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„Freiheit Emscher“: Historische Chance auf ein neues Zentrum zwischen Essen und Bottrop

Die Städte Essen und Bottrop und die RAG Montan Immobilien GmbH haben ihre Pläne für eines der ehrgeizigsten Stadtentwicklungsprojekte vorgestellt: Es geht um 1.700 Hektar eines großen, vom Bergbau geprägten Raums zwischen den Städten Essen und Bottrop. Er soll unter der Marke "Freiheit Emscher" entwickelt werden.

© Stadt Bottrop

Die Spitzen der Städte Essen und Bottrop sowie der RAG Montan Immobilien GmbH – Thomas Kufen, Bernd Tischler und Markus Masuth sprechen vom "spannendsten Stadtentwicklungsprojekt des Ruhrgebietes, vielleicht in ganz Nordrhein-Westfalen", von einer "einmaligen, historischen Chance" durch einen "starken Verbund" und eine "ganzheitliche, integrierte Entwicklung" als sie die ersten Module des Masterplans für das 1.700 Hektar große Gebiet nördlich und südlich des Rhein-Herne-Kanals und der Emscher am 1. Februar 2018 auf Prosper II in Bottrop vorstellten.

Unter dem Namen "Freiheit Emscher" soll hier ein neues urbanes Zentrum mit Gewerbe und moderner Industrie, Wohnen, Grünflächen und Freizeitangeboten am Wasser entstehen. "Wir haben das gemeinsame Ziel, mitten im Ruhrgebiet eine neue Stadtlandschaft und attraktive Flächen für die Arbeitsplätze der Zukunft zu entwickeln", so die Projektpartner.

© n.n.

Dreh- und Angelpunkt ist eine grundlegend neue infrastrukturelle Erschließung des Areals und die Entwicklung fünf ehemaliger Bergbauflächen von insgesamt 150 ha – einer der größten Flächenreserven des Ruhrgebiets in zentraler Lage. Dafür erarbeiten die drei Projektpartner seit Anfang 2017 mit Förderung des Landes einen Interkommunalen Entwicklungsplan im Rahmen der Machbarkeitsstudie IKEP_Mitte.

Das Leitbild nimmt Konturen an

Jetzt nimmt das Leitbild für das Generationenprojekt Konturen an: Arbeitsplätze in attraktiver Lage am Wasser, viel Raum für moderne, smarte Industrieanlagen, Gewerbe und Dienstleistungen, aber auch passende Ergänzung von Wohnangeboten und attraktiven Freizeitangeboten an der renaturierten Emscher – all das soll in der „Freiheit Emscher“ möglich sein. „Damit gehört die Entwicklung der Industriefläche zwischen den beiden Städten Essen und Bottrop mit zu den spannendsten Projekten der Stadtentwicklung der letzten Jahre. Zwei Kommunen, ein Wirtschaftspartner und viele weitere Akteure arbeiten zusammen, um eine gemeinsame Fläche zu entwickeln – das hat es noch nicht oft gegeben. Darüber hinaus, sind auch die Bürgerinnen und Bürger gefragt, diesen neuen Lebensraum mit zu gestalten", sagt Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen.

Von der Peripherie ins Zentrum: Neue Infrastrukturentwicklung als Schlüssel

Seit Anfang 2017 untersucht die Machbarkeitsstudie IKEP_Mitte, wie das gemeinsame Ziel eines neuen urbanen Zentrums Wirklichkeit werden kann. Im  Zentrum steht dabei die infrastrukturelle Neuerschließung des riesigen Gebietes, das von beiden Seiten des Kanals bislang durch seine eher periphere Lage charakterisiert war. „Stadthafen, Emscherinsel und Kohlelager hatten über Jahrzehnte einen stark trennenden und limitierenden Charakter, der die Entwicklung verhindert hat“, sagt Markus Masuth, Vorsitzender der Geschäftsführung der RAG Montan Immobilien  GmbH, die der größte Eigentümer gewerblicher Flächen im Gebiet ist.  „Wenn die Flächen bis Mitte des nächsten Jahrzehnts aus dem Bergrecht entlassen werden, haben wir die historische Chance, diesen vielleicht letzten industriellen Dschungel des Ruhrgebietes durch neue Verkehrswege zu erschließen und zu entwickeln.“

Integriertes Gesamtkonzept für ein Generationenprojekt

Eine Chance allerdings, „die nicht mit Kirchturmdenken, sondern nur in diesem starken Zusammenschluss und mit einem schlüssigen Gesamtkonzept für das ganze Gebiet zu wahren ist“, ergänzt Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler. „Wir haben uns die Zeit und die planerische Freiheit genommen, dieses Generationenprojekt  fundiert anzugehen. “ Konkret erarbeiten die drei Projektpartner gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft aus den Stahm Architekten, LAND Germany und  SHP Ingenieure einen offenen strategischen  Masterplan. „Unsere Idee von der Freiheit Emscher lässt sich nur durch eine ganzheitliche Betrachtung verwirklichen. Nur dadurch ist die kritische Masse für große Infrastrukturprojekte zu erreichen, für die wir dann auch auf die Unterstützung des Landes hoffen dürfen“, so Tischler.

Auch die neue Benennung signalisiert die vielversprechenden Perspektiven des Raumes: Als Freiheit bezeichnet man seit dem Mittelalter Gebiete mit besonderen Rechten, an denen sich für Wirtschaft, Bürgerinnen und Bürger Möglichkeiten zur freien Entfaltung bieten – „Freiheit Emscher" ist damit nicht nur ein symbolträchtiger, leicht einprägsamer Name, sondern  auch eine Art Versprechen für die künftige Entwicklung, so die Projektpartner.

Herausragende Bedeutung eröffnet Perspektive für die Verwirklichung

Das Gebiet bietet mit fünf potentiellen gewerblich-industriellen Quartieren immense Chancen auch für die Schaffung neuer Arbeitsplätze: Mit dem Ende der Bergbauära werden bis 2025 Schritt für Schritt auch die Restriktionen des Bergrechtes entfallen. „Unsere bisherigen Erfahrungen mit der Entwicklung dieser Flächen zeigen allerdings, dass eine isolierte Betrachtung und individuelle Entwicklungsversuche nicht ausreichen“, erläutert Markus Masuth. „Mit dem integrierten Gesamtkonzept erhält die Freiheit Emscher eine herausragende Bedeutung für die beiden Großstädte Essen und Bottrop, für die Wirtschaft unserer Region und nicht zuletzt  für die Menschen, die in diesen Gebieten wohnen und arbeiten“, ergänzt Oberbürgermeister Thomas Kufen.

Flexible Anpassung an verschiedene Entwicklungsszenarien

Für das weitere Vorgehen haben die Planer drei Leitbilder erarbeitet (siehe beiliegende Info). So sollen neben neuen Verkehrsachsen und ‑knotenpunkten verschiedene Attraktionskerne entstehen, um die herum die neue Quartiere wachsen können. „Der Ansatz eines offenen strategischen Masterplanes wird es ermöglichen, im Prozess der nächsten Jahre flexibel auf unterschiedliche Entwicklungsszenarien und Zukunftsbilder reagieren zu können“, erläutert die Architektin Alexa Waldow-Stahm als Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft aus den drei Büros Stahm Architekten (Braunschweig), LAND Germany (Düsseldorf) und SHP Ingenieure (Hannover).

Ende 2018 soll die Machbarkeitsstudie abgeschlossen werden; danach soll der strategische Masterplan für die „Freiheit Emscher“ in die Umsetzungsphase gehen.

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