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Kokerei-Immissionen waren Thema im Umwelt- und Planungsausschuss

© Stadt BottropPlanungsausschuss in der Dieter-Renz-Halle

Mit der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschuss hat sich am 16. Juni 2020 erneut ein politisches Gremium der Stadt Bottrop mit den Belastungen durch die Kokerei im Bottroper Süden befasst. Aufgrund der aktuellen Auflagen zur Corona-Prävention musste die Ausschusssitzung diesmal in der Dieter-Renz-Halle stattfinden, um genügend Sicherheitsabstand zwischen den Sitzungsteilnehmern zu gewährleisten. Zugelassen zu dieser öffentlichen Sitzung waren auch Zuschauer, was insbesondere von rund 40 Kokerei-Anwohnern genutzt wurde.

Eingeladen waren neben Vertretern der Kokerei auch Vertreter des LANUV und der Bezirksregierung, die die aktuelle Entwicklung rund um die Messwerte im Bottroper Süden darstellten. Sowohl einem Betriebsrat der Kokerei als auch einem Vertreter der Bürgerinitiative der Anwohner wurde Rederecht eingeräumt.

Die Bürgerinitiative und die Vertreter der politischen Parteien im Ausschuss gaben noch einmal ihren Unmut über die Entwicklung der letzten Jahre Luft, in denen die Kokerei immer wieder den Zielwert für die Belastung von Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) insbesondere von Benzo(a)pyren nicht einhalten konnte.

© Stadt BottropPAK-Werte gemessen durch das LANUV. Entwicklung 2020 in blau. (Qualitätsgesicherte vorläufige Daten.)

Vertreter der Kokerei verwiesen auf Messungen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) im 2. Quartal 2020, bei denen ein Wert von 0,25 Nanogramm pro Kubikmeter (ng/m3) festgestellt werden konnte und damit deutlich unter dem Zielwert von 1 Nanogramm pro Kubikmeter (ng/m3) lag. Das LANUV betont in diesem Zusammenhang allerdings, dass es sich dabei um einen vorläufigen Quartalswert handelt, der zum Stichtag 1. Juni erhoben wurde. Es fehlten noch die Ergebnisse des laufenden Monats bis zum Quartalsende. Ob der Zielwert eingehalten wird, werde man ohnehin erst am Ende des Jahres beurteilen können, denn der Wert sei eine Größe im Jahresmittel.

Wie das LANUV berichtete, gibt es nun drei weitere Messpunkte zur Untersuchung von Nahrungspflanzen. Damit wird das Untersuchungsgebiet, wie zuvor angekündigt, ausgedehnt. Zwei von den Messpunkten dehnen das Gebiet nach Norden aus, ein weiterer in Richtung Westen. An diesen drei Messpunkten, sowie an drei weiteren wurde Grünkohl im Mai angepflanzt, der im August geerntet werden soll. Die anschließenden Untersuchungsergebnisse liegen voraussichtlich im Oktober vor. Danach soll noch einmal Grünkohl im Zeitraum August bis November an allen Messpunkten im Stadtgebiet ausgebracht und nach dem Ernten untersucht werden.

Die Bezirksregierung sieht die Kokerei auf dem richtigen Weg, da die ihr auferlegten Maßnahmen umgesetzt worden seien. Als letzte Maßnahme hatte die Kokerei das Gleisbett für die Ofenmaschine saniert und damit ein präziseres Einsetzen der Koksofentüren ermöglicht. Außerdem wird die Ofenmaschine nun automatisch positioniert. Zusätzlich habe man auch die organisatorischen Abläufe verbessert, um schadhafte Ofentüren schnellstmöglich austauschen zu können.

Der Betreiber Arcelor Mittal sei nun gefordert, alle zur Verbesserung des Emissionsverhaltens der Kokerei getroffenen Maßnahmen weiterhin optimal umzusetzen, so die Bezirksregierung. Im dritten Quartal 2020 muss eine erneute Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen durch einen externen Gutachter erfolgen und der Bericht der Bezirksregierung im Anschluss vorgelegt werden. Das Messprogramm des LANUV wird unterdessen fortgesetzt.

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