Mit Regenwasser gegen Klimafolgen
Rat entscheidet über Schwammstadtleitlinien
Mit Schwammstadtleitlinien will sich die Stadt gegen die Folgen des Klimawandels wappnen. Nach Beratungen in den Bezirksvertretungen und Ausschüssen entscheidet der Rat am Dienstag, 22. September, abschließend über den Maßnahmenkatalog. „Wir legen damit einen besonderen Fokus auf das Thema Wasser: Wie gehen wir mit langen Trockenphasen und Starkregenereignissen um?“, erklärt Oliver Schüttler, Abteilungsleiter im Stadtplanungsamt. Die 56-seitige Leitlinie listet Lösungsansätze auf, um Niederschlagswasser zu sammeln und örtlich versickern zu lassen.
Gemeinsam mit weiteren Städten der Emscher-Lippe-Region hat sich Bottrop der Zukunftsinitiative Klimawerk angeschlossen. Dabei geht es um Lösungen, um Wasser in einem natürlichen Kreislauf zu halten und so die Kanalisation zu entlasten. Im Rathaus berät eine ämterübergreifende Arbeitsgruppe über maßgeschneiderte Lösungen und unterschiedliche Vorhaben. Abhängig von den jeweiligen Möglichkeiten sollen Mulden, Rigolen oder Gründächer angelegt werden. „Wir haben mit den Leitlinien das Rad nicht neu erfunden, sondern gebündelt, was es bereits gibt“, sagt Christian Rogoll vom Stadtplanungsamt. Herausgekommen ist ein Maßnahmenkatalog, der sich an Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit orientiert.
Mit den Schwammstadtleitlinien stellt sich Bottrop den Herausforderungen des Klimawandels. Die Ausweisung neuer Bauflächen, der Umbau von Straßen und die Neugestaltung von Grünflächen sollen künftig so geplant werden, dass damit auch Beiträge zur Niederschlagswasserbewirtschaftung und Klimaanpassung geleistet werden. Oliver Schüttler sieht darin einen politischen Auftrag, verstärkt auf die klimagerechte Wasserbewirtschaftung zu achten. Dabei räumt er ein, dass die Möglichkeiten sehr unterschiedlich sein können. „Unsere Stadt ist gebaut. Wir haben nicht überall den Platz, alle Möglichkeiten zu nutzen“, sagt er. Neben der baulichen Verdichtung gibt es weitere Restriktionen für den Stadtplaner. Hochstehende Grundwasserspiegel schränken etwa den Einsatz von Versickerungsmulden ein. Auch die Unterhaltskosten beispielsweise für Grünflächen müssen berücksichtigt werden. Die Leitlinien sind ein praxisorientierter Rahmen. Die Zielsetzungen und Handlungsempfehlungen schränken die unterschiedlichen Anforderungen und örtlichen Gegebenheiten nicht ein.
Die Schwammstadtleitlinien dienen als fachliche Orientierung bei Planungs- und Entscheidungsprozessen – von der Siedlungsentwicklung über Verkehrsflächen und Freiräume bis zu städtischen Liegenschaften. Wie eine klimaangepasste und nachhaltige Stadtentwicklung aussieht, zeigen bereits zahlreiche Bauprojekte der vergangenen Jahre. So halten beispielsweise großzügige Baumscheiben am Lamperfeld das Regenwasser zurück und sichern die Wasserversorgung der Bäume während der Trockenperioden. Unter dem Parkplatz der Sporthalle an der Neustraße dienen Rigolen als Wasserspeicher bei Starkregenereignissen. Bei städtischen Neubauten gehören Gründächer seit 2022 zum Standard, so beispielsweise beim Bürgerhaus Batenbrock, dem Funktionsgebäude im Stenkhoffbad, bei Schulbauten sowie der künftigen Feuerwache in Kirchhellen und der Hauptfeuerwache.
Die Leitlinien zielen vordergründig auf die kommunale Planung. Aber auch für Unternehmen und private Investoren können die Darstellungen eine Handreichung zur Verbesserung des Wasserkreislaufs und des Mikroklimas sein. Im Fachbereich Umwelt und Grün berät Matthias Stumpe auf den Einzelfall bezogen über die optimalen Möglichkeiten der Regenwasserbewirtschaftung.
Download
Beratung zum Thema "Regenwasser"
Matthias Stumpe
Anschrift
Verwaltungsgebäude Brakerstraße
Brakerstr. 74
46238 Bottrop
Karte öffnen (Google Maps) (Öffnet in einem neuen Tab)
Karte öffnen (OpenStreetMap) (Öffnet in einem neuen Tab)
ÖPNV-Verbindung (Öffnet in einem neuen Tab)
Kontakt
Tel.: 02041 703746
Fax: 02041 7053116
E-Mail-Adresse: matthias.stumpebottropde
Raum 2.08