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Weltweit größte Anlage ihrer Art geht an den Start

Emschergenossenschaft nimmt in Bottrop riesige Solarthermische Klärschlammtrocknungsanlage in Betrieb

Mit dem Emscher-Umbau wird bis Ende des Jahres der zentrale Fluss des Ruhrgebietes vom Abwasser befreit. Das Generationenprojekt steht jedoch auch für innovative und nachhaltige Ideen bei den Themen Energiewende und Energieautarkie. Am Freitag wurde am Standort der Kläranlage Bottrop die weltweit größte Solarthermische Klärschlammtrocknungsanlage (STT) in Betrieb genommen. Sie ist ein Bestandteil des Gesamtpakets „Hybridkraftwerk Emscher“ – Deutschlands erste energieautarke Großkläranlage.
„Die weltweit größte Anlage zur solarthermischen Klärschlammtrocknung in Bottrop demonstriert nicht nur die enorme Innovations- und Leistungsfähigkeit Nordrhein-Westfalens, sondern trägt erheblich zum Gelingen der Energiewende vor Ort bei und damit auch zum Klimaschutz in der Region. Das Projekt der Emschergenossenschaft hat großartigen Vorbildcharakter“, sagt Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im NRW-Umweltministerium.

© EmschergenossenschaftDr. Emanuel Grün, Technik-Vorstand der Emschergenossenschaft, Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im NRW-Umweltministerium, Dr. Frank Dudda, Ratsvorsitzender der Emschergenossenschaft und Oberbürgermeister der Stadt Herne, Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, und Bernd Tischler, Oberbürgermeister der Stadt Bottrop, bei der Einweihung der Solarthermischen Klärschlammtrocknungsanlage (STT) in Bottrop.

"Das Hybridkraftwerk Emscher ist eines der größten und eindrucksvollsten Projekte der Innovation City", sagt Oberbürgermeister Bernd Tischler. "Sein letzter Baustein, die Solarthermische Klärschlammtrocknung, ist ein weiteres Symbol für die Energiewende vor Ort. Unsere Stadt geht als Vorbild voran.“

Dr. Frank Dudda, Vorsitzender des Genossenschaftsrates des Emschergenossenschaft und Oberbürgermeister der Stadt Herne: „Die Solarthermische Klärschlammtrocknungsanlage veranschaulicht das Genossenschaftsmodell ganz hervorragend. Die Einsparung von rund 70.000 Tonnen CO2 im Jahr sorgt für erheblich bessere Luft in der gesamten Region und zeigt: Diese Region kann Klimaschutz!“

Peter Reese, Projektleiter bei der Emschergenossenschaft: „Gemeinsam mit dem gesamten Projektteam bin ich sehr glücklich und auch ein wenig stolz darauf, dass wir dieses Mammutprojekt in Rekordzeit realisieren konnten. Solch eine Anlage baut man auch nur einmal in seiner beruflichen Laufbahn.“

"Elektrische Schweine" wenden den Klärschlamm

Von außen muten die gläsernen Hallen an wie Gewächshäuser. Im Inneren werden jedoch keine Tulpen oder Tomaten angebaut, sondern Klärschlämme aus dem gesamten Emscher- und Lippe-Gebiet getrocknet. 32 Trocknungshallen mit einer Netto-Trockenfläche von 40.000 Quadratmetern sind dort entstanden – mittels Sonnen- und Abwärmeenergie wird der Klärschlamm in den Hallen getrocknet. Für eine gleichmäßige Trocknung der Schlämme sorgen automatische und futuristisch anmutende Wendegeräte – die sogenannten „elektrischen Schweine“. Der getrocknete Klärschlamm kann künftig ohne Zugabe von Kohle der thermischen Verwertung zugeführt werden. Somit wird ein weiterer wichtiger Beitrag für die klimaschonende Energiegewinnung durch den nachhaltigen Umgang mit Klärschlamm geleistet.

Der nachhaltige Umgang mit anfallendem Klärschlamm ist enorm wichtig für die klimaschonende Energiegewinnung, außerdem enthält der Schlamm auch wertvolle Ressourcen, die man mittelfristig weiternutzen kann. „Durch den Wegfall der Kohle-Einmischung und die Nutzung der Überschusswärme aus dem Verbrennungsprozess setzt die Anlage ökologische und wirtschaftliche Maßstäbe“, sagt Dr. Emanuel Grün, bei der Emschergenossenschaft Vorstand für Wassermanagement und Technik.

Die Kläranlage Bottrop ist eine der größten Kläranlagen Deutschlands, moderne Abwasserreinigung ist stromintensiv. Die Wasserwirtschaftsbranche stellt damit einen der größten kommunalen Energieverbraucher dar. Darum müssen sich die Abwasserverbände um innovative Verfahren bemühen, die die CO2 -Bilanz senken, klimafreundlich, nachhaltig und richtungsweisend für die Wasserwirtschaft sind. „Wasserwirtschaft ist mehr als nur Abwassereinigung: Sie kann eine entscheidende Rolle beim Gelingen der Energiewende spielen“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft. Das Hybridkraftwerk Emscher in Bottrop kann Vorbild für zahlreiche weitere Großkläranlagen in Deutschland sein.

Hybridkraftwerk Emscher: fünf erneuerbare Energieträger

Den Stromverbrauch der Kläranlage Bottrop – der etwa dem einer 30.000-Einwohner-Stadt entspricht – kann der Standort Bottrop mittlerweile komplett nachhaltig decken, denn die Kläranlage ist Deutschlands erste energieautarke Großkläranlage. Die Solarthermische Klärschlammtrocknung ist dabei nur ein Bestandteil des sogenannten Hybridkraftwerks Emscher, mit dem die Emschergenossenschaft die vor Ort benötigte Energie vollständig selbst erzeugt.

Zum Gesamtpaket „Hybridkraftwerk Emscher“ gehören fünf erneuerbare Energieträger – durch die bis zu 70.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden sollen:

  • eine Windenergieanlage mit 3,1 MW Leistung (im April 2016 eingeweiht, neue Rotorblätter seit Anfang Februar 2018)
  • vier neue Blockheizkraftwerk-Module mit jeweils etwa 1,2 MW Leistung (im Februar 2017 in Betrieb genommen)
  • eine Photovoltaikanlage auf einer Dachfläche von ca. 500 m² (ebenfalls im Februar 2017 in Betrieb genommen)
  • eine neue Dampfturbine mit mindestens 4 MW Leistung (im Dezember 2017 umgesetzt)
  • die Solarthermische Klärschlammtrocknung (jetzt in Betrieb aufgenommen)

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