Kommunaler Wärmeplan liegt vor
Bürgerinnen und Bürger können sich mit Fragen und Anregungen bis zum 15. Mai beteiligen
Der Kommunale Wärmeplan (KWP) ist ein zentrales Instrument, um die Klimaschutzziele im Gebäudesektor zu erreichen. Mit einer systematischen und strategischen Planung werden fossile Energieträger schrittweise durch regenerative Energien ersetzt. Nach einem Jahr der Vorbereitung wird der Kommunale Wärmeplan jetzt vorgestellt.
Bürgerinnen und Bürger können sich mit Fragen und Anregungen am KWP beteiligen. Dazu liegt der rund 140-seitige Plan bis zum 15. Mai im Kundenzentrum Bauen, Luise-Hensel-Straße 1, zur Einsicht aus. Zudem kann das Konzept im Internet unter www.bottrop.de heruntergeladen werden.
In Bottrop werden jährlich rund 1.137 GWh für die Wärmeversorgung benötigt, etwa 80 Prozent davon kommen aus fossilen Energieträgern. Es besteht bereits ein Fernwärmenetz im Süden. Ein Nahwärmenetz in Kirchhellen befindet sich im Ausbau. Die Potenzialanalyse hat hohe Wärmepotenziale in Form von industrieller Abwärme, Abwasserwärme und Flussthermie identifiziert. Durch die Sanierung von Wohngebäuden ließen sich jährlich 231 GWh einsparen.
Mithilfe dieser Grunddaten hat die Beratungsagentur Conenergy-Consult verschiedene Szenarien berechnet, bewertet und angepasst. In einem Zielszenario wurde ein realistisches und tragfähiges Zielbild für die Wärmeversorgung definiert, das durch den Ausbau der bestehenden Fern- und Nahwärmenetze charakterisiert ist. Für Gebiete ohne Wärmenetz zeichnet sich eine dezentrale Wärmeversorgung in Form von Heizstrom und fester Biomasse ab. Wobei Biomasse zwar nachwachsend ist, aber nicht klimaneutral.
Für die Kommunale Wärmeplanung hat sich Bottrop mit den Städten Gelsenkirchen und Gladbeck zusammengeschlossen. Synergien, die sich durch städteübergreifende Akteure, wie den Strom- und Gasnetzbetreiber EVNG sowie den Wärmenetzbetreibern Iqony und Uniper ergeben, sollen so genutzt werden.
Der KWP gibt Empfehlungen, wie die Gebäude in unterschiedlichen Gebieten künftig am preisgünstigsten mit Wärme versorgt werden können. Die aufgeführten Vorschläge ersetzen keine individuellen, projektbezogenen Planungen. Eine kommunale Umsetzungsstrategie soll Maßnahmen für die kommenden fünf Jahre entwickeln.
Im Juni wird der KWP in den politischen Gremien beraten: in der Bezirksvertretung Bottrop-Kirchhellen am 9. Juni, in der Bezirksvertretung Bottrop-Süd am 18. Juni, in der Bezirksvertretung Bottrop-Mitte am 23. Juni, im Ausschuss für Stadtplanung und Umweltschutz am 25. Juni und im Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschuss am 30. Juni. Abschließend entscheidet der Rat in seiner Sitzung am Dienstag, 7. Juli.
Im Rahmen der Offenlage können Bürgerinnen und Bürger ihre Fragen und Anregungen bis zum 15. Mai an waermeplanungbottropde schicken.