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Wirtschaft

Ikea kommt nach Bottrop

Geplante Eröffnung für 60 Millionen-Projekt ist Ende 2018

© Stadt BottropOberbürgermeister Bernd Tischler (v.l.), Hans-Joachim Bruschke und Thilo Mayer stellen während einer Pressekonferenz die Pläne zur Ikea-Ansiedlung vor.

Die schwedische Möbelhauskette Ikea kommt nach Bottrop. Die Entscheidung für die Ansiedlung haben jetzt Oberbürgermeister Bernd Tischler und Vertreter des Möbelanbieters während einer gemeinsamen Pressekonferenz im Rathaus verkündet. „Mit der Ansiedlung erwarten wir nicht nur eine überregionale Steigerung der Attraktivität für Bottrop, sondern schaffen auch 150 neue Arbeitsplätze", sagt Bernd Tischler zum Ansiedlungserfolg.

Die Entscheidung ist nach einer längeren Standortsuche getroffen worden. Nach den Häusern in Essen und Duisburg, suchte Ikea im nordwestlichen Ruhrgebiet einen weiteren Standort, um das Netz der Einrichtungshäuser zu verdichten. Hans-Joachim Bruschke, Leiter der Projektentwicklung von Ikea Deutschland, hebt als Standortfaktor die verkehrsgünstige Lage des Kraneburger Felds im Städtedreieck von Gelsenkirchen, Gladbeck und Bottrop hervor. „Wir glauben an das Projekt", sagt Bruschke.

Auf einer Fläche von 110.000 Quadratmeter will Ikea 60 Millionen Euro investieren. Mit einer Größe von 25.500 Quadratmetern wird Ikea Bottrop zu den größeren Einrichtungshäusern gehören. Bruschke plant die Eröffnung für Ende 2018. Danach sollen jährlich bis zu 1,5 Millionen Kunden nach Bottrop kommen. Entlang der Autobahn A 31 rechnet Ikea mit einem Einzugsbereich bis an die niederländische Grenze.

Oberbürgermeister Bernd Tischler betont die regionale Bedeutung der Ansiedlung. „Die Verwaltungsspitzen der Städte Gelsenkirchen, Gladbeck und Bottrop sind sich mit der Regionaldirektorin des Regionalverbandes Ruhr einig, dass die Ansiedlung von Ikea als regionales Projekt verstanden werden muss, dass allen drei Städten Vorteile bringen muss", so Tischler. Neben dem zusätzlichen Angebot im Möbelsektor, von dem alle Bewohnerinnen und Bewohner im Städtedreieck profitieren, seien es zum einen die Planungs- und Bauaufträge, die innerhalb der Region vergeben werden. Zum anderen seien 150 neu entstehenden Arbeitsplätze ein großer Gewinn, was das Vorhaben angesichts der Arbeitslosenquote in der Region besonders interessant mache. "Die beteiligten Städte beabsichtigen eine Vereinbarung mit Ikea zu schließen, um diese Vorteile zu sichern", betont Bernd Tischler.

Unabhängig davon sind alle Auswirkungen der Ansiedlung auf die drei Städte und darüber hinaus im Rahmen eines noch durchzuführenden Bebauungsplanverfahrens ausführlich zu untersuchen und zu bewerten. Hierzu zählen insbesondere Umweltauswirkungen, verkehrliche Auswirkungen und Auswirkungen auf die vorhandenen Zentren.

Auf die noch zu schaffenden planungsrechtlichen Voraussetzungen weißt der Erste Bürgermeister Klaus Strehl, Vorsitzender des Planungsausschusses, hin. Die Auswirkungen beispielsweise auf Verkehr und Umwelt seien unter der Beteiligung der Bürgerschaft zu planen. „Es ist ein planerisches Highlight", sagt Strehl (SPD). Für Volker Jungmann, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, wird mit der Ikea-Ansiedlung „ein Herzenswunsch realisiert". Damit werde die Wirtschaftsstruktur der Stadt aufgewertet und wecke weiteres Interesse von Investoren für den Standort Bottrop.

Bei der baulichen Gestaltung sei man offen für Ideen, stellt Thilo Meyer, Real Estate Project Manager für Ikea, dar. „Eine fertige Planung gibt es noch nicht", sagt er. Großer Wert werde auf die ökologische Nachhaltigkeit gelegt. So gehört zu den weichen Faktoren der Standortentscheidung für Bottrop die Möglichkeit, Kooperationsmöglichkeiten mit der InnovationCity zu nutzen. „Wir wollen gute Nachbarn sein", sagt er und betont, transparent vor Ort zu agieren.

Ikea Deutschland

Ikea ist heute in Deutschland an 48 Standorten vertreten, das 49. und 50. Einrichtungshaus entstehen derzeit in Bremerhaven (Eröffnung am 9. April 2015) und Kaiserslautern (Eröffnung Sommer 2015). Die Anzahl der Einrichtungshäuser soll deutschlandweit auf 65 bis 70 erhöht werden. Im Ruhrgebiet sind neben Bottrop drei weitere Standorte geplant. In Essen soll an der Bottroper Straße auf dem ehemaligen Thyssen-Krupp-Gelände ein neues Haus entstehen und die bisherige Ikea-Filiale in der Innenstadt ersetzen. Ebenso sind in Bochum-Herne und Castrup-Rauxel Möbelhäuser geplant.

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