Künstler Guido Hofmann verstorben
Bottrop nimmt Abschied von einem bedeutenden Bildhauer und Materialplastiker
Die Stadt Bottrop trauert um den Künstler Guido Hofmann, der am Freitag, 31. Juli, nach schwerer Erkrankung verstorben ist.
Mit ihm verliert Bottrop einen herausragenden Künstler. Sein Wirken hat das Stadtbild und die Kunstlandschaft weit über die Stadtgrenzen hinaus geprägt.
Guido Hofmann wurde 1964 in Essen geboren und lebte und arbeitete als freier Künstler und Materialplastiker in Bottrop-Kirchhellen. Nach dem Fachabitur im gestalterischen Bereich im Jahr 1982 absolvierte er eine Ausbildung zum Bildhauer und legte 1986 seine Gesellenprüfung ab. Seit 1997 war er als freischaffender Künstler tätig und wurde Meisterschüler des spanischen Künstlers Agustín Ibarrola.
Besonders eng verbunden war der Künstler mit den Totems auf der Halde Haniel. Von Beginn an setzte er sich mit außergewöhnlichem Engagement für den Erhalt der von Agustín Ibarrola geschaffenen Skulpturen ein. Zuletzt organisierte und begleitete er die aufwendige Restaurierung sowie die Rückkehr der Totems an ihren angestammten Ort.
Auch darüber hinaus engagierte er sich für die Kunstszene. Er war Zweiter Vorsitzender des Künstlerbundes Bottrop sowie des WBK Forum Kopstadtplatz Essen. Für sein künstlerisches Schaffen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Kunstpreis der Stadt Elsloo in den Niederlanden.
Seine Werke entstanden bevorzugt aus Materialien des Ruhrgebiets – Stein, Beton, Holz, Stahl, Bronze und Kunststoffen. Er galt als Spezialist figürlicher Gestaltung, seine Kreativität reichte jedoch weit über die figürliche Bildhauerei hinaus. Im Laufe seines Schaffens entstanden zahlreiche Skulpturen und Landmarken in ganz Europa.
Auch in Bottrop hat Guido Hofmann bleibende Spuren hinterlassen. Für das August-Everding-Kulturzentrum schuf er die Skulptur „Der Goldene Schnitt“ – ein aus sieben Einzelelementen bestehendes Kunstwerk, das sich für die Betrachtenden zu einer Einheit verbindet und damit sinnbildlich für das Zusammenwirken von Kunst, Raum und Perspektive steht.
"Mit Guido Hofmann-Flick starb nicht nur ein engagierter und einflussreicher Bottroper Künstler, sondern auch ein geschätzter Freund des Kulturzentrums August Everding", sagt Kulturamtsleiterin Martina Schilling-Graef.
Einzelausstellung im Museumzentrum Quadrat
Im vergangenen Jahr wurde er als Gewinner der Einzelausstellung im Rahmen der Jahresausstellung der Bottroper Künstlerinnen und Künstler im Museumszentrum Quadrat für das Jahr 2026 ausgewählt. Dass er diese besondere Würdigung seines Schaffens nicht mehr erleben kann, erfüllt viele Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter mit großer Trauer. Das Museum möchte als Zeichen der großen Anerkennung und Wertschätzung gemeinsam mit seiner Familie an der Ausstellung festhalten, die am 29. November 2026 eröffnen wird.
Mit Guido Hofmann verliert Bottrop einen Künstler, dessen Werke bleiben und dessen Engagement die Stadt nachhaltig geprägt hat. Sein Schaffen wird auch künftig sichtbar sein – in seinen Skulpturen, in den Totems auf der Halde Haniel und in den vielen Orten, die er mit seiner Kunst bereichert hat.