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Biologie

Entwicklungszyklus

Beim Eichenprozessionsspinner handelt es sich um einen Nachtschmetterling, der von Ende Juni bis Anfang September schwärmt. Die Falter sind unscheinbar grau gefärbt mit schwach ausgeprägten Querlinien (Abbildung 1). Sie können weit fliegen und werden durch Lichtquellen im Siedlungsbereich angelockt. Das Weibchen legt seine Eier an dünnere ein - bis zweijährige Zweige im oberen, möglichst besonnten Kronenbereich größerer Eichen ab.

Die Gelege umfassen durchschnittlich 150 weiße, 1mm große Eier, die in regelmäßigen, länglichen „Platten“ (5 - 8 Reihen mit 15 Eiern) abgelegt und getarnt werden (Abbildung 2). Sie sind vom Boden aus nicht zu sehen. Bereits im Herbst entwickelt sich der Embryo im Ei. Die fertige Jungraupe überwintert in der Eihülle. Mit dem Eichenaustrieb Anfang Mai schlüpfen die Raupen. Sie häuten sich bis zur Verpuppung 5 - 6 mal. Die Jungraupen bilden Sammelplätze aus zusammengesponnenen Blättern und Zweigen, die sie tagsüber und zur Häutung aufsuchen. Abends wandern sie in langen Einzelreihen zu den Fraßplätzen in der Krone und bilden dabei die markanten „ Prozessionen “ – morgens kehren sie zu ihren Sammelplätzen zurück.

© Gyorgy Csoka, Hungary Forest Research InstituteAbbildung 1
© n.n.Abbildung 2

Nach der zweiten Häutung - etwa Mitte Juni - bilden die Raupen die gefährlichen Gift -, Pfeil - oder Brennhaare (Setae) aus. Diese sind brüchig, innen hohl, mit Widerhaken versehen und enthalten Allergene und das Nesselgift Thaumetopoein.

Die älteren Raupen bilden große, mit Kot und abgestreiften Larvenhäuten gefüllte, bis zu 1 Meter lange Gespinstnester an Stämmen, Astgabeln und zuletzt immer wieder beobachtet, im Bereich des unteren Stammes, in Kniehöhe oder in direkter Nähe zum Boden. Von hier aus wandern die Raupen zu ihren Fraßplätzen, wobei sie Prozessionen in Form von breiten Bändern bilden, die bis zu 10 Meter lang sein können (Abbildung 3).

Die Verpuppung erfolgt Ende Juni / Anfang Juli in dicht aneinander gedrängten Kokons (Gespinternestern Abbildung 4). Nach einer Puppenruhe von 3 – 5 Wochen schlüpfen die Falter.

Die Gespinsternester können mehrere Jahre als feste Gebilde aus Spinnfäden, Raupenkot, Häutungsresten und Puppenhüllen erhalten bleiben und stellen ebenso lange eine mögliche Gefährdung dar. Dies ist auf die Wirkdauer der Gifthaare von bis zu 12 Jahre zurückzuführen.

© Kleuske, WikipediaAbbildung 3
© n.n.Abbildung 4

1.2. Vorkommen und Ausbreitung

Der Eichenprozessionsspinner ist in zahlreichen europäischen Ländern verbreitet. Hierzu gehören die Niederlande, Belgien, Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweiz, die Balkanstaaten, Polen und die Britischen Inseln.

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