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© Stadt Bottrop

Fußverkehrs-Check: Jugendliche und Senioren begehen Teststrecken in Innenstadt

Bei den Begehungen geht es darum, ob Fußgänger sicher und ohne Hindernisse durch die Stadt laufen können. Der Fußverkehrsanteil soll erhöht werden.

Gleich vier Routen an zwei Tagen gab es beim Fußverkehrs-Check durch die Bottroper Innenstadt zu begehen: Am Dienstag, 10. Dezember, starteten zwei Gruppen von Jugendlichen und testeten unter anderem ihren Weg zur Schule. Bei der zweiten Runde am Mittwoch, 11. Dezember, gingen Senioren zwei Routen entlang, die beispielsweise vom Alten- und Pflegeheim DRK-Haus Rottmannsmühle in die Innenstadt führten. Dabei wurde analysiert und diskutiert, wo es Verbesserungsbedarf bei den Fußwegeverbindungen gibt, zum Beispiel durch fehlende Ampeln, Zebrastreifen oder zu wenig Beleuchtung auf den Bürgersteigen. Durchgeführt wurden die Begehungen des Fußverkehres-Checks durch das Planungsbüro VIA in Köln. Die Ergebnisse der Begehungen werden im Rahmen eines Abschlussworkshops, der voraussichtlich im März 2020 stattfindet, erörtert und als Grundlage für Lösungsansätze verwendet.

Fußverkehrs-Check für Schüler

Ein sicherer Schulweg ist für viele Jugendliche besonders wichtig. Das zeigte auch die rege Teilnahme am Fußverkehrs-Check: Schüler der Gymnasien Josef-Albers und Heinrich-Heine sowie der Marie-Curie Realschule sind gemeinsam mit Vertretern des Planungsbüros und der Stadt die gängigen Schulwege in der Innenstadt abgelaufen. Ruhigere Nebenstraßen wie im Bereich der Sterkrader Straße sind für die Schüler problemlos passierbar. An Hauptverkehrsknoten wie der Osterfelder Straße und der Hans-Böckler-Straße wird es jedoch phasenweise schwierig. So ist zwar der Übergang der Osterfelder Straße für Fußgänger und Radfahrer mit einem Zebrastreifen und separaten Radweg gut gestaltet, jedoch ist hier die Geschwindigkeit das Problem. Viele Schüler können das Tempo der heranfahrenden Fahrzeuge und die damit verbundene Bremsbereitschaft schlecht abschätzen.

© Stadt BottropExperten und Jugendliche checken gängige Schulwege in der Innenstadt.

Viel zu kurze Grünphasen an Fußgängerampeln sorgen zudem dafür, dass sich Jugendliche beim Übergang beeilen müssen oder durch eine Vielzahl an wartenden Schülern der Fußweg blockiert wird. Auch auf dem Verbindungsweg zur Zeppelinstraße wird es eng. Hier müssen sich Radfahrer und Fußgänger einen schmalen Weg teilen, sodass bei Unachtsamkeit das Unfallrisiko steigt.

Eine weitere Schwierigkeit sehen Schüler und Experten unter anderem im Bereich der Schützenstraße. Viele Jugendliche die vom ZOB zur Schule gehen, nutzen auf ihrem Weg diese Straße. Eine unübersichtliche Kurve und ein sehr schmaler Bürgersteig werden hier bemängelt. Als Lösung biete sich hier laut Planungsbüro eine Straßenerhebung im Bereich der Kurve an, um den Schülern den Übergang von der Innenstadt zur Straße zu erleichtern. Zudem könnte man die seitlichen Parkstreifen in einen verbreiterten Bürgersteig umwandeln, da sowohl ein großer Parkplatz als auch ein Parkhaus in unmittelbarer Nähe genügend Parkflächen bieten.

Fußverkehrs-Check für Senioren

Bei der Begehung am zweiten Tag mit verschiedenen Gruppen von Senioren, ging es neben Sicherheitsaspekten vor allem um barrierefreies Gehen. Während die Gruppen die Routen abgingen, fielen ihnen auf ihrem Weg viele Hindernisse auf. Ein häufiges Problem ist das widerrechtliche Gehwegparken. Die ohnehin schon schmalen Bürgersteige werden durch falsch abgestellte PKWs zusätzlich verengt. Grundsätzlich ist es so, dass Städte- und Verkehrsplaner lange Zeit einen Fokus auf den Autoverkehr gelegt haben. Dadurch bleibt für Fußgänger häufig nur eine kleine Fläche zur Nutzung übrig, die teilweise sogar mit Fahrradfahrern geteilt wird.

© Stadt BottropEin häufiges Problem: Widerrechtliches Gehwegparken.

Den Senioren fielen auf ihrem Weg auch weitere Bereiche auf, die eine Gefahr für Fußgänger darstellen: Schlecht einsehbare Einfahrten und abgesenkte Bürgersteige erschweren besonders Menschen mit Rollatoren und anderen Gehhilfen das Laufen. An der Kreuzung Prosperstraße/Friedrich-Ebert-Straße baten die Teilnehmer der Begehung die Ampelschaltung zu prüfen. Grünphasen seien dort im Besonderen für Menschen, die schlecht zu Fuß sind, zu kurz getaktet. Darüber hinaus kritisierten die Senioren marode Bürgersteige mit lockeren Platten, die leicht zu Stolperfallen werden. Häufig funktioniert auf den Gehwegen die Entwässerung nicht, sodass bei starkem Regen große Pfützen entstehen, die umgangen werden müssen.

Hintergrund

Der Fußverkehr-Check wird durch das Zukunftsnetz Mobilität NRW unterstützt. Insgesamt nehmen in diesem Jahr zehn Kommunen in Nordrhein-Westfalen an der Fußverkehrsförderung teil. Bei den Fußverkehrs-Checks beleuchten unterschiedliche Akteure den Fußverkehr aus verschiedenen Blickwinkeln. Gefördert werden die Fußverkehrs-Checks NRW 2019 vom Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Zum Auftakt des Projekts wurde ein Workshop am Dienstag, 5. November, bei dem Bottroper gemeinsam mit Stadtverwaltung, Politik und Verbänden die Belange der Fußgänger zu diskutieren konnten. Ziel ist es, den Fußverkehrsanteil weiter zu erhöhen.

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