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© Stadt Bottrop

Infrastrukturprojekt an der Grafenmühle steht bevor

Stadt und RVR investieren rund 550.000 Euro in Abriss und Neubau von Stauwehr und Brücke

Die maroden und extrem beschädigten Bauwerke, ein Stauwehr und ein Durchlass, am Rotbach und Grafenmühlenteich werden in den Jahren 2026 und 2027 komplett erneuert, dem stimmte der Naturschutzbeirat der Stadt Bottrop in seiner Sitzung am 16. März mehrheitlich (mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung) zu. Die Stadt Bottrop und der Regionalverband Ruhr (RVR) investieren hierfür rund 550.000 Euro brutto.

Die alten Anlagen wurden nach wiederholten Bauwerksprüfungen (zuletzt 2012, 2016, 2020, 2026) als nicht instandsetzbar eingestuft. Ein Neubau ist daher dringend notwendig, um die Sicherheit zu gewährleisten und die Funktionalität der wasserbaulichen Strukturen wiederherzustellen. Das bestehende Stahlbeton-Stauwehr wird abgerissen und durch eine moderne Konstruktion aus Spundwänden und Ortbeton ersetzt. Es wird bewusst als "Provisorium" für etwa 25 Jahre ausgelegt, um zukünftige Anpassungen zur Verbesserung der Durchgängigkeit für Wasserlebewesen zu ermöglichen, die bereits in einer Studie von 2021 untersucht wurden.
Der alte Mauerwerksdurchlass weicht einem neuen Fertigteil-Kastenprofil aus Stahlbeton (1,80 x 1,80 Meter). Eine wichtige Neuerung ist die Reduzierung des Gefälles, welches die ökologische Durchgängigkeit des Gewässers verbessern wird. Auch das Auslaufbauwerk wird neu gebaut, ebenfalls in Stahlbeton-Fertigteilbauweise, ergänzt durch Wasserbausteine und Eichenpfähle. Eine neue Anbindung an eine bestehende Steinmauer und ein Kanalanschluss sind ebenfalls vorgesehen.

Das Projekt legt großen Wert auf den Naturschutz im sensiblen Bereich des Natur- und Landschaftsschutzgebietes. Rodungsarbeiten fanden im Februar 2026 statt, also außerhalb der Hauptvegetationsperiode, um Brut- und Nistzeiten zu schützen. Der Flächenbedarf für die Baustelle wird auf das technisch nötige Minimum reduziert. Es sind Neuanpflanzungen von Bäumen und Ufergehölzen sowie die Aussaat von standortangepassten Gräser- und Staudenmischungen geplant. Die Planungen berücksichtigen die hiesige Tierwelt.

Die Bauarbeiten werden voraussichtlich von August 2026 bis Februar 2027 dauern, also rund sieben Monate. Während dieser Zeit wird die Brücke im Baubereich gesperrt sein, und es wird eine Umleitung über den „Alten Postweg“ eingerichtet. Während der gesamten Bauphase wird ein temporäres Stahlrohr die Wasserführung auch bei einem 100-jährlichen Hochwasser sicherstellen.