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© Stadt Bottrop

Mit Rechenpower gegen Stau

Verkehrsingenieur Christoph Overlack steuert mithilfe eines Zentralrechners sämtliche Ampelanlagen im Stadtgebiet. Trotz der Technik stößt man an Grenzen. Die Gründe: Mehr Autos auf den Straßen und nicht genügend Platz.

Mithilfe eines Verkehrsrechners aus dem Jahr 2009 werden rund 90 der 120 Ampelanlagen an Kreuzungen im Stadtgebiet gesteuert und überwacht. Er ist neben der IT im Rathaus der Hauptknotenpunkt in Sachen städtischer Technik. Bedient wird er von Verkehrsingenieur Christoph Overlack, der seit rund 20 Jahren zuständig ist für die Lichtsignalanlagen in der Stadt.

Es gilt, Kompromisse zu finden

Sein Ziel ist es, Fehlschaltungen zu vermeiden, defekte Anlagen schnell zu erkennen, den Verkehrsfluss zu optimieren und situationsgerecht zu reagieren. In der Praxis heißt das in aller Regel, Kompromisse zu finden. Denn Fußgänger brauchen Zeit, um sicher eine Straße zu überqueren, Autofahrer sollen an Einmündungen auf Hauptstraßen nicht lange warten müssen und Busse fordern per Funk eine Grünphase an. „Wir versuchen immer, die Belange aller Verkehrsteilnehmer zu berücksichtigen.“

© Stadt BottropChristoph Overlack zeigt die grafische Oberfläche des Verkehrsrechners. Rechts ist die Abbildung einer grünen Welle zu sehem, links die Stadtkarte samt Ampelanlagen.

Wir versuchen immer, die Belange aller Verkehrsteilnehmer zu berücksichtigen.

Von zwei Bildschirmen aus bedient Overlack den Verkehrsrechner. Auf dem rechten Bildschirm lässt er sich die Stadtkarte anzeigen. Auffällig sind viele grüne Kästchen. „Das zeigt mir, dass die Ampelanlagen hier einwandfrei funktionieren.“ Wird ein Kästchen rot, muss Overlack reagieren. Entweder greift er mittels Verkehrsrechner auf die Anlage zu, oder er sendet einen Techniker zu der entsprechenden Kreuzung. Denn an jedem Knotenpunkt gibt es ein lokales Steuerungsgerät, auf das der Techniker vor Ort zugreifen kann.

Verkehrsrechner überwacht die Ampelanlagen

Am linken Bildschirm kann er sich die grüne Welle anzeigen lassen und auf Ampelanlagen zugreifen. Das passiert beispielsweise dann, wenn sich Bürger über eine Schaltung beschweren. Dann schaltet Overlack sich in die Steuerung der Anlage ein. In Echtzeit werden ihm Grün- und Rotphasen angezeigt, die er anpassen kann. „Es gibt allerdings Randbedingungen, die der Verkehrsrechner vorgibt und nicht zu ändern sind.“ Sie sind dazu da, den Verkehr aufrecht zu erhalten. So gebe es beispielsweise immer eine Kerngrünzeit. „Nur Beginn und Ende der Grünphasen können sich im Laufe des Tages mehrmals ändern.“

Zudem fungiert das System als Archiv. Es passiere oft, dass sich das Amtsgericht nach Autounfällen meldet. „Wenn es widersprüchliche Aussagen gibt, kann ich die Umläufe der Ampelanlagen aufrufen - auch wenn sie weiter zurückliegen.“

© Stadt BottropDer städtische Mitarbeiter Uwe Fulde unterstützt die Abteilung Lichtsignalanlagen. Hier gibt er einen Einblick in den Verkehrsrechner.

Beginn und Ende der Grünphasen können sich im Laufe des Tages mehrmals ändern.

Doch trotz der ganzen Technik stößt man an Grenzen, denn die Belastungen auf den Bottroper Straßen steigen und es ist nicht genügend Platz vorhanden, dies aufzufangen.  Overlack nennt als Beispiel die L631. Dort ist das Verkehrsaufkommen von Hornbach bis Hauptbahnhof zu Stoßzeiten besonders hoch. Für Stadtsprecher Andreas Pläsken ist das ein Grund, der für den Bau der A52 spricht. „Die Belastung gleicht der auf Autobahnen. Über 40.000 Autos sind unterwegs, die möglichst ohne Stau fahren wollen. Und das ist ja auch ganz im Sinne einer niedrigeren CO2-Belastung.“

Aussicht gibt Projekt "Freiheit Emscher"

Ideen habe es viele gegeben. So wurde geprüft, ob die Strecke nicht dreispurig ausgebaut werden könne. „Doch das musste wieder verworfen werden, weil die Brücken die vielen Autos nicht aushalten würden“, sagt Overlack. „Der Status Quo stellt sich bislang immer als die bessere Variante raus.“ Aussicht auf Besserung gibt das Stadtentwicklungsprojekt „Freiheit Emscher“: Ehemalige Bergbauflächen im Essener Norden und Bottroper Süden sollen weitergedacht werden. Es soll ein urbanes Zentrum mit Gewerbe, moderne Industrie, Wohn- und Grünflächen und Freizeitangeboten am Wasser entstehen. Dazu zählt auch, die Infrastruktur zu optimieren.

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