BernePark nun Teil eines europäischen Gartennetzwerkes
Internationale Aufmerksamkeit für die einstige Kläranlage Bernemündung in Bottrop-Ebel
Seit 16 Jahren ist der BernePark in Bottrop-Ebel ein beliebtes Ausflugsziel für Radfahrerinnen und Radfahrer, Garten- und Kunstinteressierte sowie Familien und Kurzurlauberinnen Kurzurlauber. Ganz aktuell ist die ehemalige Kläranlage der Emschergenossenschaft in das European Garden Heritage Network (www.eghn.org (Öffnet in einem neuen Tab)) aufgenommen worden, wodurch der Park als Teil der Gartenlandschaft in Europa eine größere Sichtbarkeit erhält. Das EGHN fördert die Vernetzung regionaler Kulturlandschaften und die Gartenkultur in Europa. Im Fokus stehen dabei Themen wie „Klimawandel als Herausforderung und Chance" oder „Sanfter Tourismus und nachhaltiger Gartentourismus". Die Aufnahme des BerneParks in das EGHN erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Bottrop.
Von der europaweiten Vernetzung soll der BernePark unmittelbar profitieren – etwa durch neue Touristen und gemeinsame Projekte sowie eine touristische Einbindung in die Europäische Gartenroute. Die Aufnahme in das Netzwerk unterstreicht zugleich die Bedeutung des Parks als Beispiel für den erfolgreichen Wandel eines ehemaligen Kläranlagenstandortes zu einem attraktiven Natur-, Kultur- und Freizeitort.
Der BernePark gesellt sich damit zu einer ganzen Reihe von Parks im Emscher- und Lippe-Gebiet, die ebenfalls Teil des EGHN sind – unter anderem der Landschaftspark Duisburg-Nord, der Grugapark in Essen, der Nordsternpark in Gelsenkirchen, der Maximilianpark in Hamm, der Schlosspark in Nordkirchen sowie Haus Ripshorst in Oberhausen.
Hintergrund: Vom Klärwerk zum Bürgerpark
„Der BernePark ist für uns ein wichtiger Ort entlang des blaugrünen Bandes zwischen der Emscher-Quelle in Holzwickede und der Emscher-Mündung in den Rhein bei Dinslaken und Voerde. Als einer von insgesamt vier Emscher-Höfen lädt der BernePark zum Verweilen und zum Entdecken der neuen Emscher ein – neben dem Emscherquellhof in Holzwickede, dem Hof Emscher-Auen in Castrop-Rauxel/Dortmund und dem Hof Emschermündung in Dinslaken“, sagt Liana Weismüller, Vorständin für Personal und digitale Transformation bei der Emschergenossenschaft.
„Der BernePark steht symbolisch für den Strukturwandel in Bottrop und in der Region, der mit dem wasserwirtschaftlichen Umbau des Emscher-Systems einhergegangen ist: Aus der ehemaligen Kläranlage ist ein bei den Bürgerinnen und Bürgern beliebter Freizeitort geworden. Gleichzeitig ist der BernePark ein wichtiges Standbein für unseren Freizeit- und Tourismusstandort. Durch die Aufnahme in das European Garden Heritage Network bekommt er nun weitere verdiente Aufmerksamkeit“, sagt Matthias Buschfeld, Oberbürgermeister der Stadt Bottrop.
Mitte der 1950er-Jahre in Betrieb genommen, war das Klärwerk damals eines der modernsten seiner Art in Deutschland. 1997 wurde es nach der Inbetriebnahme der Großkläranlage der Emschergenossenschaft in der Welheimer Mark stillgelegt und verweilte erst einmal still vor sich hin. Spazierende und Radfahrende konnten zwar von den oberhalb der Anlage liegenden Wegen einen Blick auf das sich wie im Dornröschenschlaf befindende ehemalige Klärwerk erhaschen, mehr aber auch nicht – bis die Emschergenossenschaft im Kulturhauptstadtjahr 2010 das Gelände gemeinsam mit der Stadt Bottrop und den Menschen im Stadtteil Ebel wachküsste und im Rahmen der Ausstellung Emscherkunst.2010 zu einem Bürgerpark umbaute.
Auch heute ist noch gut erkennbar, was einst zwei Klärbecken mit Durchmessern von 73 Metern waren: Das eine ist heute noch mit Wasser gefüllt – allerdings nicht mehr mit Abwasser, sondern mit sauberem Nass. Das andere Becken dagegen wurde komplett trockengelegt und ist bis heute der Blickfang schlechthin im BernePark: Nach Entwürfen des niederländischen Künstlers Piet Oudolf wurde ein mit mehr als 20.000 Stauden und Gräsern begrünter und begehbarer „Senkgarten“ errichtet, der in seiner Wirkung einem Amphitheater ähnelt – und mittlerweile viele Besucher zum Verweilen einlädt. Aus dem einstigen Meideraum, der Emscher-Zone, ist längst ein Platz zum Verweilen geworden.