll zum Denken anregen“, sagt er und bezieht sich dabei auf den Namensgeber seiner Schule. „Open your eyes“, war ein Credo von Josef Albers.

Die ausgestellten Projektarbeiten zeigen, wie vielseitig die Schülerinnen die unterschiedlichen Perspektiven aufgenommen haben. Die steinerne Fährtentafel aus dem Museum für Ur- und Ortsgeschichte wird ebenso thematisch aufgegriffen wie der Steinkohlebergbau oder Fassadenelemente. Die Teilnehmerinnen beschränken sich dabei nicht auf Acrylgemälde und Zeichnungen, sondern nutzen skulpturale Elemente, beispielsweise eine Disco-Kugel oder ein Puppenhaus.

In der historischen Entwicklung Bottrops greifen die Schülerinnen unterschiedliche Epochen und Ereignisse auf. Die Industrialisierung durch den Bergbau und den Formsandabbau der Familie Dickmann werden ebenso verarbeitet wie die Orientierung von Gastarbeitern in ihrer neuen Heimat oder der Skandal um den Vertrieb wirkungsloser Krebsmedikamente. Trotz der einheitlichen Themenstellung stehen am Projektende sehr unterschiedliche Arbeiten, die noch bis zum 17. Juli im Bürgerbüro des Rathauses zu sehen sind.