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© Stadt Bottrop

BürgerInnen als Alltagsexperten unterwegs bei den Fußverkehrs-Checks

Jugendliche und Senioren haben am 10. und 11. Dezember vier Strecken in die Bottroper Innenstadt untersucht und bewertet.

Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt, und deshalb soll in Bottrop der Fußverkehr besonders gefördert werden. So setzte der Technische Beigeordnete der Stadt Bottrop, Klaus Müller beim Auftaktworkshop der Fußverkehrs-Checks das ehrgeizige Ziel, den Fußverkehrsanteil von derzeit 18 auf 25 Prozent steigern zu wollen. Dazu muss die Situation der Fußgänger deutlich verbessert werden. Bei den Fußverkehrs-Checks haben alle Bürger die Möglichkeit sich zu beteiligen und mit Verwaltung, Verbänden und der Politik ins Gespräch zu kommen.

Begehungen sind das Kernstück des Fußverkehrs-Checks – vor Ort haben Teilnehmer die Gelegenheit, konkrete Probleme anzusprechen, Sichtweisen auszutauschen und neue Lösungsansätze und Ideen zu diskutieren.

Begehungen mit den Jugendlichen am 10. Dezember

Am Dienstag, 10. Dezember, beteiligten sich insgesamt 25 SchülerInnen der Gymnasien Josef-Albers und Heinrich-Heine sowie der Marie-Curie-Realschule an den Begehungen. Die erste Route startete um 9 Uhr am Josef-Albers-Gymnasium bei herrlichem Sonnenschein. Während der Begehung nahm das Gutachterbüro VIA Köln viele Anregungen der SchülerInnen entgegen, fragte an vielen Stellen nach und ließ sich die Wahrnehmung der SchülerInnen erläutern.

Die Route führte über die Sterkrader Straße, die Hans-Böckler-Straße, Peterstraße, über die Schützenstraße durch die Bottroper Innenstadt zum ZOB. Viele Unannehmlichkeiten sind den städtischen Mitarbeitern durchaus bekannt. Allerdings bedeutet an manchen Stellen eine Bevorzugung des Fußverkehrs auch Nachteile, z.B. für die Pünktlichkeit des Busverkehrs. Hier sind die Interessen abzuwägen.

Die zweite Route startete um 11 Uhr an der Marie-Curie-Realschule und führte am Ehrenpark vorbei durch die Innenstadt bis zum Jahnstadion mit Ziel Heinrich-Heine-Gymnasium. Insbesondere im direkten Umfeld der Schulen und in der Innenstadt wurden Ampelschaltungen und die Beleuchtungssituation thematisiert.

© Stadt BottropSchulweg über die Osterfelder Straße

Ein sicherer Schulweg ist für viele Jugendliche besonders wichtig. Ruhigere Nebenstraßen wie im Bereich der Sterkrader Straße sind für die Schüler problemlos passierbar. An Hauptverkehrsknoten wie der Osterfelder Straße und der Hans-Böckler-Straße wird es jedoch phasenweise schwierig. So ist zwar der Übergang der Osterfelder Straße für Fußgänger und Radfahrer mit einem Zebrastreifen und separaten Radweg gut gestaltet, jedoch ist hier die Geschwindigkeit das Problem. Viele Schüler können das Tempo der heranfahrenden Fahrzeuge und die damit verbundene Bremsbereitschaft schlecht abschätzen.

Viel zu kurze Grünphasen an Fußgängerampeln sorgen zudem dafür, dass sich Jugendliche beim Übergang beeilen müssen oder durch eine Vielzahl an wartenden Schülern der Fußweg blockiert wird. Auch auf dem Verbindungsweg zur Zeppelinstraße wird es eng. Hier müssen sich Radfahrer und Fußgänger einen schmalen Weg teilen, sodass bei Unachtsamkeit das Unfallrisiko steigt.

Eine weitere Schwierigkeit sehen Schüler und Experten unter anderem im Bereich der Schützenstraße. Viele Jugendliche die vom ZOB zur Schule gehen, nutzen auf ihrem Weg diese Straße. Eine unübersichtliche Kurve und ein sehr schmaler Bürgersteig werden hier bemängelt. Als mögliche Lösung biete sich hier laut Planungsbüro eine Anhebung des Straßenniveaus im Bereich der Kurve an, um den KFZ-Verkehr zu verlangsamen und die Aufmerksamkeit für den querenden Fußverkehr zu erhöhen. Zudem könnte man die seitlichen Parkstreifen in einen verbreiterten Bürgersteig umwandeln, da sowohl ein großer Parkplatz als auch ein Parkhaus in unmittelbarer Nähe genügend Parkflächen bieten.

Begehungen mit den Seniorinnen am 11. Dezember

Leider hatten die Teilnehmer am Mittwoch, den 11. Dezember weniger Glück mit dem Wetter. Trotz strömenden Regens fanden sich jedoch 16 SeniorInnen im DRK-Haus Rottmannsmühle ein, um an der Begehung teil zu nehmen.

Der Weg führte zunächst über die Friedrich-Ebert-Straße, am Ehrenplatz und der Post vorbei zum Pferdemarkt. Der zweite Teilabschnitt setzte sich fort über die Hochstraße, die Prosperstraße und die Neustraße bis zum Seniorenzentrum Käthe Braus.

Die Gutachterinnen konnten viel Anregungen aufnehmen. Bei dieser Begehung stand das Platzangebot auf den Gehwegen, der Gehwegbelag, Stolperstellen und Kofilkte zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern im Fokus. 

© Stadt BottropDie Senioren geben Hinweise zur Querungssituation vor der Post

Ein häufiges Problem ist das widerrechtliche Gehwegparken. Die ohnehin schon schmalen Bürgersteige werden durch falsch abgestellte PKWs zusätzlich verengt. Grundsätzlich ist es so, dass Städte- und Verkehrsplaner lange Zeit einen Fokus auf den Autoverkehr gelegt haben. Dadurch bleibt für Fußgänger häufig nur eine kleine Fläche zur Nutzung übrig, die teilweise sogar mit Fahrradfahrern geteilt wird.

Den Senioren fielen auf ihrem Weg auch weitere Bereiche auf, die eine Gefahr für Fußgänger darstellen: Schlecht einsehbare Einfahrten und abgeschrägte Bürgersteige im Bereich von Einfahrten erschweren besonders Menschen mit Rollatoren und anderen Gehhilfen das Laufen. An der Kreuzung Prosperstraße/Friedrich-Ebert-Straße baten die Teilnehmer der Begehung die Ampelschaltung zu prüfen. Grünphasen seien dort im Besonderen für Menschen, die schlecht zu Fuß sind, zu kurz getaktet. Darüber hinaus kritisierten die Senioren marode Bürgersteige mit lockeren Platten, die leicht zu Stolperfallen werden. Häufig funktioniert auf den Gehwegen die Entwässerung nicht, sodass bei starkem Regen große Pfützen entstehen, die umgangen werden müssen.

Wie geht es weiter?

Das Gutachterbüro wird auf Grundlage der vielen Anregungen Maßnahmen entwickeln. Diese Maßnahmen werden den Teilnehmenden der Fußverkehrs-Checks im Abschlussworkshop vorgestellt. Hier haben die BürgerInnen noch einmal die Möglichkeit sich aktiv einzubringen, die Vorschläge zu diskutieren und zu bewerten.

Auch die verschiedenen Abteilungen der Stadtverwaltung werden zugegen sein und ihre Einschätzungen zur Umsetzbarkeit und Zeithorizont der Maßnahmen vorstellen.

Im Anschluß verfasst das Expertenbüro einen Abschlussbereicht, der dann den politischen Vertretern zum Beschluss vorgelegt werden kann.

Der Abschlussworkshop findet am 03. Marz 2020 statt. Gerne können Sie sich den Termin schon jetzt vormerken. Bei Fragen erhalten Sie Auskunft bei:

Christina Trappmann

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