Immobilienmarkt Bottrop: Halbjahresbericht 2026
Kurzbericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte zur Entwicklung des Bottroper Immobilienmarktes im 1. Halbjahr 2026
Nach dem Einbruch von 2023 hat sich der Immobilienmarkt in Bottrop in den Jahren 2024 und 2025 leicht erholt. Im ersten Halbjahr 2026 sind die Zahlen nun wieder leicht rückläufig. Sowohl in Bezug auf die Anzahl der Kauffälle als auch bei den Geldumsätzen sind leichte Rückgänge zu verzeichnen. Von einem Einbruch kann man aber nicht reden, eher von einer Stabilisierung des vorhandenen Niveaus.
Insgesamt sind 432 Kauffälle bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses eingegangen; im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 445 Fälle. Aufgrund der Unsicherheiten (Zinsniveau, Arbeitsmarktdaten, Teuerungsrate) ist davon auszugehen, dass es auch zum Ende des Jahres etwas weniger Kauffälle sein werden als im letzten Jahr. Beim Geldumsatz wurde das Bild im letzten Jahr durch einige Großverkäufe geprägt. Im 1. Halbjahr 2026 war das nicht der Fall. Daraus resultierend fällt der Geldumsatz mit 127 Mio. € niedriger aus als im Vorjahr des gleichen Zeitraums (157 Mio. €). Auch für das Gesamtjahr 2026 wird ein insgesamt niedrigerer Geldumsatz prognostiziert.
Nachfolgend die differenzierte Betrachtung der Marktsegmente:
Unbebaute Grundstücke:
Im 1. HJ 2026 wurden weniger unbebaute Grundstücke verkauft als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (23 Fälle, -13 Fälle gegenüber dem 1. HJ 2025). Die absolute Anzahl liegt aber weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Der Geldumsatz ist bei den unbebauten Grundstücken gleichgeblieben (3 Mio.).
Bebaute Grundstücke:
Im 1. HJ 2026 sind weniger Kaufverträge bebauter Grundstücke (200 Fälle) eingegangen als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs (230 Fälle). Auch zum Ende des Jahres wird wegen der Rahmenbedingungen mit etwas weniger Kaufvertragsabschlüssen gerechnet. Der geringere Geldumsatz (82 Mio. € gegenüber 115 Mio. € im 1. HJ 2025) ist insbesondere auf die fehlenden Großverkäufe zurückzuführen. Die Preise im Bereich des Verkaufs gebrauchter Doppel-/Reihenendhäuser sind seit Anfang des Jahres leicht gefallen. Die Preise im Bereich des Verkaufs gebrauchter Reihenmittelhäuser bewegen sich etwa auf dem gleichen Niveau wie am Anfang des Jahres.
Wohnungseigentum/Teileigentum:
Im Bereich des Wohnungseigentums/Teileigentums sind im 1. HJ 2026 deutlich mehr Kaufverträge eingegangen (192 Fälle) als im Vorjahr (151 Fälle). Zum Ende des Jahres wird ebenfalls mit leicht höheren Kaufvertragsabschlüssen gerechnet. Der höhere Geldumsatz (37 Mio. € gegenüber 31 Mio. € im 1. HJ 2025) ist auf die gestiegenen Kauffallzahlen in diesem Segment zurückzuführen. Die Preise im Bereich des Verkaufs gebrauchter Eigentumswohnungen sind seit Anfang des Jahres um ca. 5% gestiegen.
Erbbaurechte und Erbbaugrundstücke:
Die Anzahl der Erbbaurechts- und Erbbaugrundstückskauffälle ist gemessen an der Gesamtzahl der Kauffälle immer eher gering. Im 1. HJ 2026 wurden weniger Erbbaurechte und Erbbaugrundstücke verkauft als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres (2025: 30 Fälle, 2026: 17 Fälle). Der Geldumsatz ist gefallen (5 Mio. € gegenüber 8 Mio. € im 1. HJ 2025).
Der Gutachterausschuss leitet die statistischen Werte aus den Angaben aus den tatsächlich abgeschlossenen Kaufverträgen ab. Jeder Notar ist gesetzlich verpflichtet, eine Kopie des Kaufvertrages über den Verkauf einer Immobilie an den örtlich zuständigen Gutachterausschuss zu übersenden. Zur Markttransparenz und zur Ableitung von für die Wertermittlung (z. B. Gutachten) erforderlichen Daten wertet dieser die Kaufpreissammlung aus und veröffentlicht jährlich einen Grundstücksmarktbericht. Dieser ist neben den Bodenrichtwerten und den Immobilienrichtwerten kostenlos auf der Internetseite www.boris.nrw.de (Öffnet in einem neuen Tab) abrufbar. Darüber hinaus werden auf der Seite hier (Öffnet in einem neuen Tab) in regelmäßigen Abständen (ca. monatlich) aktuelle Zahlen zum Immobilienmarkt veröffentlicht.