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© Stadt Bottrop

Heidesee soll besser geschützt werden

Eine konzertierte Aktion wird jetzt Verbote rund um das Gewässer durchsetzen

© Stadt BottropPlanen gemeinsame Aktionen zum Schutz des Sees: Technischer Beigeordneter der Stadt Bottrop Klaus Müller (Bildmitte) mit Fachbereichsleiter Stefan Beckmann, Michael Börth (Regionalforstamt Ruhrgebiet) und Volker Adamiak (RVR).

Der Heidesee ist eine Perle im Stadtgebiet von Bottrop. Entstanden nach dem Abbau von Quarzsanden, sind er und seine Ufergestade heute ein wertvolles Biotop für Wasservögel, Fische, Amphibien und viele andere Tiere. Der See und sein Umfeld sind nicht nur ein Naturschutzgebiet sondern auch ein besonders schützenswertes Areal und bei der Europäischen Union eingestuft als Habitat mit ökologisch besonders wertvoller Flora und Fauna.

Die Bottroper und viele Menschen in der Region lieben den Heidesee mit seinen beschaulich pittoresken Ufern. Eine Liebe, vor der sich der See allerdings kaum retten kann, denn die Nutzung des Gewässers als Freizeitangebot und als Gelegenheit zum Baden, sind für das einmalige Biotop zu einer ersthaften Bedrohung geworden.

Das Problem ist das Besondere des Sees und das ist seine Nährstoffarmut. Der See entstand, nachdem Grundwasser die ehemalige Abbaugrube aufgefüllt hatte. Dadurch gedeihen nur hier bestimmte Pflanzen. Einen Zufluss und einen Abfluss gibt es nicht. Es geht zu, wie in einem Spülstein mit sehr reinem Wasser. Die Nutzung der Ufer und das Baden im See tragen Mineralien und Nährstoffe in das Gewässer. Wie das Spülsteinwasser reichert sich auch der See nach und nach mit Einträgen an. Diese müssen ferngehalten werden, soll das Habitat in seiner jetzigen Form erhalten bleiben.

© Stadt BottropAuf den ersten Blick beschaulich. Doch der Boden mit den nackten Steinen zeigt, dass es hier keine Vegetation gibt.

"Das Thema wird regelmäßig im Naturschutzbeirat aufgegriffen", sagt Klaus Müller, Technischer Beigeordneter der Stadt Bottrop. Auch die Politik dränge zum Handeln. Als Naherholungsgebiet soll der See zwar erhalten bleiben. Allerdings, so der Konsens, müsse eine drastische Veränderung im Verhalten seiner Besucher erzielt werden.

Bei schönem Sommerwetter belagern Menschenmengen die Ufer. Es wird getrunken, gegrillt oder auch nur das mitgebrachte Picknick verzehrt. Es wird gebadet und auch seinem Hund eine Abkühlung gegönnt - oft im großen Stil. Nicht nur ganze Hunderudel toben sich im Wasser aus, auch mancher Reiter freut sich über das kühle Nass und badet mitsamt Pferd. Die Vogelinseln mitten im See, die eigentlich unzugänglich sind, werden gezielt angeschwommen und für einen Tag besiedelt. Im Uferbereich werden dann Lücken in das Schilf für Liegeplätze geschlagen. Sie werden entweder von ungebetenen Badegästen oder auch von illegalen Anglern genutzt.

Meist am Wochenende hat der See Hochkonjunktur. Am Montag finden dann Mitarbeiter der Forstverwaltung Müll in großem Mengen und niedergetrampelte Vegetation. Untrügliches Zeichen dafür, dass das Biotop belastet ist, sind beliebte Uferbereiche, wo nur noch nackter Kies und Steine zu sehen sind. Hier müsste eigentlich eine zarter Bewuchs zu finden sein. Die Pflanzen haben allerdings gegen trampelnde Füße kaum eine Chance.

In einer konzertierten Aktion wollen nun Stadtverwaltung, RVR als Eigentümer, Regionalforstamt und Polizei eingreifen. Mit großem Personalaufwand gibt es am Samstag, 29. Juli, eine Schwerpunktaktion. Dabei geht es aber erst einmal um Aufklärung. Ordnungsrechtlich ist die Lage eindeutig, denn die meisten Aktionen am See wie Baden, Feuer, oder nichtangeleinte Hunde sind verboten. Dies wollen die Ordnungshüter erst einmal vor Ort klar machen und weitestgehend auf Verwarngelder verzichten.

"Wir ziehen erst einmal die gelbe Garte", sagt Stefan Beckmann, Fachbereichsleiter Umwelt und Grün der Stadt Bottrop. Bei dieser einmaligen Aktion wird es aber nicht bleiben, denn kurz darauf sollen weitere folgen - allerdings mit weniger Kulanz. Dann sollen auch gezielt Ordnungstrafen verhängt werden.

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