KiTa-Bedarfsplan zeigt:
Die Versorgungssituation in Bottrop ist gut
Jedes Jahr verschafft sich die Stadt Bottrop einen umfassenden Überblick über die Planung bedarfsgerechter Platzangebote in den Kindertageseinrichtungen im Stadtgebiet. Ziel ist es, den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz zuverlässig sicherzustellen. Um ein passendes Angebot zum Beginn des neuen Kitajahres am 1. August bereitstellen zu können, wurden im Vorfeld die Versorgungssituationen in den einzelnen Wohnbereichen detailliert analysiert. In einem Pressegespräch gaben Sozialdezernentin Karen Alexius-Eifert und Nadine Granow-Keysers, die Leiterin des Fachbereichs Schule und Kindertagesbetreuung, einen Gesamtüberblick über die Kita-Bedarfsplanung 2026, bevor am 5. März in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses über die Planung entschieden wird.
Insgesamt ist festzustellen, dass sich die Versorgung mit Betreuungsplätzen in Bottrop sehr positiv entwickelt hat. „Wir haben eine auskömmliche Versorgungsmöglichkeit“, berichtet Sozialdezernentin Karen Alexius-Eifert. „Wir haben uns sowohl im U-3- als auch im Ü-3-Bereich in der Quote verbessert“, ergänzt Nadine Granow-Keysers. Zum Stichtag 1. August 2026 liegen diese im Bereich der Kinder über drei Jahren (Ü3) bei 106,92 Prozent, bei den unter Dreijährigen (U3) bei 43,43 Prozent.
Die Zahl der Betreuungsplätze in Kindertageseinrichtungen konnte erneut leicht gesteigert werden: Für das kommende Kitajahr stehen zusätzlich 21 U-3-Plätze sowie 33 Ü-3-Plätze zur Verfügung. Wohnbereiche, in denen die Versorgung noch nicht optimal ist, werden durch angrenzende Wohnbereiche mit sehr guter Versorgung kompensiert.
Aktuell befinden sich zwei neue Einrichtungen in Planung: eine Kita mit sechs Gruppen in Trägerschaft der Evangelischen Kirche an der Paßstraße sowie eine Kita mit vier Gruppen in Trägerschaft der AWO an der Tourcoingstraße. Zum Start des Kitajahres im August wird es außerdem eine weitere Waldgruppe in Bottrop geben. Am Waldpädagogischen Zentrum im Ruhehorst richtet die Kita „Hand in Hand“ eine Gruppe ein. „Das Angebot, bei dem die Kinder den ganzen Tag draußen sind, ist sehr gefragt“, erklärt Nadine Granow-Keysers.
Der heilpädagogische Else-Weecks-Kindergarten wird zum neuen Kitajahr nach gesetzlichen Vorgaben zur Regelkita und läuft zukünftig unter dem Namen „Farbenzauber”. Die Schließung ausschließlich heilpädagogischer Einrichtungen sehen die Sozialdezernentin Karen Alexius-Eifert und Nadine Granow-Keysers kritisch. Zwar sei dies im Sinne der Inklusion richtig, aber es gebe auch Kinder mit Beeinträchtigungen, die in einer spezialisierten Einrichtung möglicherweise besser aufgehoben sind. In den kommenden Jahren bedarf es hier einer vorausschauenden Planung mit dem Ziel, Kindertageseinrichtungen zu passenden Förderorten weiterzuentwickeln.
Verzögerungen bei Umbauten und Erweiterungen in Fuhlenbrock, in Batenbrock sowie in Grafenwald, die ursprünglich bereits 2025 fertiggestellt werden sollten, sind zwar eingetreten, werden jedoch als unproblematisch eingeschätzt. „Verzögerungen sind schade, aber wir werden damit zurechtkommen“, versichert Nadine Granow-Keysers.
Die derzeit sinkenden Kinderzahlen führen zu stabilen Versorgungsquoten mit einem angemessenen Puffer. Dieser ermöglicht es künftig, auch auf unvorhergesehene Bedarfe adäquat reagieren zu können. Bereits bekannt ist, dass Kindertageseinrichtungen des KiTa-Zweckverbandes mittelfristig geschlossen werden. Sollten dennoch freie Kapazitäten entstehen, werden folgende Maßnahmen geprüft beziehungsweise umgesetzt:
- Abbau aller provisorischen Plätze und Überbelegungen
- Anpassung der Kitas an das erforderliche Raumprogramm mit gegebenenfalls verbundener Platzreduzierung
- Umstrukturierung von Einrichtungen, um gestiegenen Anforderungen und spezifischen Bedürfnissen der Sorgeberechtigten noch besser gerecht zu werden
- Aufgabe von Großtagespflegestellen verbunden mit entsprechenden Kosteneinsparungen
„Wir sind verpflichtet, Bedarfe zu decken, aber keine Überkapazitäten zu schaffen“, erläutert Sozialdezernentin Karen Alexius-Eifert. Handlungsbedarfe werden regelmäßig überprüft und strategisch bewertet. Die Bedarfsplanung erfolgt somit nicht nur quoten- und bedarfsorientiert, sondern verfolgt zugleich das Ziel einer kontinuierlichen Qualitätssteigerung in der frühkindlichen Bildung und Betreuung.