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Werksschließung von Benteler soll sozialverträglich gestaltet werden

Oberbürgermeister Bernd Tischler hat im Rathaus mit der Unternehmensführung gesprochen und auch die IHK mit an den Tisch geholt. Das Unternehmen bekundete sein Interesse, den Stellenabbauch sozialverträglich zu gestalten. Die Werksschließung sei auch keine Entscheidung gegen die Stadt, sondern betriebsbedingt.

Nach der von der Benteler Gruppe Ende des letzten Jahres angekündigten Schließung des Werkes in Bottrop hat sich Oberbürgermeister Bernd Tischler gestern, am 5. Februar 2020, mit Christian Wiethüchter, Geschäftsführer Benteler Steel/Tube und Tim Vössing, Werksleiter Benteler Steel/Tube in Bottrop, sowie mit Dr. Jochen Grütters, Leiter des Standorts Emscher-Lippe der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen getroffen, um persönlich über die aktuelle Lage und die weiteren Schritte in Bottrop zu sprechen.

Zunächst fasste Christian Wiethüchter noch einmal den Standpunkt des Unternehmens zusammen: Die geplante Schließung des Bottroper Werkes sei eine von zahlreichen Maßnahmen, um die Divison Steel/Tube, also den Stahlrohr-Bereich von Benteler, in einem herausfordernden Stahlrohrmarkt zukunftsfähig aufzustellen und einen Großteil der Arbeitsplätze zu sichern. Neben notwendigen Kapazitätsanpassungen umfasse dieses Programm auch die Optimierung des Produktportfolios und der Vertriebsstruktur. Darüber hinaus werde die Division die werksübergreifende Zusammenarbeit weiter stärken. Kosten sollen gesenkt und die Effizienz der deutschen Werke weiter verbessert werden.

kein Entschluss gegen den Wirtschaftsstandort Bottrop

Dabei machte Christian Wiethüchter deutlich: „Der Plan, das Werk in Bottrop zu schließen, ist kein Entschluss gegen den Wirtschaftsstandort Bottrop. Vielmehr ist es uns trotz intensiver Optimierungsmaßnahmen in den vergangenen Jahren nicht gelungen, das Werk profitabel zu betreiben. Hintergrund sind ein starker Preisverfall im Stahlrohrmarkt und hohe Kosten. Das Werk in Bottrop ist mit rund 255 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einer Produktionskapazität von 30.000 Tonnen sehr klein. Skaleneffekte lassen sich nicht nutzen. Die Entscheidung, das Werk in Bottrop zu schließen, ist uns nicht leichtgefallen. Uns ist es daher wichtig, zu betonen: Bei all den notwendigen Schritten steht ein respektvoller Umgang mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer im Mittelpunkt.“

Industrieflächen knapp

„Es ist bedauerlich, dass ein weiterer traditionsreicher Produktionsstandort in Bottrop demnächst Geschichte ist", erklärt Dr. Jochen Grütters, Leiter des Standorts Emscher-Lippe der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen. „Für die zukünftige Nutzung des Areals sollte man bedenken, dass auch in Bottrop Industrieflächen knapp sind.“ Schnelles Handeln sei jetzt notwendig, um den Beschäftigten berufliche Perspektiven zu bieten und den Fachkräfteverlust für die Stadt möglichst gering zu halten. „Bei der Konzeption von Qualifizierungsmaßnahmen für die Belegschaft bietet die IHK gerne ihre Unterstützung an. Die Erfahrung zeigt, dass je früher man sich der Situation stellt, desto besser können die Ergebnisse werden", unterstreicht Grütters.

werde nun dafür kämpfen, dass der Stellenabbau sozialverträglich stattfindet

Oberbürgermeister Tischler sagte nach dem Gespräch: „Ich hätte gerne noch an der Entscheidung, dass das Bottroper Werk geschlossen werden soll, gerüttelt.“ Aber es sei deutlich geworden, dass es bei dem Entschluss kein Zurück geben wird. Dass die Entscheidung eine wirtschaftliche gewesen sei und nichts mit dem Standort Bottrop zu tun habe, sei dabei nur ein schwacher Trost. „Für die teils langjährigen und mit Herzblut engagierten Mitarbeiter bei Benteler ist die Schließung des Bottroper Werks natürlich ein schwerer Schlag“, so Tischler. Für die Beschäftigten möchte sich Oberbürgermeister Tischler trotz der unabwendbaren Schließung des Bottroper Werks weiter einsetzen: „Ich werde nun dafür kämpfen, dass der Stellenabbau sozialverträglich stattfindet.“  Hier sagte Wiethüchter dem Oberbürgermeister zu, dass Benteler ebenfalls an einem sozialverträglichen Stellenabbau interessiert sei.

möglichst schnell neue Gewerbeansiedlung realisieren

Tischler sagte weiter, dass die Stadt Bottrop alles unternehmen werde, um möglichst schnell eine neue Gewerbeansiedlung auf der Fläche zu realisieren, um den Weggang von Benteler zu kompensieren. „Wir brauchen dringend Arbeitsplätze im gewerblich-technischen Bereich“, so Tischler.

Christian Wiethüchter weiter: „Wir bedanken uns bei Oberbürgermeister Bernd Tischler für das konstruktive Gespräch. Uns ist es wichtig, in enger Abstimmung mit der Stadt Bottrop und der IHK eine für unsere Mitarbeiter möglichst gute Lösung zu finden. Wesentlich hierfür ist, dass wir die Gespräche mit den Tarifparteien zügig fortführen.“

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