Inhalt anspringen

Organisatorische und Technische Details

Details zur Bauausführung, zum Ablauf, zur Technik und sonstigen Elemente rund um das Projekt werfen eine Reihe von Fragen auf. Auf einer Bürgerversammlung am 2. Dezember 2013 wurde eine Reihe von diesen Fragen bereits erläutert und diskutiert. Diese Details sind hier zusammengestellt.

Zeitliche Umsetzung der Gesamtmaßnahme

Grund- und Regenwasserkanal in der Schneiderstraße und die geplanten Straßenbauarbeiten werden derzeit zusammen ausgeschrieben. Es ist geplant, die Ausschreibung für diese Baumaßnahme Anfang 2018 zu veröffentlichen und im Frühjahr 2018 mit der Maßnahme zu beginnen.

Auswirkungen etwaiger Bergsenkungen

Der Sonderbetriebsplan zum Abbau der letzten drei Bauhöhen im Bereich Bottrop-Grafenwald/-Holthausen ist zur Genehmigung bei der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg eingereicht und öffentlich bekannt gemacht worden. Die der Schneiderstraße räumlich nächstgelegene Bauhöhe verläuft im Bereich der Straßen Am Schleitkamp und Heimersfeld in Richtung Westen. Der Abbau ist für die Jahre 2014 bis 2018 vorgesehen. Bergbauliche Auswirkungen auf die Schneiderstraße sind nur gering ausgeprägt. Da die Prognose eine gleichmäßige Einwirkung voraussagt ist eine Zurückstellung der Baumaßnahme nicht notwendig.

Die Verkehrsführung während der Bauphase

Die Verkehrsführung während der Herstellung des Grund- und Regenwasserkanals Schneiderstraße und den Straßenausbau ist wie folgt geplant:

  1. Bauabschnitt: Herstellung des Grund- und Regenwasserkanals in der südlichen Fahrspur der Schneiderstraße und Abwicklung des Verkehrs in beide Richtungen auf der nördlichen Seite (Fahrbahn und Parkstreifen).
  2. Bauabschnitt: Herstellung der Verkehrsfläche der südlichen Seite bei gleicher Verkehrsführung wie bei der Kanalbaumaßnahme.
  3. Bauabschnitt: Herstellung der Verkehrsfläche der nördlichen Seite bei einspuriger Verkehrsführung mit Regelung des Verkehrs mittels Lichtsignalanlage.

Bei der Umsetzung des 1. und 2. Bauabschnittes können jeweils Bereiche zwischen zwei Einmündungen hergestellt werden. Bei der baulichen Umsetzung des 3. Bauabschnitts werden kürzere Abschnitte gewählt um die Wartezeiten an den Baustellenampeln zu minimieren.

Friedenstraße und Ottenschlag werden nicht geöffnet

Die Abbindung der Friedenstraße und der Straße Ottenschlag zur Bottroper Straße erfolgte im Zuge der Umsetzung der Bebauungsplangebiete 11 (südlich der Schneiderstraße) und 39 (nördlich der Schneiderstraße) nach den Vorgaben des Landesbetriebes Strassen NRW bzw. seines Rechtsvorgängers. Im Zuge des Ausbaues der Verkehrsflächen im Bereich des Bebauungsplanes 39 wurde die Straße Ottenschlag als "Verkehrsberuhigter Wohnbereich" hergestellt. Unter diesen Gesichtspunkten ist die Ausweisung als Umleitungsstrecke unter straßenverkehrlichen Gesichtspunkten nicht zulässig. Die Friedenstraße wurde wegen ihres geringen Straßenquerschnittes mit einer Fahrbahnbreite von 5 Metern hergestellt.

Darüber hinaus gibt es im Bereich der Hausnummer 10 eine Fahrbahneinengung auf 3,25 Meter. Hierdurch ist die Friedenstraße für die Ausweisung als Umleitungsstrecke ebenfalls ungeeignet. Eine entsprechende Anfrage beim Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen verbunden mit einem Ortstermin wurde durch die zuständige Niederlassung Bochum negativ beschieden.

Zugänglichkeit der Grundstücke und Einfahrten

Die Zugänglichkeit der Grundstücke muss zeitweise, in Abstimmung mit den Anwohnern, eingeschränkt werden. Für die Feuerwehr und den Rettungsdienst ist die Zugänglichkeit jederzeit gewährleistet. Hierzu finden Absprachen mit den Rettungskräften statt.

Änderung der Höhenlage der Schneiderstraße

Die Gradiente der Schneiderstraße wird sich gegenüber dem Ist-Zustand verändern, um ein ausreichendes Gefälle der Verkehrsflächen zu gewährleisten. Alle Grundstückszufahrten und -zugänge werden jedoch im Zuge der Baumaßnahme berücksichtigt und entsprechend neu angebunden.

Auswirkungen der Kanalbaumaßnahme auf die Entwässerungsgebühren

Die Kosten für die Grund- und Regenwasserkanalisation gehen in das Anlagevermögen Abwasser ein und werden gebührentechnisch berücksichtigt; eine spürbare Veränderung der Entwässerungsgebühren für den Anlieger an der Schneiderstraße ergeben sich nicht.

Verfahren und Kosten bei der TV - Untersuchung der Grundstücksanschlussleitungen

Im Vorfeld der Baumaßnahme werden die bestehenden Grundstücksanschlussleitungen bis zur Grundstücksgrenze mit einer Kamera befahren. Hierdurch soll ausgeschlossen werden, dass durch private evtl. schadhafte Entwässerungsleitungen Hohlräume unter der Straße entstehen, die ein erneutes Aufbrechen der Verkehrsfläche nach sich ziehen würden.
Kosten für den einzelnen Eigentümer fallen hierfür nicht an, sondern können über die Abwassergebühr refinanziert werden.

Verfahren und Kostenträger bei der Sanierung von beschädigten Grundstücksanschlussleitungen

Kostenträger ist grundsätzlich der Eigentümer der Leitung; sofern Bergschäden vorliegen, kann im Einzelfall ein (anteiliger) Schadenersatzanspruch gegen die RAG geltend gemacht werden.

Gibt es einen Anschluss- und Benutzungszwang für den Kombikanal?

Ja, gemäß Entwässerungssatzung §7, Absatz (8).

Wer trägt die Kosten für die Umbindung der Niederschlagsentwässerung?

Die Stadt Bottrop übernimmt die Kosten für die Umbindung / Abkopplung des Niederschlagswassers. Der Umfang der Arbeiten wird von der Stadt Bottrop in Absprache mit dem Grundstückeigentümer festgelegt.

Zur Notwendigkeit des Kombikanals

Die öffentlichen Abwasseranlagen der vorhandenen Mischwasserkanalisation werden derzeit im Bereich der Regenüberläufe Schneiderstraße und Ottenschlag durch den Abschlag von verdünntem Mischwasser an die Boye nicht regelkonform betrieben. Die zuständige Aufsichtsbehörde (Bezirksregierung Münster) hat die Stadt Bottrop angewiesen, diesen Zustand zu beseitigen. Unter dieser Vorgabe ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der RAG/DSK und der Emschergenossenschaft entwickelt worden.

Im Wesentlichen sollen folgenden Projektziele erreicht werden:

  • Vermeidung von illegaler Grundwassereinleitung in das Misch- bzw. Schmutzwassernetz;
  • Umwandlung des vorhandenen Mischsystems in ein Trennsystem;
  • Ableitung des anfallenden Grundwassers in den Hauptvorfluter Boye;
  • Reduzierung der hydraulischen Belastung des städtischen Entwässerungssystems und der Boye durch gedrosselte Einleitung
  • Vorsorgemaßnahme gegen zukünftige Starkregenereignisse

Kosten für die Sanierung des Mischwasserkanals

Punktuelle Schäden im Mischwasserkanalnetz Grafenwald-Mitte wurden in den letzten Jahren im Rahmen der normalen Unterhaltungsarbeiten flächendeckend saniert. Weitergehende Schäden sind, abgesehen von Vorflutproblemen in den Nebenstraßen, nicht bekannt. Diese Schäden werden durch den Verursacher beseitigt. Kosten für die Anlieger entstehen hierdurch nicht.

Gutachten im Zusammenhang zwischen Bergbau und Straßenschäden

Das vorhandene Schadensbild mit der vorhandenen Rissbildung der Asphaltbefestigung zeigt, nach der Einschätzung des Gutachters, das es sich primär um Tragfähigkeitsprobleme des Oberbaus handelt, da weder der gebundene noch der ungebundene Aufbau der Schneiderstraße den Vorgaben der RSTO für die entsprechende Belastungsklasse entspricht.

Eine detailliertere Abfrage führte zu folgender Stellungnahme: "Wir haben die Unterlagen nochmals kritisch durchgesehen, können jedoch bei einer realistischen Zuordnung des Schadensbildes zum angetroffenen Aufbau keine zusätzlichen Einflüsse aus bergbaulichen Tätigkeiten erkennen."

Keine Öffnung für Schwerlastverkehr

Die Schneiderstraße als Straße des Vorbehaltsnetzes hat sowohl für den ÖPNV als auch für die Nahversorgung des Ortsteils eine besondere Bedeutung. Neben den Geschäften an der Schneiderstraße, dem Lebensmittelgeschäft an der Schmiedestraße und dem landwirtschaftlichen Verkehr in Grafenwald gibt es keinen Ziel- und Quellverkehr für LKW. Eine Beschränkung für den Schwerverkehr würde keinen "ortsfremden" Verkehrsteilnehmer treffen und die rechtskonforme Nahversorgung beeinträchtigen.

Neupflanzung der Straßenbäume

Die 16 japanischen Kirschen, die derzeit entlang der Straße stehen sind erkrankt. Sie zeigen deutliche Vitalitätsmängel, die auf eine fortschreitende Abgängigkeit deuten. Diese sind auf einen Pilzbefall (Monilia Spitzendürre) zurückzuführen. Auffällig ist, dass alle japanischen Kirschen auf der Schneiderstraße in den letzten Jahren kaum Zuwächse zeigen und somit in ihrer Entwicklung stehen geblieben sind. Die Kronen vergreisen und verlichten zusehends, da die Bäume keine Kurztriebe mehr ausbilden und somit keinen Zuwachs mehr haben. Zudem zeigen viele Gehölz im Stammkopf fortschreitende Fäulnis, die die Stand - und Bruchsicherheit minimiert. Verantwortlich hierfür ist vorrangig der "Traubenförmige Kugelpilz"( Bottryosphaeria dothidea ), der als Sekundärparasit zu einer Vitalitätsminderung und letztendlich zum Absterben des Baumes führt. Auffällig dafür ist, dass Feinäste wie Glas brechen und sich selbst stärkere Äste ohne Mühe brechen lassen, was auf eine Versprödung des Holzkörpers deutet. Gleichzeitig zeigt die Belaubung massive Chlorosen ( gelbliche Verfärbungen ) und frühzeitigen Laubfall.

Japanische Kirschen sind als Straßenbäume völlig ungeeignet, da der Kronenanschnitt der Gehölze arttypisch sehr tief liegt und somit das gesetzlich vorgeschriebene Lichtraumprofil an Straßen von 4,50 Meter Höhe nicht gewährleistet werden kann. Zum jetzigen Zeitpunkt liegt der Kronenanschnitt der Bäume bei ca. 2,00 Meter. Bei einer Neubepflanzung ist vorgesehen einen Ahorn zu verwenden mit dem im Stadtgebiet als "Straßenbaum" gute Erfahrungen gemacht worden sind.

Kreisverkehr im Bereich Schmiedestraße/ Schneiderstraße

Die Ausbildung eines "Kleinen Kreisverkehrs" mit einem Fahrbahnaußendurchmesser von 26 Meter wurde geprüft. Unabhängig davon, dass ein Kreisverkehr im Bereich einer Kreuzung mit sehr unterschiedlichen Verkehrsbelastungen nur eingeschränkt sinnvoll ist, benötigt er relativ viel Fläche. In diesem Falle müssten circa 950 Quadratmeter Verkehrsfläche (Kostenaufwand circa 100.000 Euro) im Bereich der Schmiedestraße und Karl-Rahner-Straße zusätzlich ausgebaut werden.

Darüber hinaus würden sich die Querungsmöglichkeiten für Fußgänger aus dem engeren Knotenpunktsbereich nach außen verschieben. Bei der Herstellung eines Minikreisverkehrs würde es durch verstärkte Brems- und Beschleunigungsvorgänge in Verbindung mit dem ca. 5 Zentimeter erhöhten Innenkreis zu höheren Lärmbelästigungen der Anwohner kommen.

Transparenz und Bürgerbeteiligung

Grundsätzlich werden Anregungen aus dem Bereich der betroffenen Bürger begrüßt und bei der Ausführungsplanung berücksichtigt. Die notwendigen politischen Entscheidungen zur Beschlussfassung eines Straßenbauprogramms erfolgen nach Vorberatung in der Bezirksvertretung Bottrop-Kirchhellen im Bau- und Verkehrsausschuss, jeweils in öffentlicher Sitzung.

Lärmschutzbegutachtung und Lärmschutz

Beim Neubau und der wesentlichen Änderung einer Straße findet die Verkehrslärmverordnung (16. BImSchV) Anwendung. Die Umgebungslärmrichtlinie ist bei dem Ausbau der Straße nicht anwendbar. Nach der 16 BImSchV in Verbindung mit der Verkehrswege-Schallverordnung (24. BImSchV) wird detailliert der Anspruch auf Lärmvorsorge bestimmt. Ein Anspruch auf Lärmvorsorge ist beim derzeitigen Sachstand nicht erkennbar.

Elektromobilität und schnelle Radwege

Es wurde angeregt, die Verkehrsplanung noch einmal zu überarbeiten mit dem Ziel, Elektromobilität, Fahrradverkehr und andere alternative Verkehrsaspekte zu berücksichtigen. Angesprochen wurden beispielsweise Ladestationen für E-Mobile, Stellplätze für Car-Sharing, Hochgeschwindigkeitsradwege.

Für Elektromobilität können Stellplätze an der Schneiderstraße zu Lasten der Anzahl der Stellplätze durch eine entsprechende Beschilderung reserviert werden. Mögliche Standorte für Elektromobilität sind an der Schule und vor dem Cafe / der Post.

Carsharing-Anbieter können die öffentlichen Stellplätze in der Schneiderstraße zum Abstellen ihrer Fahrzeuge nutzen. Eine Ausweisung als „Carsharing-Stellplätze" durch Verkehrszeichen ist aus gesetzlichen Gründen nicht möglich.

Hochgeschwindigkeitsradwege werden üblicherweise im Rahmen entsprechender Bedarfsermittlung, meistens überregional, konzeptioniert und nach Möglichkeit abseits der "normalen" Verkehrswege kreuzungsfrei umgesetzt.

Aufweitungen des Verkehrsraumes an einigen Punkten

Angeregt wurde sowohl an der Kreuzung Heimersfeld (Markt, Schule, Schützenplatz) als auch an der Schmiedestraße (Ärzte, Apotheke, Fahrradladen, Sparkasse, Supermarkt) ein oder zwei kleinere Zentren zu schaffen mit sehr breiten Straßenraum. Die Verwaltung sollte dazu prüfen, ob dies mit Mitteln aus der Städtebauförderung finanziell unterstützt werden kann.

Die formalen Voraussetzungen für ein Städtebauförderungsprogramm liegen für den Bereich Bottrop-Grafenwald und somit auch für die Schneiderstraße zwar vor. Das Potenzial für die Herstellung von punktuell besonders gestalteten Verkehrsflächen, mit denen dann Einschränkungen der sonstigen Verkehrsteilnehmer verbunden sind, besteht nach Abwägung der Nutzungsansprüche aber nicht.

${html.arvedui.search.moreLikeThis.label}
${html.arvedui.search.form.label}