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Informationsveranstaltung zur Kokerei traf auf breites Interesse

Die Messergebnisse für die Bodenproben liegen vor: Sie zeigen keine erhöhten Werte mit PAK.

© Stadt Bottrop

Am Donnerstag, 11. Juli waren rund 200 Anwohner zu einer Informationsveranstaltung in die Aula der Hauptschule Welheim gekommen, die die Staubbelastung durch die Kokerei und die PAK-Immissionen in Batenbrock, Welheimer Mark und Welheim zum Thema hatte.

Stadtverwaltung, Landesumweltamt, Bezirksregierung und Geschäftsleitung der Kokerei informierten in Fachvorträgen zum derzeitigen Stand der einzelnen Untersuchungsergebnisse, über Gegenmaßnahmen durch technische Änderungen in den Abläufen der Kokerei sowie über die Verzehrempfehlungen und möglich Gesundheitsrisiken.

Für die Leitung der Versammlung hatte die Stadt Bottrop mit Jens Stachowitz einen externen und Moderatoren engagiert, der immer wieder Fragen aus dem Publikum aufgriff und an die Referenten weiter gab, zugleich aber auch dafür sorgte, dass die zum Teil hitzig geführte Debatte in einem durchführbaren Rahmen blieb. Insgesamt dauerte die Veranstaltung dreieinhalb Stunden.

Entwarnung bei der Bodenbelastung

Die beste Nachricht des Abends waren die Ergebnisse zu den Bodenuntersuchungen, die das Institut für Stadtökologie und Bodenschutz an den besonders belasteten Standorten durchgeführt hatte. Hier konnte der Gutachter Entwarnung geben. Die untersuchten Böden im Bottroper Süden zeigen keine höheren Werte als in anderen Ballungsgebieten in Nordrhein-Westfalen. Es gäbe, so der Gutachter keinen Anlass dafür, die Nutzungen von Kleingärten, das Spielen von Kindern im Freien oder das Wohnen im Untersuchungsgebiet in Frage zu stellen.

Das Gutachten positioniert sich auch deutlich zu der Frage, ob durch die Wurzeln PKA-Immissionen in Nutzpflanzen und damit letztendlich durch den Verzehr in der menschlichen Körper gelangen könnten. Generell spiele dieser Weg der Aufnahme eine untergeordnete Rolle, da die Moleküle sich bevorzugt in Fetten und nicht in Wasser lösten. Generell gibt es hier die Ausnahme, wenn die Pflanzenwurzeln Fette oder Wachse enthielten wie bei Karotten. Dies sei aber nur dann problematisch, wenn der Boden außerordentlich hoch kontaminiert sei. Die niedrigen Bodenwerte in Bottrop, ließen daher diesen Weg ausschließen. Der Haupteintrag in die Pflanzen im Bottroper Süden gelange über die Luft.

Entwarnung für Salat aus dem Garten

Das Landesumweltamt stellte jüngste Untersuchungsergebnisse vor, die aufgrund der Befunde an den Grünkohlpflanzen, nun in den vergangenen Wochen an Blattsalat durchgeführt wurden. Die Ergebnisse zeigen signifikant niedrigere Werte im Salat gegenüber den Werten im Grünkohl. Ermittelt wurden Werte an Benz(a)pyren in den Salatproben zwischen 0,068 und 0,39 μg/kg . In den Grünkohlpflanzen wurden wesentlich höhere Werte von 0,26 – 3,5 μg/kg ermittelt. Auch die PAK 4-Gehalte der Salatproben waren mit 1,1 – 3,6 μg/kg deutlich geringer als die der Grünkohlpflanzen, wo 2018  8,2 bis 130 μg/kg gemessen wurden.

Auch die Die Blei- und Cadmiumgehalte der untersuchten Salatpflanzen liegen deutlich unterhalb der in der EU zulässigen Höchstgehalte. Dementsprechend seien, so das Landesumweltamt, alle untersuchten Salate verzehrfähig. Auch sei deutlich zu erkennen, dass eine "küchenfertige Aufarbeitung" der Salatproben - sprich gründliches Waschen - die Schadstoffgehalte deutlich reduziere.

Kokerei verspricht seinen Nachbarn Verbesserungen

In vielen Anfragen und Redebeiträgen verlangten die Anwohner eine Reduzierung der Staubbelastung und eine Verbesserung der Luftqualität in ihrem Quartier. Sie forderten von der Geschäftsführung der Kokerei, alles zu tun, um die Immissionen zu senken.

Die Geschäftsleitung der Kokerei stellte ihre Aktionspläne vor, um die Schadstoffbelastung zu senken. Die Sanierung eines Löschturms im vergangenen Jahr habe bereits zu einer wesentlichen Staubreduzierung der Staubbelastung geführt. Am Kohlemischbett, das ebenfalls wegen großer Staubimmissionen im Fokus stehe, arbeite die Kokerei an einer Befeuchtungsanlage. Die Befeuchtung der trockenen Kohle soll verdoppelt und außerdem ein Bindemittel beigemischt werden. Große Probleme im Betrieb seien die Türen zu den 146 Koksbatterien. Diese wolle man besser abdichten als bisher. Handlungsbedarf sieht die Kokerei auch am Gleisbett für die fahrbaren Bühnen entlang der Koksöfen. Nach einer Sanierung sei es wesentlich besser möglich, die Türen zu den Öfen präzise zu schließen. Außerdem sollen an den Bändern, die die Kohle transportieren, ein Bindemittel aufgesprüht werden, um Stäube zu vermeiden.

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