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© Unsplash License, Amritanshu Sikdar

Städte in der Emscherregion arbeiten gemeinsam an Zukunftsprojekten

Die interkommunale Zusammenarbeit und der Erfahrungsaustausch im Rahmen der Zukunftsinitiative "Wasser in der Stadt von morgen" soll ausgebaut werden.

Die Zukunftsinitiative "Wasser in der Stadt von morgen" startet eine neue Offensive. Seit ihrer Gründung im Jahr 2014 wurden wichtige Themen erfolgreich besetzt: Beispielsweise die Anpassung unserer Städte an den Klimawandel oder ein intelligenter Umgang mit Wasser bei der Stadtplanung. Kern der Initiative ist eine "wassersensible Stadt". Jetzt sollen weitere Schritte folgen, um bereits erarbeitetes Wissen unter den Emscherkommunen auszutauschen und zu verbreiten.

"Nachhaltige Stadtentwicklung bedeutet für Bottrop nicht nur Umwelt- und Klimaschutz, sondern auch Erhöhung der Lebensqualität im Stadtraum", sagt Technischer Beigeordneter Klaus Müller zu den Zielvorgaben des Projekts. "Ein wesentliches Element in den Städten von morgen ist Wasser in der Stadt. Damit erhöhen wir die Attraktivität von Quartieren und mildern die Folgen des Klimawandels."

Dabei will man in den Mitgliedskommunen auf einen integrierten Ansatz setzen. "Wenn Wasserwirtschaft und Stadtplanung eng zusammenarbeiten, erreichen wir sowohl mehr Wohnwert und Attraktivität für unsere Städte und Fortschritte beim Strukturwandel als auch bestmögliche Lösungen für einen Umgang mit Starkregen und die Entwicklung naturnaher Gewässer", so Dr. Emanuel Grün, Technischer Vorstand der Emschergenossenschaft. Deswegen habe die Umwelt-, Bau- und Planungsdezernenten der Emscherstädte verabredet, dass man in einem „Maßnahmenplan2020+“ gemeinsam vorgehen will. Dazu gehören kommunale Handlungsempfehlungen, einheitliche Arbeitshilfen für wassersensible Bauleitplanung und gemeinsame Empfehlungen zum Umgang mit dem Klimawandel.

Damit dies auch funktioniert, hat jede Kommune einen Stadt-Koordinator benannt, der die Ziele der Zukunftsinitiative in der jeweiligen Verwaltung umsetzt. In Bottrop ist diese Aufgabe bei der Koordinierungsstelle Integrierte Stadtentwicklung / InnovationCity angesiedelt. Koordinatorin vor Ort ist Stefanie Hugot.

Zu den Wasserrelevanten städtebaulichen Projekten zählen in Bottrop beispielsweise der interkommunale Entwicklungsplan gemeinsam mit der Stadt Essen und der RAG Immobilien GmbH unter dem Titel 'Freiheit Emscher'. Die Entwicklung der 150 Hektar Gewerbeflächen und die städtebauliche Umgestaltung des gesamten Areals im Bottrop Süden und Essener Norden, der unmittelbar an der Emscher und am Rhein-Herne-Kanal liegt. Hier soll der Faktor Wasser in Zukunft einen positiven Impuls zur Steigerung der Attraktivität setzen.

Ein zweites Beispiel ist das Projekt 'Transpirant'. Hier geht es um ein Forschungsprojekt zur Auswirkung von Wasserverdunstung auf das Stadtklima. Die Stadt Bottrop und die Ruhr-Universität Bochum haben auf einem Grundstück eines Bottroper Unternehmens eine Regenwasserverdunstungsanlage errichtet und dort Messdaten erhoben. Das Wasser verdunstet über Schilf und gemessen wurden Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Windgeschwindigkeit, Niederschlag und Luftdruck. Derzeit werden diese Daten analysiert und Modelle errechnet.

Auch in den anderen Städten ist man in zahlreichen Projekten rund um das Wasser bereits aktiv. In Essen und Dortmund sollen beispielsweise Gründächer in den Innenstädten helfen, dass die Bevölkerung auch in Hitzeperioden 'kühlen Kopf bewahren' kann. "Bis Ende 2018 wollen wir einen Fahrplan mit den nächsten konkreten Meilensteinen für die Entwicklung und Umsetzung unserer Zukunftsstrategien in allen Kommunen erarbeiten", so die Emschergenossenschaft. Außerdem tauscht man sich regelmäßig über Fachgrenzen hinweg aus - Architekten und Wasserwirtschaftler, Juristen, Gesundheitsexperten und Wohnungswirtschaft sowie interessierte Bürger bringen ihr Wissen ein. Auf dieser Grundlage will man weitere Projekte initiieren und die Städte bei der Umsetzung ihrer Planungen vernetzen.

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