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Klärschlamm für den Klimaschutz

Grundsteinlegung für Trockungsanlage - Emschergenossenschaft investiert 70 Millionen Euro

© Stadt BottropUli Paetzel (v.l.), Bernd Tischler Gerhard Odenkirchen, Ullrich Sierau und Emanuel Grün legen den Grundstein für die moderne Trocknungsanlage.

Die Emscherkläranlage wird umweltfreundlicher. Eine Trocknungsanlage sorgt auf einer Fläche von 40.000 Quadratmetern dafür, dass Klärschlamm durch Sonne und Abwärme getrocknet wird. Oberbürgermeister Bernd Tischler hat jetzt gemeinsam mit Gerhard Odenkirchen vom NRW-Umweltministerium, dem Vorstandsvorsitzenden der Emschergenossenschaft Uli Paetzel, dem Technischen Vorstand Emanuel Grün und Ullrich Sierau, Ratsvorsitzender der Emschergenossenschaft, den Grundstein für die 70 Millionen Euro teure Investition gelegt.

„Die Kläranlage ist ein Beispiel für Klimaschutz und innovatives Handeln. Sie passt damit hervorragend zur InnovationCity Bottrop“, sagte Tischler während einer Talkrunde, bei der das Bauvorhaben vorgestellt wurde. Durch eine Einsparung von Energie werde die CO2-Bilanz verbessert. „Wir begrüßen jeden Schritt, den die Emschergenossenschaft unternimmt, um klimafreundlicher und ressourcenschonender zu arbeiten“, so Tischler, der den hohen technischen Standard der gesamten Kläranlage im Bottroper Süden betonte.

© Stadt BottropEin selbstfahrender Roboter soll für eine gleichmäßige Trocknung sorgen.

 

Auf den Umweltaspekt gingt vor allem Gerhard Odenkirchen, im Umweltministerium für Kreislaufwirtschaft zuständig, ein. Die bisherige gängige Praxis, Klärschlamm auf Ackerböden einzubringen, habe vielfach zu einer Überdüngung geführt. „Das Düngerecht fordert eine Verringerung der Umweltbelastung. Wir müssen in Sachen Klärschlamm neue Wege gehen“, sagte der Abteilungsleiter. Der Klärschlamm solle künftig zur Energiegewinnung genutzt werden, ebenso könnten Rohstoffe wie Phosphor daraus gewonnen werden.

60.000 Tonnen CO2 sollen mit den insgesamt 32 Trockungshallen eingespart werden. Einen Großteil der Einsparung entfällt auf den Verzicht von 20.000 Tonnen Kohle, die bislang dem feuchten Klärschlamm beigemengt wurden, um ihn überhaupt verbrennen zu können. „Die Emschergenossenschaft baut hier die weltweit größte Anlage zur umweltfreundlichen Trocknung von Klärschlamm ihrer Art“, sagte Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

Durch verschiedene Maßnahmen produziert die Kläranlange insgesamt mehr Strom, als dort verbraucht werde. Darauf ging der Technische Vorstand der Emschergenossenschaft Emanuel Grün ein. In der Trocknungsanlage werden jährlich 190.000 Tonnen Klärschlamm aufbereitet. Er kündigte an, dass die Anlage Ende kommenden Jahres in Betrieb gehen werde.

Die „Zeitkapsel“ für den Grundstein wurde mit Münzen, Zeitungsausschnitten und Kohle für die Nachwelt gefüllt. Der Dortmunder Oberbürgermeister Ulrich Sierau fiel die Aufgabe zu, die Kapsel mit einem Gummipropfen wasserdicht zu verschliessen.

Auf der bereits betonierten Bodenplatte wurde ein als „elektrisches Schwein“ bezeichneter Wenderoboter präsentiert. 36 dieser Geräte sollen künftig autonom durch die gewächshausähnlichen Hallen fahren und dabei die Trockenmasse gleichmäßig umschichten.

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